https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Samstag, 6. Februar 2010

Mediziner kommunizieren erstmals mit Wachkomapatient

Hirn-Scans des Patienten zeigen die Antworten auf an ihn gestellte Fragen, die mit "Ja" und/oder "Nein" zu beantworten waren (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer größeren Darstellung zu gelangen. | Copyright/Quelle: nejm.org

Cambridge/ England - Wissenschaftler der Universitäten Cambridge und Liége ist es auf erstaunlich einfache Art und Weise erstmals gelungen, mit einem Wachkoma-Patienten zu kommunizieren. Alles was sie tun mussten, war zu beobachten, wie das Gehirn auf bestimmte an den Patienten gerichtete Fragen reagierte.

Das Team um Adrian Owen hatte bereits 2006 eine Wachkoma-Patientin dazu aufgefordert, sich selbst bei der Durchführung zweier unterschiedlicher Handlungen vorzustellen. Die entsprechen unterschiedlichen Hirnaktivitätsmuster legten die Annahme nahe, dass die Patientin innerlich bei Bewusstsein war.

In ihren neuen Untersuchungen haben die Forscher diesen Ansatz nun ausgeweitet und eine Ja-Nein-Antwortreaktion des Patienten auf spezifische Fragen zu erreichen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Die Ergebnisse legen die Hoffnung nahe, Wachkoma-Patienten zukünftig eine gewisse Selbstbestimmung über ihr Schicksal zu ermöglichen und mit ihrer Außenwelt zu kommunizieren.

"Unsere Untersuchungen zeigen nicht nur, dass die Patienten bei Bewusstsein sind. Sie verleihen ihnen auch eine Stimme und eröffnen ihnen die Möglichkeit der Kommunikation mit ihrer Umwelt", erläutert Steven Laureys von der Universität Liège, Koautor der im "New England Journal of Medicine" erschienenen Studie.


Bei Zustand des Wachkomas handelt es sich um eine schwere Hirnschädigung, bei welcher die Funktion des Großhirns erloschen ist. Das Leben der Patienten wird jedoch weiterhin durch die Funktionen des Hirnstamms aufrechterhalten.
Bislang gingen Mediziner und Wissenschaftler meist davon aus, dass als Folge dieser Schädigung die Betroffenen zwar wach werden, aber mangels kognitiver Funktionen nicht mehr das Bewusstsein erlangen und in keinerlei Kontakt mit der Umwelt treten können. Schon zuvor gab es immer wieder Fälle und Erlebnisse von Angehörigen im Umgang mit den Patienten, die diese Einschätzung jedoch in Frage stellten.

- Die vollständige Originalstudie finden Sie HIER

Bücher zum Thema:

- - -


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / neijm.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE