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Donnerstag, 18. März 2010

Astronomen finden Rosetta-Stein für Exoplaneten

Künstlerische Darstellung des Exoplaneten Corot-9b vor seinem Zentralgestirn | Copyright: ESO/L. Calcada

La Silla/ Chile - Mit kombinierten Beobachtungen des europäischen Satelliten CoRoT und dem HARPS-Instrument an der Europäischen Südsternwarte "ESO" in der chilenischem Atacamawüste ist es Astronomen zum ersten Mal gelungen, einen Exoplaneten, also einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, mit großer Genauigkeit zu analysieren und zu vermessen.

Der im Sommer 2008 erstmals entdeckte Planet Corot-9b passiert - aus Erdperspektive betrachtet - in regelmäßigen Abständen die "Sonnenscheibe" seines Muttergestirns, einen sonnenähnlichen Planeten rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schlange.

"Es handelt sich um einen 'normalen', mäßig temperierten Exoplaneten, von welchen bereits Dutzende bekannt sind. Aber es handelt sich um den ersten Exoplaneten, dessen Eigenschaften wir eingehend studieren können", erklärt Claire Moutou, die einem Team aus 60 internationalen Astronomen um Hans Deeg angehört, das Corot-9b entdeckt hat. Für die Forscher stellt sich der Planet aus diesem Grund als eine Art Rosetta-Stein für die Erforschung extrasolarer Planeten dar.

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Corot-9b, so die Astronomen, sei der erste Exoplanet, der tatsächlich Planeten in unserem Sonnensystem gleicht: Er besitzt in etwa die Größe des Jupiters und eine Umlaufbahn, die jener des Merkur gleicht. Wie unsere eigenen Gasriesen, Jupiter und Saturn, so besteht der Planet hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium und erreicht wahrscheinlich eine Masse von bis zu 20 Erdenmassen an anderen Elementen, darunter Wasser und Gestein unter extremen Temperaturen und Druckverhältnissen. Aufgrund seines relativ weiten Abstands zu seinem Stern herrschen auf seiner gasförmigen Oberfläche geradezu milde Temperaturen zwischen +160 und -20 Grad Celsius und nur minimale Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Er unterscheidet sich also von den sonstigen "Hot Jupiter"-Exoplaneten, die ihre Zentralgestirne meist zehnmal näher umrunden als Corot-9b, also entsprechende Oberflächentemperaturen aufweisen.

Alle 95 Tage passiert der Planet seinen Stern. Ein solcher Transit dauert jeweils rund acht Stunden und vermittelt den Astronomen jedes Mal mehr Informationen über den Planet - ein Glück also, dass der Gasriese zahlreiche Merkmale mit anderen bereits bekannten Exoplaneten teilt. Aufgrund der intensiven Analysen liegen schon jetzt mehr Informationen über Corot-9b vor als über alle anderen bekannten Exoplaneten.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org


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