Dienstag, 1. Dezember 2009

Science-Art-Projekt sendet zweite Arecibo-Botschaft ins All

Die Parabolantenne des Radioteleskops von Arecibo | Copyright: NASA

Arecibo/ Puerto Rico - Kaum wahrgenommen von der Weltöffentlichkeit hat ein Team aus Künstlern und Wissenschaftlern zu 35. Jubiläum der sogenannten "Arecibo-Botschaft", einer via Radiosignale 1974 ins All gesendeten Botschaft der Menschheit, mit dem gigantischen Radioteleskop von Arecibo eine zweite Botschaft ins All gefunkt.

Das Projekt des Wissenschafts-Künstlers Joe Davies (centauri-dreams.org) basiert auf der Idee, eine Gensequenz als Zeichen intelligenten Lebens ins all zu senden. Schon 1986 hatte Davies mit dem Millstone Radar am MIT ein Signal in Richtung Epsilon Eridani, Tau Ceti und zwei weiterer Sterne gesendet.

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Anfang November traf sich die Projektgruppe in Arecibo, um von hier aus das Genom des sogenannten RuBisCo-Enzyms ins All zu senden. Dieses Enzym ist dafür verantwortlich, dass alle irdischen photosynthetisch aktiven Bakterien und Pflanzen Kohlendioxid aufnehmen können, weshalb es vermutlich das mengenmäßig am häufigsten auf der Erde vorkommende wasserlösliche Protein ist. "Die Auswahl dieses Moleküls vermittelt die zentrale Bedeutung unserer Sonne für den Erhalt von Leben (auf unserem Planeten) und unterstreicht zudem unser Verständnis über die Rolle von CO2 für unsere bio-geochemischen Systeme. Diese Botschaft ist zeitgemäß und zugleich zeitlos und gilt sowohl für das Universum als auch hier auf der Erde", kommentiert der an dem Projekt teilnehmende Dr. Peter Weigele von den "New England Biolabs".

Die Gensequenz des RuBisCo-Enzyms
ATGTCACCACAAACAGAGACTAAAGCAAGTGTTGGATTCAAAGCTGGT
GTTAAAGAGTACAAATTGACTTATTATACTCCTGAGTACCAAACCAAG
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TCTGGTGGAGATCATATTCACTCTGGTACCGTAGTAGGTAAACTTGAA
GGTGAAAGAGACATAACTTTGGGCTTTGTTGATTTACTGCGTGATGAT
TTTGTTGAACAAGATCGAAGTCGCGGTATTTATTTCACTCAAGATTGG
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TGGCATATGCCTGCTCTGACCGAGATCTTTGGGGATGATTCCGTACTA
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GCCGTAGCTAATCGAGTAGCTCTAGAAGCATGTGTAAAAGCTCGTAAT
GAAGGACGTGATCTTGCTCAGGAAGGTAATGAAATTATTCGCGAGGCT
TGCAAATGGAGCCCGGAACTAGCTGCTGCTTGTGAAGTATGGAAAGAG
ATCGTATTTAATTTTGCAGCAGTGGACGTTTTGGATAAGTAA

Diese Sequenz wurde dann in der Nacht vom 7. auf den 8. November 2009 in ein analoges Tonsignal umgewandelt, an die Arecibo-Antenne übertragen und schlussendlich von 23:30 bis 00:45 Uhr in Richtung der Sterne "GJ 83.1" im Sternbild Widder, "SO 025300.5+165258", ebenfalls Richtung Widder und Kappa Ceti (G5B) im Sternbild Walfisch gefunkt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / centauri-dreams.org

Menschenrechtler kritisieren zunehmende Hexenjagd in Saudi-Arabien

Die saudische Hauptstadt Riad | Copyright: Public Domain

Riad/ Saudi-Arabien - In dem absolutistischen Königreich Saudi-Arabien steigt die Zahl der wegen angeblicher Hexerei Angeklagten zunehmend. Menschenrechtsorganisationen zeigen sich besorgt, da die Strafen für die Verurteilten von schwerer Prügelstrafe bis hin zu Todesurteilen reichen.

Aktuellstes Opfer der radikalen religiösen Gesetzte ist das aus Rundfunk und TV bekannte Medium Alo Sibat, der am 9. November wegen dem Ausüben von Hexerei vom Kassationsgericht in Mekka zum Tode verurteilt wurde. Dabei hatte Sibat nichts anderes getan, als Zuschauern in einer libanesischen Fernsehsendung medialen Rat zu geben und Zukunftsvorhersagen gemacht. Als Reaktion wurde Sibat kurze Zeit später während einer Pilgerreise von der saudischen Religionspolizei in einem Hotel in Medina verhaftet. Neben Sibat wurden alleine im vergangenen Monat zwei weitere Personen arrestiert.

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW, hrw.org) hat indes die saudische Regierung dazu aufgerufen, ihre Hexenjagd einzustellen, da die Anschuldigungen absolut vage und willkürlich seien. "Die Anschuldigungen wegen Hexerei werden verwendet, um jegliche Art von Verhalten unter Androhung grausamer Strafen bis hin zur staatlich sanktionierten Hinrichtung zu unterbinden", so Leah Whitson, Direktorin der Abteilung von "Human Rights Watch" im Mittleren Osten.

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Auf Anfragen der Menschenrechtsorganisation bestätigte das saudische Justizministerium schon im März 2008, dass es keine juristische Definition für den Tatbestand der Hexerei gäbe. Zugleich gestand man ein, dass man die Beweiskraft angeblicher Beweise nicht erklären könne, wie sie in den Verhandlungen vorgebracht und verwendet würden.

