Mittwoch, 1. April 2009

Poltergeist-Spuk im Haus von Londoner Rabbi

Archiv: Hanna Rovina als die besessene Braut Leale in dem Theaterstück "Der Dibbuk", 1920 | Copyright: Public Domain

London/ England - Normalerweise dient das Rabbinical Centre of Europe (RCE) als Anlaufstelle für Fragen bezüglich der Auslegung der Tora und im speziellen für deren rechtlichen Teil der Überlieferungen für Rabbis aus ganz Europa. Die Anfrage eines Londoner Rabbis stellte jedoch selbst die Schriftgelehrten der Kongregation vor die schwere Aufgabe, wie mit einem angeblichen Geist im Haus eines Londoner Rabbiners umzugehen sei.

Laut einem Bericht des jüdischen Nachrichtenportals "ynetnews.com" hatte sich Rabbi Levy Yitzhak Raskin im Namen eines Kollegen an den Rat gewandt, da dieser aufgrund seines ungewöhnlichen Anliegens nicht erkannt werden wollte.

Demnach will der betroffene Geistliche der erst kürzlich eine Gemeinde übernommen hatte, in den vergangenen Monaten vermehrt eine "fremde Anwesenheit" in seinem neuen zuhause verspürt haben, so Raskin in seinem Schreiben. Neben zahlreichen klassischen Spukerscheinungen würden geschlossene Fenster von selbst aufspringen und immer wieder sei ein fortwährendes Klopfen in dem Haus zu hören, dessen Ursprung nicht gefunden werden könne.

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Laut Raskin habe der Gemeinderat schon seit längerem Kenntnis von dem Geist im Haus des Rabbiners. Hier vermutet man, dass es sich um den Geist des ersten Rabbis der Synagoge handele, der vor rund 40 Jahren verstorben ist, hier seither nach der Tikkun (deutsch: Erlösung) suche und um nach seiner Gemeinde zu sehen.

Nach eingehender Beratung auf höchster Ebene kam der RCE zu dem Rat, es mit zwei für den ruhelosen Rabbi zu sprechende Erlösungsgebeten zu versuchen: Einem für das heimgesuchte Gebäude und einem für die Seele des Synagogenvaters.

Sollten diese Gebete keine Wirkung zeigen und Ruhe bringen, so der RCE-Vorsitzende Rabbi Batzri, wäre dies ein Zeichen dafür, dass es sich nicht um den Geist des Rabbis handele und der Fall erneut zu diskutieren und zu untersuchen sei.

Hintergrund:
Wie in zahlreichen anderen Religionen, so kennt auch die Mythologie des jüdischen Glaubens die Vorstellung von ruhelosen Seelen und Geistern. Der vielleicht bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist der so genannte Dibbuk (deutsch: Umklammerer; Anhafter) des jüdischen Volksglaubens. Hierbei handelt es sich meist um die Seele eines zu Lebzeiten bösartigen oder verbohrten Menschen, die sich aufgrund ihrer Verfehlungen nicht von der irdischen Existenz trennen kann und nach dem Tod einen lebenden Körper sucht, um von diesen Besitz zu ergreifen. Damit entspricht die Heimsuchung durch einen Dibbuk Varianten der christlichen Besessenheit.

Bücher zum Thema:

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Tatsächlich hat der Glauben an die Dibbukim in der jüdischen Volksmythologie keine metaphorische, sondern eine ganz konkrete Bedeutung. Sie zählen zu den Dämonen und Geistern, denen in der katholischen Kirche durch Exorzismus begegnet wird. In einer weiteren Variation der Dibbuk-Mythologie, die seit dem 17. Jahrhundert in der kabbalistischen Literatur belegt ist, wird angenommen, dass eine Seele, die zu Lebzeiten ihre Funktion nicht erfüllen konnte, eine weitere Möglichkeit dazu in Form eines Dibbuk erhält.

Die Austreibung eines Dibbuk findet durch einen Zaddik (hebräisch für "Gerechten"), sowie zehn weiteren in Totenhemden gekleidete Mitgliedern der Gemeinschaft (Minjan), statt. Während der Prozedur wird Räucherwerk verbrannt, Gebete gesungen und auf dem rituellen Schofar geblasen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ynetnews.com / wikipedia.de

Küken beherrschen einfache Arithmetik

Küken im Rechenexperiment | Copyright: Lucia Regolin/Univ. Padua

Padua/ Italien - Italienische Wissenschaftler verblüffen mit den Ergebnissen ihrer Experimente mit Hühnerküken. Sollten die Forscher recht haben, so wären die kleinen gelben Plüschknäule selbst jungen Affen und Menschen überlegen, wenn es um einfache Rechenaufgaben geht.

Von verschiedenen Tierarten ist bekannt, dass sie den Unterschied zwischen "kleiner" und "größer" erkennen können. Doch Jungtieren gelingt diese Erkenntnisleistung in den meisten Fällen nur dann, wenn sie die beiden Gruppen in einem direkten Vergleich betrachten können.

