Donnerstag, 31. Dezember 2009

Biologe: "Engel können nicht fliegen"

Archiv: Die "Beweinung Christi" von Giotto in der Cappella degli Scrovegni in Padua zeigt neben Engeln, wie sie anatomisch betrachtet eigentlich nicht fliegen könnten auch einen "Einflügler", der zumindest zum Segelflug fähig wäre (2. Engel v.o.l.) | Copyright: Public Domain

London/ England - Anhand historischer Darstellungen von Engeln hat ein britischer Biologe nun herausgestellt, dass derartige himmlischen Heerscharen gar nicht fliegen können – zumindest aus anatomischer Sicht. Auch Feen nach dem stereotypen Vorbild aus Märchen und Kinderbüchern dürften eigentlich nicht fliegen können.

Professor Roger Wotton ist Biologe am "University College London" (UCL) und hat die dargestellte Physiognomie von Engeln und Feen mit jener flugfähiger Tiere verglichen und dabei herausgefunden, dass die himmlischen Geschöpfe zumindest in der immer wieder dargestellten Art, mit Flügeln hinter den Armen, nicht aus eigener Kraft fliegen könnten. "Selbst wenn sie nur gleiten würden, bräuchten sie hierzu starke Aufwinde und große Geschwindigkeiten, dass sie sehr viel eher davon geweht werden würden, anstatt kontrolliert zu fliegen", zitiert der "Daily Telegraph" den Wissenschaftler.

Lediglich eine Darstellung eines Engels durch den Renaissancemaler Giotto zeige einen Engel als versteiften "Einflügler", wie er zumindest zum Gleitflug fähig gewesen sein könnte (s. Abb.). Wie dieser seinen Flügel jedoch ausgebreitet bzw. versteift gehalten haben soll, sei mehr as fraglich.

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Im Gegensatz zu den Schwingen der Engel, haben sich die Flügel der Vögel aus Vorderarmen entwickelt und im Laufe der Evolution wurde der gesamte Körper von Federn bedeckt und durch ein immer leichteres Skelett aufrechterhalten.

Engel hingegen, so Wotton, haben, mit Ausnahme ihrer Flügel, ansonsten ganz normale Körper von gewöhnlicher Größe und Proportion. Putten weisen durch ihre Körperfülle sogar noch zusätzliches Gewicht auf. Zugleich fehle es ihnen jedoch an der für den Flügelschlag notwendigen Muskulatur.

Auch Feen, so der Forscher im "Opticon"-Magazin des Collgeges, zeigten ähnliche Probleme auf, wenn es darum geht, mit den ihnen zugedachten Flügeln zu fliegen, wenn diese sogar noch anstatt mit Federflügeln mit jenen von Insekten wie Schmetterlingen oder Libellen ausgestattet seien. Beide Insektenarten hätten jedoch im Gegensatz zu den Feen-Darstellungen ein komplexes Brustmuskelsystem, mit dem der Flügelschlag erzeugt werde. "Die anatomische Verzerrung eines menschenähnlichen Brustkorbs zum Zweck des Fluges mit Hilfe von Schmetterlingsflügeln wäre extrem unbequem", so Wotton.

Bei Engeln handele es sich um sehr starke religiöse Symbole, wie sei für sehr viele Menschen eine große Glaubensbedeutung haben. "Diese Kraft wird durch ihre menschenähnliche Gestallt noch unterstützt, durch ihre Flügel werden sie jedoch deutlich über den Menschen erhoben, wenn sie Botschaften aus dem Himmel verkünden und Botschaften wieder in den Himmel tragen. Sie müssen also fliegen können", so Wotton weiter. "Auch Feen sind sehr Populär, kommen aus einer verzauberten Unterwelt und gelten als Mittler zwischen den Welten. Fliegen steht hier oft für eine Abkürzung von Reisezeiten." Eine Untersuchung dieser Dinge zeige uns viel darüber, was wir glauben und wie dieser Glauben mit der Realität übereinstimmt oder nicht.

Den vollständigen Artikel "Angels, Putti, Dragons and Fairies: Believing the Impossible" (im engl. Original) können Sie HIER als PDF herunterladen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk / ucl.ac.uk
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