Wie willkürlich das Vorgehen der saudischen Religionspolizei und der Gerichte sein kann, zeigt die HRW auch am Beispiel der Verurteilung von Muhammad Burhan aus Eritrea, der am 8. Oktober 2006 wegen "Scharlatanerie" verurteilt wurde. Der Grund für seine Verhaftung und Verurteilung war ein Notizbuch, welches er in der eritreischen Stammessprache Tigrinya geführt hatte. Dieses Notizbuch wurde von den Anklägern als "Talisman" bezeichnet, dies vom Gericht als Beweis gegen Burhan akzeptiert und Burhan zu 20 Monaten Gefängnis und 300 Schlägen verurteilt.

Die vollständige Pressemitteilung der HRW finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / hrw.org

Forscher lüften Rätsel um asymmetrische Verteilung der Seen auf Titan

Der globale Transport flüchtiger Kohlenwasserstoffe verläuft auf Titan von Süden nach Norden – Ein Prozess, der sich aber langfristig auch wieder umkehren kann. | Copyright: NASA/JPL/Caltech/Univ. of Arizona/Cassini Imaging Team

Pasadena/ USA - Lange Zeit rätselten Wissenschaftler über die ungleichmäßige Verteilung der Seen aus flüssigem Methan und Ethan auf den beiden Hemisphären des Saturnmondes Titan, finden sich die meisten dieser Seen doch auf der Nordhalbkugel des Mondes. US-Forscher glauben nun die Erklärung für die Asymmetrie in der Exzentrizität der Saturnumlaufbahn gefunden zu haben. Ähnliche Prozesse sind wahrscheinlich auch auf der Erde für Eiszeiten-Zyklen verantwortlich.

Wie die Forscher um Professor Oded Aharonson vom "California Institute of Technology" (Caltech) in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature Geoscience" darlegen, zeigte eine Auswertung der Radar-Aufnahmen der Cassini-Sonde, dass es auf der Titan-Nordhalbkugel fast 20 Mal mehr Seen aus aufgrund niedriger Temperaturen verflüssigter Kohlenwasserstoffe gibt als im Südpolargebiet des Saturnmondes. Viele von ihnen erscheinen darüber hinaus nur halb gefüllt oder gänzlich leer.

Zunächst vermuteten Wissenschaftler, dass diese Asymmetrie fundamentale Unterschiede der beiden Hemisphären offenbaren würden, beispielsweise Unterschiede in der Topographie, welche dazu führen könnten, dass die flüssigen Niederschläge auf einer der Hemisphäre eher einsickerten oder abflossen als auf der anderen. Eingehende Untersuchungen der Daten konnten jedoch keine solcher Unterschiede bestätigen.

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Auch jahreszeitliche Mechanismen, die sich auf Titan alle 15 Erdenjahre abwechseln und auch hier auf den beiden Halbkugeln entgegensetzt verlaufen, bergen Probleme, wenn sie als Erklärung für die asymmetrische Verteilung der Seen herangezogen werden. Zwar könnten die häufigeren Niederschläge im Winter die unterschiedliche Häufigkeit der Seen erklären, 15 Jahre würden jedoch nicht ausreichen, um die mehrere hundert Meter tiefen nördlichen Seen zu füllen bzw. wieder austrocknen zu lassen. Zusätzlich könnte dieses Modell nicht erklären, warum es im Norden auch fast drei Mal so viel leere Seen gibt wie auf der Südhalbkugel.

Das Team um Aharonson hat sich nun stattdessen auf die Exzentrizität der Umlaufbahn des Saturns konzentriert, wie sie gleichzeitig natürlich auch dessen Monde betrifft. Ähnlich wie auch die Erde und andere Planeten unseres Sonnensystems, so umkreist auch Saturn die Sonne nicht auf einer kreisrunden sondern entlang einer elliptischen Umlaufbahn. Deswegen sind der Saturn und seine Trabanten während des Sommers auf der Südhalbkugel des Mondes um 12 Prozent näher an der Sonne als während des Nordsommers. In der Folge sind die nördlichen Sommer lang und eher mild, während der Süden heiße und kürzere Sommer erlebt.

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"Unser Modell schlägt vor, dass aufgrund dieser orbitalen Ausrichtung die Differenz zwischen Niederschlag und Verdunstung während der entsprechenden Jahreszeiten auf der Nord- und Südhalbkugel nicht gleich sind"
, erläutert Aharonson. "Daraus ergibt sich ein Netto-Transport von Methan von Süd nach Nord und dieses Ungleichgewicht führt dann zu einer Akkumulation des Methans - und damit zur Bildung von mehr Seen auf der nördlichen Hemisphäre.“


Diese Situation sei jedoch nur aktuell stimmig und könnte sich in einigen zehntausend Jahren wieder ändern. Auch hierfür liegt der Grund in der Umlaufbahn des Saturns, die sich im Laufe der Zeit immer wieder ändert. Auf der Erde, werden solche Prozesse als Milankowich-Zyklen bezeichnet. Es handelt sich um Variationen, die mit Veränderungen der Sonnenstrahlung verbunden sind, wie sie die globale Verteilung des Wassers in Form von Gletschern beeinflusst und auch als Auslöser der Zyklen von Eiszeiten gelten. "Auf Titan gibt es langfristige Klimazyklen im globalen Transport von Methan. Diese bilden Seen und graben Seebecken. In beiden Fällen finden wir Hinweise auf diese Prozesse eingebettet in die geologischen Strukturen", so Aharonson.

"Vielleicht haben wir hier ein Beispiel von Langzeit-Klimawandel, der analog zu den Milankowich-Klimazyklen der Erde sind, nun jedoch auf einem fremden anderen Himmelskörper des Sonnensystems"

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / caltech.edu
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