Donnerstag, 28. Januar 2010

Neue Theorie erklärt Stonehenge zum Wissenszentrum

Der Steinkreis von Stonehenge | Copyright: franklaumen.de

Melbourne/ Australien - Die Doktorandin Lynne Kelly von der australischen "La Trobe University" hat einen neuen Interpretationsansatz für den Steinkreis von Stonehenge im südenglischen Wiltshire vorgelegt. Demnach soll es sich bei der Anlage um ein jungsteinzeitliches rituelles Zentrum des Wissensaustauschs gehandelt haben.

Kelly selbst hat sich auf das Studien von Technologien jener Kulturen spezialisiert, deren Wissensweitergabe und -erwerb lediglich oraler, also sozusagen von Mund zu Mund stattfand bzw. stattfindet.

Die auffallend unterschiedlichen archäologischen Funde in und rund um Stonehenge stimmen laut Kelly mit den Bedürfnissen einer Gesellschaft überein, die sich im Wandel vom Nomadentum hin zu ortsgebundenen landwirtschaftlichen Sesshaftigkeit befand.

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"Statt zwischen den heiligen Orten hin und her zu reisen, um dort die jeweiligen zyklischen Rituale abzuhalten, in welchen rituelles Wissen der eigenen Kultur weitergegeben wurde, gingen die jungsteinzeitlichen Briten dazu über, diese Landschaft anhand der Monumente, die sie über 1500 Jahre errichteten, nachzubauen", so Kelly.

Wie andere Kulturen an diesem Wendepunkt, hatten auch die damaligen Bewohner der britischen Inseln noch keine Schrift zur Informationsweitergabe. "Das vertrauenswürdigste Weitergabesystem war die 'mnemotechnische' Methode, bei der Wissen, etwa über das Verhalten von Tieren bis hin zur Astronomie, durch Gesänge, Geschichten und Rituale weitergegeben wird."

Diese Methode wurde, laut Kelly, durch den Stonehenge-Komplex erleichtert, fungierte dieser doch sozusagen als Wissenszentrum - eine Funktion die der Steinkreis mit vielen anderen prähistorischen Monumenten weltweit gemein habe.

Kelly zieht dabei Parallelen zwischen Stonehenge und den Bauten und Ritualplätzen nordamerikanischer, afrikanischer und australischer Ureinwohner. "Dort wo Menschen sesshaft wurden, konnten sie beispielsweise Sonnenwenden beobachten. Aus diesem Grund waren die meisten dieser Anlagen auch für etwa 500 Jahre nach den Sonnenaufgangspunkten zu diesen Daten ausgerichtet und konnten so als Kalender genutzt werden, mit welchen die Jahreszeiten bestimmt und an denen das rituelle, soziale und landwirtschaftliche Leben ausgerichtet werden konnte."

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