Donnerstag, 1. Oktober 2009

Kosmische Strahlung erreicht Rekordwerte

Die Messung schwerer Atomkerne mit der NASA-Sonde ACE zeigt den Anstieg der Werte um mehr als 19 Prozent über das bisherige Rekordniveau | Copyright: NASA

Washington/ USA - Während die Sonnenaktivität schon seit 2007 ungewöhnlich niedrig ist, hat die Kosmische Strahlung derzeit einen Rekordwert erreicht. Die Intensität der Strahlung liegt laut NASA aktuell bei über 19 Prozent über den bislang gemessenen Höchstwerten.

Der Grund für die Zunahme liegt im derzeitigen Minimum der Sonnenaktivität, wie es 2007 begann und sich bis heute fortsetzt: "Wir beobachten derzeit das niedrigste solare Minimum seit fast einhundert Jahren, es ist also keine Überraschung, dass die Werte der Kosmischen Strahlung einen Höchstwert erreicht haben", kommentiert Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center die Situation.

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Der Grund hierfür liegt in dem Umstand begründet, dass die Sonne mit ihrer sogenannten Heliosphäre, einer magnetischen Blase, die für gewöhnlich das Sonnensystem umgibt und vom Sonnenwind regelrecht aufgeblasen wird, normalerweise die Kosmische Strahlung abhält. In Zeiten niedriger Sonnenaktivität wird diese Blase jedoch geschwächt (...wir berichteten) und ist anfällig für das eindringen Kosmischer Strahlung selbst in das innere Sonnensystem.

Künstlerische Darstellung der Heliosphäre | Copyright: NASA

Die Kosmischen Strahlen kommen aus den Weiten des Alls jenseits unseres Sonnensystems. Es handelt sich um subatomare Teilchen - hauptsächlich Protonen - aber auch um schwere Atomkerne, die von entfernten Supernonvae (Sternenexplosionen) auf annähernde Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wurden.

Treffen die Strahlen auf die Erdatmosphäre können sie sogenannte Teilchenschauer, einen Regen aus Protonen, von welchen jedoch nur ein geringer Teil die Oberfläche erreicht. Gefahr besteht vor allem jenseits der irdischen Schutzschicht für Astronauten, Raumschiffe, Sonden und Satelliten.

Die Erde selbst, so die NASA-Wissenschaftler, sei jedoch durch die angestiegene Kosmische Strahlung nicht gefährdet, da ihre eigene Atmosphäre und das Magnetfeld die Strahlung abhalten. Tatsächlich sei unser Planet in der Vergangenheit weitaus höheren Mengen an Kosmischer Strahlung ausgesetzt gewesen, die bis zu 300 Prozent über den jetzigen Höchstwerten lagen. Ablesen können die Wissenschaftler diese vergangenen Ereignisse anhand des durch die Kosmische Strahlung in der Atmosphäre erzeugten Beryllium-Isotops 10Be, das sich im Eis an den Polkappen erhalten hat. Mit Bohrkernanalysen können die Forscher so Jahrtausende in die Vergangenheit zurückschauen.

"Im Raumfahrtzeitalter haben wir bislang nur relativ niedrige Aktivität Kosmischer Strahlung erlebt", erläutert Richard Mewaldt vom California Institute of Technology. "Wahrscheinlich sinken die Werte nun wieder auf den Durchschnitt der vergangenen Jahrhunderte."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Vorwurf der Hexerei: Bush verweigerte Potter-Autorin J. K. Rowling höchste Auszeichnung

Der 43. US-Präsident George W. Bush und Vize Dick Cheney | Copyright: UsfedGov, Public Domain

London/ England - In seinen gerade in den USA erschienenen Memoiren berichtet der einstige Redenschreiber des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush von einem bizarren Vorfall während dessen Amtsperiode. Der Bestsellerautorin Joanne K. Rowling Anstiftung zur Hexerei unterstellend, verhinderte der Präsident deren Auszeichnung mit der "Presidential Medal of Freedom".

Die Geschichten um den Zauberlehrling Harry Potter hatten bereits zuvor gerade in christlich konservativen, bibeltreuen und orthodoxen Kreisen immer wieder für Unmut und Kritik gesorgt, sollen sie doch angeblich gerade junge Leser zu Hexerei und Okkultismus verführen. Obwohl selbst eine Studie des katholischen Saint James College diese Befürchtungen widerlegt hatte (...wir berichteten), kam es in der Folge der Kritik sogar dazu, dass Rowlings Bücher aus einigen US-Schulbibliotheken verbannt und das Lesen der Bücher an den Schulen verboten wurde.

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Wie weit derartige Paranoia gehen kann, zeigt nun erneut die bizarre Posse aus dem weißen Haus, an welche sich Matt Latimer in seinem Buch "Speechless – Tales of a White House Survivor" erinnert: Der Wiedergeborene Christ Bush habe die 44-jährige Autorin der Anstiftung zur Hexerei verdächtigt und ihr aus diesem Grund die geplante Auszeichnung mit dem höchsten zivilen Orden der USA, der "Presidential Medal of Freedom", wie sie auch Ausländern verliehen werden kann, verweigert, berichtet der US-Blog "thinkprogress.org" und zitiert aus dem Buch.

