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Dienstag, 17. November 2009

Studie: Gedanken an geliebte Menschen können Schmerzen verringern

Archiv: Vertrautes Liebespaar | Copyright: Superstylo/Public Domain

Los Angeles/ USA - Eine Studie an der University of California hat gezeigt, dass alleine der Gedanke an einen geliebten Menschen Schmerzen reduzieren können. Für die beteiligten Psychologen bestätigen die Ergebnisse der Untersuchung die Bedeutung sozialer Verhältnisse und eines gesunden sozialen Umfeldes.

In den Experimenten setzte das Team um Naomi Eisenberger 25 Probanden, die sich seit mehr als sechs Monaten in einer festen Liebesbeziehung befanden, leichten Schmerzen aus, während sie gleichzeitig unterschiedlichen Situationen ausgesetzt wurden. In einer dieser Situationen sollten sie zum einen ein Foto ihres Freundes, dann das eines Fremden und ein Bild eines Objekts betrachten.

"Immer dann, wenn die Frauen das Bild ihres Freundes betrachtet hatten, beschrieben sie die induzierten Schmerzen als weniger stark als dann, wenn sie das Foto des Fremden oder das eines Objekts ansahen", fast Eisenberger die Ergebnisse der Studie zusammen. "Alleine die Erinnerung an den Partner aufgrund eines einfachen Fotos war in der Lage, die empfundenen Schmerzen zu lindern."

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Für die Wissenschaftler verändert diese Erkenntnis die bisherige Vorstellung davon, wie soziale Unterstützung Menschen beeinflusst. "Normalerweise glauben wir, dass ein gesundes soziales Umfeld dazu beiträgt, dass wir uns gut fühlen und dass diese Art von Unterstützung unsere sozialen Bedürfnisse erfüllt. Nun sehen wir, dass schon alleine ein Foto einer uns nahe stehenden Person den gleichen Effekt haben kann."

In weiteren Situationen sollten die Testpersonen die Hand ihres Partners, dann die eines Fremden und zuletzt einen Knetball halten, während ihnen erneut die leichten Schmerzen verabreicht wurden. Die Ergebnisse hierbei zeigten nun, dass auch das Halten der Hand des Freundes das physische Schmerzempfinden reduziert und die Schmerzen stärker empfunden wurden, wenn es sich um die Hand des Unbekannten oder um den Ball handelte.

Laut Eisenberger zeigt die Studie, "wie stark der Einfluss unsere sozialen Bindungen auf unsere Wahrnehmung sein kann. Die Ergebnisse heben zudem die Wichtigkeit sozialer Unterstützung auch für unsere physische und mentale Gesundheit hervor."

Als praktischen Rat empfehlen die Forscher für jenen Fall, dass es nicht möglich ist, eine uns nahe stehende Person zur Unterstützung in einer stressigen oder gar schmerzhaften Situation mitzubringen, stattdessen ein Foto dieses Menschen zu betrachten. Ihre Studienergebnisse haben die Psychologen in der November-Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychological Science" veröffentlicht.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ucla.edu
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