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Sonntag, 6. Dezember 2009

Großer Mond könnte Uranus-Rätsel lösen

Gekippter Ringplanet Uranus | Copyright: NASA/ESA

Paris/ Frankreich - Ungleich jener der anderen Planeten, ist die Rotationsachse des Uranus mit 97,77° statt senkrecht nahezu parallel zur Ebene des Sonnensystems geneigt. Warum dies so ist, ist bislang immer noch ungeklärt und Inhalt zahlreicher Theorien und Debatten. Nun stellen französische Astronomen eine neue Theorie zur Diskussion, nach der ein ehemaliger großer Mond den Planeten aus dem Gleichgewicht gebracht haben könnte.

Eine der bislang am meisten vertretenen Theorien geht davon aus, dass der siebte Planet unseres Sonnensystems einst mit einem etwa erdgroßen Himmelskörper zusammenstieß und seine Achse dabei gekippt wurde. Viele Forscher hegen jedoch Zweifel an dieser Erklärung, weil sie viele Eigenschaften des Uranus nicht erklären kann, beispielsweise die Frage, warum nicht auch die 27 bekannten Monde des Planeten die gleiche merkwürdige Achsenausrichtung aufweisen.

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Das Team um Gwenael Boué und Jacques Laskar vom "Observatoire de Paris" glaubt nun in einem einstigen großen Mond eine neue Erklärung für das Uranus-Rätsel gefunden zu haben. Dieser, so schreiben die Forscher auf "arxiv.org/abs/0912.0181", müsste nur ein Prozent der Masse des Uranus besessen und den Planeten in einer bestimmten Entfernung umkreist haben, um den Planeten zum Schlingern zu bringen und letztlich - nach rund 2 Millionen Jahren - seine Achse in die heutige Position zu kippen.

Der Mond selbst könnte später von den Anziehungskräften eines anderen vorbeiziehenden Planeten eingefangen worden sein. Sein genaues Schicksal sei zwar unbekannt, wahrscheinlich sei er jedoch in einen der benachbarten Gasriesen gestürzt oder treibe sogar immer noch, bislang unentdeckt durchs Sonnensystem.

Andere Forscher halten die Theorie zwar für plausibel, kritisieren jedoch, dass es außer der geneigten Rotationsachse des Uranus bislang keinerlei weitere Hinweise, geschweige den Beweise für die Existenz eines einstigen weiteren Mondes gäbe.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / newscientist.com


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