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Mittwoch, 23. Dezember 2009

Frühmenschen zeigten modernes Verhalten rund 500.000 Jahre früher als bislang bekannt

Archiv: Steinfunde aus Gesher Benot Ya'aqov | Copyright: Hebrew University of Jerusalem

Jerusalem/ Israel - Wissenschaftler der "Hebrew University of Jerusalem" haben Beweise dafür gefunden, dass der frühe Mensch schon vor rund 750.000 Jahren modernen Verhaltensweisen entwickelt hat - etwa eine halbe Million Jahre früher als dies bislang bekannt war.

Die Entdeckung machten die Archäologen an der prähistorischen Grabungsregion Gesher Benot Ya'aqov in der Nähe des Toten Meeres in Nordisrael.

Eine Analyse der Fundorte zeigte, dass deren räumliche Verteilung ein Muster aus Orten aufzeigt, an welchen gezielte Aktivität durchgeführt worden waren. Diese Art der Festlegung und konzeptuellen Belegung des Lebensraumes, wie er auch eine fortgeschrittene soziale Organisation zwischen den Mitgliedern der Gesellschaftsgruppen voraussetzt, so glaubte die Forschung bislang, sei ein einzigartiges Merkmal moderner menschlicher Gesellschaftsformen.

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Erste Hinweise auf ein derartiges Verhalten konnten bislang lediglich bis in Mittelpaläolithikum vor rund 250.000 Jahren nachgewiesen werden. Die Steinwerkzeugfunde in Gesher Benot Ya'aqov werden von den Archäologen jedoch auf ein Alter von 750.000 Jahren datiert.

In der Grabungsschicht konnten die Forscher vornehmlich zwei Aktivitätsorte ausweisen: Einer zeichnet sich durch eindeutige Nachweise einstiger Feuerstein-Bearbeitung und Fischverarbeitung aus - der zugleich früheste Nachweis von Fischkonsum durch prähistorische Menschen überhaupt.

Der zweite Fundort war wahrscheinlich einer größeren Variation und Vielzahl von Aktivitäten gewidmet und zeichnet sich vornehmlich durch eine große, wahrscheinlich gemeinschaftlich genutzte, Feuerstelle aus. Hier fanden die Archäologen zahlreiche verkohlte Holzreste und Hinweise auf die Verwendung großer Steinwerkzeuge wie Faustkeile, Steinklingen, Schaber und Ahlen. Die Anwesenheit von Steinhämmern und Ambossen deutet hier zudem auf die Verarbeitung von Nüssen und Schalentieren hin, wie sie möglicherweise am Feuer auch gemeinschaftlich verzehrt wurden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / huji.ac.il


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