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Mittwoch, 24. März 2010

Mysteriöse Steinkugeln von Costa Rica sollen Weltkulturerbe werden

Die Steinkugeln von Costa Rica | Copyright: ku.edu / John Hoopes

Lawrence/ USA - Im Auftrag der UNESCO hat Professor John Hoopes von der "University of Kansas" die mysteriösen und vieldiskutierten Steinkugeln von Costa Rica erneut untersucht um deren Aufnahme ins Weltkulturerbe zu prüfen.

Hopes selbst gilt als ausgewiesener Experte zu den ebenso massiven wie rätselumwobenen Steingloben, den sogenannten Bolas, wie sie hauptsächlich Delta des Flusses Térraba im südlichen Landesteil von Costa Rica gefunden wurden. Die nahezu perfekt kugelförmigen Objekte wiegen bis zu 16 Tonnen und können einen Umfang von wenigen Zentimetern bis zu drei Metern aufweisen. Viele der Kugeln sind entlang gerader Linien und Kurven ausgerichtet. Andere bilden Dreiecke oder Parallelogramme. Heutzutage liegen die meisten Kugeln jedoch nicht mehr an ihrem ursprünglichen Fundorte, wurden versetzt oder gar zerstört, was eine exakte Vermessung ihrer einstigen Ausrichtung sehr schwer macht.

In den meisten Fällen der bislang rund 300 bekannten Kugeln konnte nachgewiesen werden, dass die Kugeln erst nach ihrer Herstellung an den letztendlichen Fundort transportiert wurden, da dort das Ausgangsmaterial nicht vorkommt. Wie dieser Transport allerdings bewerkstelligt wurde, ist bis heute noch unbekannt.

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"Die ersten Berichte über die Steinkugeln stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, aber wirklich ausführlich beschrieben wurden sie nicht bis in die 1930er Jahre, als sie bei Rodungsarbeiten von Plantagenarbeitern wiederentdeckt wurden", so Hopes. Anhand von vergleichender Studien und Radiokarbondatierungen von Ablagerungen an den Fundstellen gehen die Forscher davon aus, dass die Kugeln zwischen 600 und nach 1000 n. Chr. hergestellt wurden.

Steinkugeln in untreschiedlicher Größe | Copyright: ku.edu / John Hoopes

Während die Steinkugeln von Costa Rica auch in zahlreicher grenzwissenschaftlicher Literatur erwähnt werden und gerade auch in der Prä-Astronautik als mögliche Artefakte einstiger außerirdischer Besucher oder Überbleibsel von Atlantis diskutiert werden, hält Hoopes von derartigen Spekulationen nicht viel. "Viele der in derartiger Literatur erwähnten Merkmale der Kugeln, wie etwa ihre angeblich bis auf zwei Millimeter perfekte Kugelform, sind so einfach nicht richtig." Auch dass die Kugeln lokalen Kulturen nicht zugeordnet werden könnten sei falsch.

Tatsächlich hätten archäologische Ausgrabungen in den 1940er Jahren gezeigt, dass die Kugeln schlüssig den präkolumbianischen Kulturen des südlichen Costa Rica zugeordnet werden können. Dennoch gesteht auch der Hoopes ein, dass man bislang noch nicht wisse, wozu die Kugeln hergestellt wurden: "Die Menschen, welche die Kugeln hergestellt hatten, haben uns keine schriftlichen Überlieferung hinterlassen. Deshalb sind wir auf archäologische Rekonstruktionsversuche angewiesen. Die Kultur ihrer Hersteller ist schon kurz nach der Ankunft der spanischen Konquistadoren ausgestorben. Es gibt also keine erhaltenen Legenden oder Erzählungen der inidgenen Völker Costa Ricas über die Hintergründe der Kugeln."


Auch die Herstellung der Steinkugeln selbst benötige weder Atlantis noch außerirdische Raumschiffe: "Wir glauben vielmehr, dass die Kugeln hauptsächlich durch schlagen und schleifen hergestellt wurden", so Hoppes. "Es gibt einige Kugeln an welchen noch immer Spuren von Abschlägen durch Steinhämmer zu finden sind. Wir gehen deshalb davon aus, dass sie auch auf diese Weise hergestellt wurden."

Informationen über eine Entscheidung über die Aufnahme der Steinkugeln und ihrer Fundorte in den Weltkulturerbeschutz der UNESCO lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung noch nicht vor.

- Die ausführliche Informationsseite über die Steinkugeln von John Hoopes finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ku.edu
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