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Freitag, 27. November 2009

Tempel auf Sizilien weisen in Richtung Sonnenaufgang

Archiv: Griechischer Tempel der Hera (Tempel E) auf Sizilien | Copyright: AdiJapan/GNU FDL

Leicester/ England - Eine Studie an der "University of Leicester" hat herausgefunden, dass die Mehrzahl der griechischen Tempel auf Sizilien In Richtung des Sonnenaufgangs ausgerichtet wurden.

Anhand dieser Erkenntnis glauben die Forscher um Dr. Alun Salt neue Einblicke in die religiösen Praktiken der Griechen ableiten zu können. Ihre Ergebnisse haben die Archäologen im Fachmagazin "PLoS ONE" veröffentlicht.

Demnach sehen die Forscher in ihrer Entdeckung eine Art "astronomischen Fingerabdruck" der einstigen griechischen Siedler auf der Mittelmeerinsel, anhand dessen sie Orte und Tempel, die von Griechen genutzt wurden, von jenen unterscheiden können, die zwar im griechischen Stil be- und erbaut, jedoch von Gläubigern anderer Religionen genutzt wurden.

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"In der antiken Welt wurden Tempel nicht nur religiös genutzt, sondern waren auch politische und ökonomische Statements", so Salt. "Unsere Forschungen tragen dazu bei, eine langjährige Diskussion über die Ausrichtung der Tempel beizulegen."

Da es einige wenige Tempel in Griechenland gibt, die nicht in Richtung Sonnenaufgang weisen, glauben viele Archäologen, dass die Ausrichtung der restlichen Tempel gen Osten keine Bedeutung habe. "Das Problem war bislang jedoch, dass noch niemand definiert hat, wie viele gleich ausgerichtete Tempel es braucht, um eine signifikante Anzahl darzustellen."

Auf Sizilien ist den Archäologen um Salt diese Aufgabe nun offenbar gelungen: lediglich ein griechischer Tempel von 41 ist nicht Richtung Osten, sondern nach Westen ausgerichtet.

Die Entdeckung dieser ungewöhnlichen Ausnahme, stößt den Forscher zugleich auf ein weiteres Rätsel: "Das interessante an diesem Tempel ist die Tatsache, dass es sich um einen Tempel der Mondgöttin Hekate (bei Selinunt) handelt. (...) Warum aber zeigen alle anderen Tempel nach Osten und nur dieser eine nach Westen? Was ist also das Besondere an diesem einen Tempel?"

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / le.ac.uk
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