Dienstag, 29. Dezember 2009

Mammuts überlebten länger als bislang angenommen

Archiv: Mammut | Copyright: Public Domain

New York/ USA - Wollhaarmammuts und Urpferde haben in den nordamerikanischen Steppen mehrere Tausend Jahre länger überlebt als bislang angenommen. Dies haben Forscher des "American Museum of Natural History" anhand von DNA-Analysen herausgefunden, welche sie aus Permafrostböden in Alaska extrahieren konnten.

Die bei den Untersuchungen gewonnen DNA-Proben der Urzeittiere konnten die Forscher um Ross MacPhee auf ein Alter von 7.600 und 10.500 Jahre datieren. Bislang ging die wissenschaftliche Lehrmeinung davon aus, dass die populären Vertreter der sogenannten Megafauna in Nordamerika schon vor rund 12.000 Jahren ausstarben.

Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht und bringen damit erneut Bewegung in die Diskussion um das immer noch rätselhafte Aussterben der Megafauna an.

Am Ende des sogenannten Pleistozäns, einer geologischen Epoche, die vor rund 2,5 Millionen Jahren begann und vor rund 12.000 Jahren mit dem Ende der letzten Eiszeit endete, kam es zu einer massiven Veränderung in der Tierwelt: Vertreter der Megafauna wie das Riesenfaultier, die Säbelzahntiger, der gewaltige Hirschelch und die Mammuts verschwanden nahezu plötzlich. Danach gibt es keine fossilen oder lebende Funde mehr, wie sie ein Überleben der Urzeitwesen belegen könnten. Die bislang jüngsten Funde von Mammuts und den urzeitlichen Wildpferden datiert das Überleben dieser Tiere auf zwischen 13.000 und 15.000 Jahre.

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Experten streiten jedoch schon seit langem über die Frage, ob der angenommene Zeitpunkt des Aussterbens einer Tierart anhand von DNA-Analysen der seltenen, zudem oft stark zersetzten aus Knochenfunden bestimmt werden kann. Die Forscher um MacPhee und ihre Kollegen Eske Willerslev von der Universität von Kopenhagen haben aus diesem Grund einen gänzlich neuen Weg in dieser Frage eingeschlagen und suchten die DNA-Proben nicht in Knochenfossilien sondern direkt in den Sedimentschichten der nördlichen Permafrostböden, in welchen nachgewiesenermaßen eine Vielzahl kleiner Fragmente pflanzlicher und tierischer Überreste erstaunlich gut konserviert wurden.

"Man könnte grundsätzlich eine Prise Boden entnehmen und findet in dieser unter glücklichen Umständen erstaunlich viele forensische Beweise dafür, welche Arten in der untersuchten Landschaft zur fraglichen Zeit lebten", so Willerslev. "Das Verwenden urzeitlicher DNA eröffnet die Möglichkeit, vergangenes Leben der letzten 400.000 Jahre zu beproben, ohne auf Skelett- oder andere makrofossile Beweise von ausgestorbenen Tierarten angewiesen zu sein."

Anhand der Bohrkernproben aus der Region um Steven Village am Yukon in Alaska offenbarte sich den Forscher ein erstaunlich deutliches Bild der dortigen Tierwelt vor rund 11.000 Jahren, stießen die Forscher doch auf DNA von Polarhasen, Bisons und Elchen, von welchen sich jedoch auch Exemplare jüngeren Datums nachweisen lassen und bis heute noch existieren.

In dem Bohrkern mit Sediment von vor 10.500 und 7.600 Jahren fanden die Forscher dann jedoch DNA-Reste von Mammuts und Urzeitpferden. Durch Abgleiche mit auf bisherigen Funden basierenden statistischen Modellen gehen die Forscher davon aus, dass vor rund 8.000 Jahren die Population der Urzeitwesen auf nur noch wenige hundert Exemplare gesunken war und glauben, dass es sich bei den extrahierten DNA-Resten sogar um die Überbleibsel der letzten nordamerikanischen Mammuts und Urzeitpferde handeln könnte. Allerdings könnte es noch eine Handvoll ähnlicher Orte in Alaska gegeben haben, an denen weitere kleine Restpopulationen überdauert hatten.

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