Montag, 29. März 2010

3D-Experten rekonstruieren Gesicht des Turiner Grabtuchs

Die Forscher vor einer originalgetreuen Fotoreproduktion des Turiner Grabtuchs im "Turin Shroud Center" in Colorado | Copyright/Quelle: raydowning.com / history.com

New York/ USA - Am 30. März 2010 zeigt der US-amerikanische "History Channel" eine zweistündige TV-Sondersendung über die erneute grafische Rekonstruktion des Körpers und Gesichts des Mannes auf dem sogenannten Turiner Grabtuch. Auf dem Leinen ist ein fotografieartiger Abdruck des Körpers eines Gekreuzigten zu erkennen, weshalb es als angebliches Leichentuch Christi zu den meist verehrten christlichen Reliquien zählt. Der neue Ansatz hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Abbild des Gekreuzigten dreidimensional zum Leben zu erwecken.

"Diese Dokumentation wird uns wahrscheinlich so nahe an das wahre Aussehen von Jesus heranführen, wie nur irgend möglich", verspricht zumindest die Presseerklärung des "History Channel".

Computerexperten um den 3D-DigitalIllustrator und Animationsexperten Ray Downing haben auf das Abbild des Turiner Grabtuchs die aktuellste rekonstruktive Computertechnologie angewendet und wollen aus den auf bzw. in dem Leinen zurückgebliebenen "Informationen" gänzlich neue Aufschlüsse über das wirkliche Aussehen Jesu gefunden und diese computergrafisch rekonstruiert haben.

Bereits zuvor hatte sich Downing mit seiner dreidimensionalen Rekonstruktion des Aussehend von Abraham Lincoln (ebenfalls im Auftrag von "History") einen Namen gemacht.

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"Während es bereits zahlreiche Dokumentationen über das Turiner Grabtuch gibt, haben sich diese meist auf die Frage nach dessen Authentizität konzentriert." Die neue Dokumentation gehe nun einen gänzlich anderen Weg, so die Pressemitteilung. "Wir haben versucht, das schwache und kaum sichtbare zweidimensionale Abbild auf dem Tuch, in eine lebensechte, sich bewegende 3D-Rekonstruktion umzuwandeln. Wenn erfolgreich, so könnte dies die bislang genaueste Darstellung von Jesus Christus sein."

Während zur Rekonstruktion von Lincoln den Spezialisten zahlreiche tatsächliche Fotos des 16. Präsidenten der USA und dessen Totenmaske zur Verfügung standen, konnte das History-Team nur auf eine detailgenaue Fotografie in Originalgröße des Turiner Leinens zurückgreifen.

Dennoch konnte Downings Team auf einen einzigartigen Umstand des Grabtuchs und der darauf befindlichen Abbildung zurückgreifen: Wie kein anderes Gemälde oder Kunstwerk, finden sich im Grabtuch von Turin neben den offenkundigen zweidimensionalen auch dreidimensionale Informationen. "Dieser Umstand ist sehr erstaunlich", so Downing. "Es ist fast so, als befinde sich in dem Bild eine Anleitung zur Erstellung einer Skulptur."

Aus dem Turiner Leinen lassen sich neben der zweidimensionalen Abbildung auch dreidimensionale Informationen extrahieren | Copyright/Quelle: raydowning.com / history.com

In der 3D-Darstellung tritt ein räumliches Antlitz aus dem Tuch hervor | Copyright/Quelle: raydowning.com / history.com

Bei seiner Rekonstruktion nutzte der Grafiker den Umstand, dass das Leintuch auf bzw. um den Kopf des Mannes gelegen war. "Das Abbild der Mona Lisa würde völlig anders aussehen, wenn die Leinwand in dieser Art um ihren Kopf als Modell gewickelt gewesen wäre." Downing gelang es nun die Verzerrungen, wie sie durch diesen Prozess auf das im Nachhinein ausgebreitete Leinen übertragen wurde, mittels neuster Computertechnologie herauszurechnen und so eine nie zuvor sichtbare dreidimensionale und zugleich lebensechte Darstellung des Abbildes auf dem Turiner Grabtuch zu erstellen.

Auch zur Entstehung des bräunlichen Abbildes selbst, glaubt Downing neue Einsichten beitragen zu können. Allgemein gehen viele Forscher davon aus, dass das Abbild selbst von aus dem Körper ausgetretenen Flüssigkeiten, die von dem Tuch aufgenommen wurden an jenen Stellen erzeugt wurde, an welchen das Tuch mit dem Körper in Berührung kam. "Hierbei handelt es sich allerdings um eine Hypothese, die noch nie überprüft wurde und sehr einfach widerlegt werden kann", so Downing.

Arbeiten an der lebensechten dreidimensionalen Umsetzung der 3D-Informationen aus dem Tuch | Copyright/Quelle: raydowning.com / history.com

Gegenüber der "New York Post" behauptet der 3D-Experte, dass seine Vorgehensweise jene Substanz identifizieren konnte, die das Abbild tatsächlich entstehen ließ und diese Erkenntnis zudem die wirklichen Umstände der Kreuzigung Jesu offenbaren würden. "Am Ende der Dokumentation werde ich zeigen, was sich vor 2000 Jahren ereignet haben muss, um das Bild auf dem Grabtuch entstehen zu lassen."

Während das Turiner Grabtuch für gewöhnlich von der Öffentlichkeit verborgen aufbewahrt wird, wird es in diesem Jahr vom 10. April bis zum 23. Mai erneut öffentlich im Turiner Dom gezeigt. Die US-"History"-Dokumentation wird zum ersten Mal am 30. März 2010 um 21 Uhr (Eastern Time / Pacific Time) ausgestrahlt.

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