Die kleinen Hühnchen jedoch scheinen schon nach wenigen Tagen zu abstrakterem Denken in der Lage und unterscheiden selbst dann größere Mengen von kleineren, wenn die Auswahlgruppen nach kurzer Zeit verdeckt werden. Mehr noch: Das Team um Rosa Rugani und Lucia Regolin von den Universitäten Trient und Padua konnte in seinen Experimenten sogar belegen, dass die Küken sogar mitrechnen, wenn die Mengen der Gruppen vor ihren Augen verändert wurden. Die Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

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Bei jungen Affen und mehreren Monate alten Kleinkindern ist die Fähigkeit einen Zahlenraum zu erkennen und zu überblicken auf eins bis drei beschränkt. Bei drei bis vier Tage alten Küken erstreckt sich dieser Wahrnehmungsraum statt dessen bis auf sage und schreibe fünf.

Vor den eigentlichen Experimenten platzierten die Wissenschaftler für einige Stunden fünf kleine gelbe Plastikeier bei den Küken, um sie an diese künstlichen Artgenossen zu gewöhnen. Nach dieser Eingewöhnungsphase entfernten sie die Eier aus dem Käfig und ließen diese - an Fäden hängend - vor den Augen der Hühnchen langsam hinter zwei Abschirmwänden verschwinden (s. Abb.). Einzeln Freigelassen liefen die Küken spontan zu jener Abschirmung, hinter der mehr Plastik-Küken verschwunden waren.

In einem nächsten Schritt wurden die Küken nun mit einer einfache Rechenaufgabe konfrontiert, indem zunächst vier Eierbälle hinter der linken und ein Ball hinter der rechten Abschirmung verschwanden, gefolgt von zwei Bällen, die von links nach rechts wanderten. Auf der linken Seite befanden sich nun also nur noch zwei Bälle, während auf der rechten Seite drei abgeschirmt waren. Mathematisch entsprach der von den Küken beobachtete Vorgang also zum einen der Subtraktion "4 - 2 = 2" auf der Linken Seite und der Addition "1 + 2 = 3" auf der rechten Seite. Tatsächlich liefen die Küken nun hinter die rechte Abschirmungswand und belegten somit, dass sie offenbar mitgezählt hatten, so die Schlussfolgerung der Forscher. Auch weitere Kontrollaufgaben ähnlichen Aufbaus wurden von den Küken erfolgreich gemeistert.

In einem weiteren Test überprüften die Wissenschaftler zudem, ob sich die Tiere auch dann für de größere Zahl an Objekte entschieden, wenn diese Objekte unterschiedlich groß waren. Vor die Wahl zwischen zwei Würfeln zur Linken und drei kleineren Würfeln zur Rechten gestellt, entschieden sich die Küken für die rechte Seite, also für den Ort, an dem sie die meisten Objekte unabhängig von deren Größe wähnten.

Für die Forscher ist damit erstmals beweisen, "dass die Fähigkeit zu abstraktem Rechnen unabhängig von Kultur, Sprache oder Ausbildung existieren könne", so Rugani gegenüber dem "Spiegel".

Bei den Versuchen hatten sich die Forscher die Tatsache zunutze gemacht, dass das Überleben von Küken davon abhängt, nicht von der Gruppe getrennt zu werden. Da andere Küken in der Natur bzw. Freilandhaltung schnell einmal hinter Hindernissen wie Steinen, Büschen und Wänden verschwinden können, sei es für die Tiere nützlich, wenn sich sogar Überlebensnotwendig auch ohne Sichtkontakt zu wissen, hinter welchem Hindernis bzw. wo sich die größere Gruppe von Artgenossen befindet. Hierin sehen die Forscher denn auch die Erklärung für die erstaunliche kognitive Rechenleistung der flauschigen Genies.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rspb.royalsocietypublishing.org / unipd.it / portale.unitn.it / spiegel.de

Nofretete-Büste birgt ein zweites Gesicht

Die Nofrete-Büste im Alten Museum zu Berlin | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Berlin/ Deutschland - Mittels einer Computertomografie der weltberühmten Büste der Gemahlin von Pharao Echnaton, haben Forscher ein zweites Antlitz der Nofretete unterhalb der äußeren Gipsschicht entdeckt, das als Grundlage für die Modellierung der äußeren Gesichtszüge diente.

Das Team um Alexander Huppertz vom Imaging Science Institute der Berliner Charité hatte die Büste eigentlich durchleuchtet, um mehr über die Techniken der altägyptischen Bildhauerkunst zu erfahren. Hierbei zeigte sich, dass das unter der Oberfläche verborgene Gesicht der Nofretete ("die Schöne ist gekommen"), in den Kalksteinkern gemeißelt wurde und sozusagen als Grundform für die weitere Ausarbeitung des Kunstwerks diente, das abschließend mit Gips überzogen und mitsamt der markanten Krone ausmodelliert wurde. Die Ergebnisse der Analyse hat das Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Radiology" veröffentlicht.

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Titelblatt der aktuellen Ausgabe von "Radiology" (Volume 251, Issue 1, April 2009) | Copyright: radiology.rsnajnls.org

Im Gegensatz zu dem allseits bekannten, einäugigen Antlitz der Nofrete-Büste, zeigt die Grundversion das Gesicht der Pharaonengatting nicht ganz so vorteilhaft wie die ausgearbeitete Oberflächenversion. Obwohl ebenfalls symmetrisch und filigran ausgearbeitet, liegen die Augenwinkel tiefer, Mund und Wangen zeigen Falten, die Wangenknochen sind weniger prominent und der Nasenrücken weist eine leichte Unebenheit auf.

Die Ergebnisse der Durchleuchtung sollen nun dabei helfen, zukünftige Schäden an der 3300 Jahre alten Büste verhindern und beheben zu können.

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