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Interessanterweise sind es jedoch nicht nur religiöse, sondern auch rationalistische Eiferer, die in Romanen wie jenen um Zauberlehrling Harry Potter jugendgefährdendes Potential sehen. Auch die umstrittene Leitfigur orthodoxer Atheisten, der Erfolgsautor Professor Richard Dawkins (Der Gotteswahn), hatte im vergangenen Herbst erklärt, besagte Bücher würden Jugendliche zu antiwissenschaftlichem Denken verführen - eine Gefahr, der Dawkins ein eignes Buch entgegensetzten will: Dieses soll den Jugendlichen beibringen, wie man über die Welt denken soll: "Wissenschaft als Kontrast zu mythischem Gedankengut". Laut Dawkins gehe es darum, den Kindern eigenes Denken beizubringen und immer Aussagen und Beweise selbst zu überprüfen. (...wir berichteten).

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Studie: Potter verführt Jugend nicht zu Okkultismus

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Kontroverse um Okkultes und Magie in Kinderbüchern

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Quellen. grenzwissenschaft-aktuell.de / thinkprogress.org

Zum Thema:

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Hyänen lösen Probleme gemeinsam besser als Primaten

Hyänen im Versuch | Copyright: Duke University

Durham/ USA - Hyänen sind zwar nicht intelligenter als Primaten, dennoch bewältigen sie Problemstellungen, die eine gemeinschaftliche Vorgehensweise erfordern, schneller als Schimpansen.

Vor die Aufgabe gestellt, an zwei Seilen gleichzeitig ziehen zu müssen, um an eine Futterbelohnung zu gelangen, löste ein in Gefangenschaft aufgewachsenes Hyänenpaar diese in merklich kurzer Zeit und ohne die dafür notwendigen Bewegungen zuvor eingeübt zu haben. Später zeigten sie diesen Trick sogar unerfahrenen Partnertieren.

Vor die gleiche Aufgabe gestellt, benötigen Schimpansen und andere Primaten in den meisten Fällen ein intensives Vorabtraining, um die Kooperation und Koordination untereinander zu erlernen und erfolgreich anzuwenden.

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Aus ihren Tests schließt die Evolutionsanthropologin Christine Drea von der Duke University, das die Kooperation zwischen zwei Individuen schwerer ist als bislang angenommen. Die auch in freier Wildbahn in Rudeln jagenden Hyänen seien jedoch ein exzellentes Beispiel für die Entstehung kooperativer Problemlösungsstrategien und der Evolution sozialer Intelligenz.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / duke.edu

Studie: Schläge senken den IQ von Kindern

Grafik: Züchtigungsrecht in Europa, Stand Juli 2007. Legende: rot = Züchtigungsrecht für Eltern und Lehrer; blau = Züchtigungsrecht für Eltern; grün = kein Züchtigungsrecht. | Copyright/Quelle: Esurnir / GNU FDL, wikipedia.de

San Diego/ USA - "Ein Klaps hat noch niemandem geschadet", mit diesem und ähnlichen Sprüchen haben Generationen von Eltern Prügel gegenüber ihren Kindern rechtfertigt - und tun es viel zu oft auch heute noch. Eine aktuelle Studie belegt nun, wie falsch diese Aussage auch aus Sicht der mentalen Entwicklung der Kinder ist.

Menschen, die als Kind geschlagen wurden haben durchschnittlich einen niedrigeren IQ, so die Kernaussage einer Studie unter Professor Murray Straus von der University of New Hampshire, die auf einer internationalen Konferenz über Gewalt, Misshandlung und Traumata in San Diego vorgestellt wurde.

Anhand der Studie an 806 Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren und 704 Kindern von 5 bis 9, zeigte sich, dass Schläge in der Kindheit den IQ zwischen 2,8 und 5 Punkten verringern können. Wie stark sich die Prügel auf diese Reduzierung auswirkt, hängt erwartungsgemäß von der Häufigkeit der Schläge ab: "Je mehr Schläge ein Kind erfährt, desto langsamer verläuft seine mentale Entwicklung", so Straus. "Doch selbst kleine Mengen von Schlägen machten schon einen deutlichen Unterschied."

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Hinzu untersuchten die Wissenschaftler die öffentliche und allgemeine Einstellung gegenüber der Prügelstrafe als Erziehungsmaßnahme von Kindern in 32 Ländern, indem sie 17.404 Studenten an Universitäten dieser Länder befragten. Auch hier zeigte sich, dass der durchschnittliche IQ in Ländern, in welchen die erzieherische Prügelstrafe noch immer akzeptiert und weitläufig angewandt wird, niedriger liegt.

Die stärkste Verbindung zwischen körperlicher Züchtigung und dem Intelligenzquotienten fanden die Forscher jedoch bei jenen Studenten, deren Eltern diese auch noch als Teenager geschlagen hatten.

Straus glaubt, dass die zumindest subtil stetig drohende Prügelstrafe bei den Kindern chronischen Stress verursacht, der post-traumatische Stress-Symptome bei den Betroffenen hervorruft und so die mentale Entwicklung behindert.

Wie die "latimes.com" berichtet, hatte schon eine frühere Studie gezeigt, dass viele Kinder gerade in ärmeren Familien schon im Säuglings- und Kleinkindalter geschlagen werden und sich dies schon bei Dreijährigen in einer Verzögerung der sozial-emotionalen Entwicklung auswirkt.

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Angesichts der Ergebnisse fordern Straus und Kollegen gegen die Akzeptanz der Prügelstrafe von Kindern vorzugehen, wenn nötig sogar durch strengere Gesetzte.

In Deutschland wurde im Jahr 2000 das "Züchtigungsrecht" der Eltern gegenüber ihren Kindern durch eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ausdrücklich abgeschafft. Nach der Verschärfung des Paragrafen 1631 BGB haben Kinder damit ein ausdrückliches „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ und "Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“ (Quelle: wikipedia.de).

Weitere Informationen zur Studie finden Sie HIER

Quellen. grenzwissenschaft-aktuell.de / unh.edu / latimes.com / wikipedia.de
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