Samstag, 20. März 2010

NASA-Sonde entdeckt neuen Jupiter-Ring

Auf einem Mosaikbild aus sechs Aufnahmen der "New Horizon"-Sonde ist der neue Ring als schmaler Streifen in der Nähe des Mondes Himalia (Kreis) zu erkennen | Copyright: NASA/ LORRI

Laurel/ Maryland - Das sowieso nur sehr schwach und unter idealen Gegenlichtverhältnissen sichtbare Ringsystem des Gasriesen Jupiter hat Zuwachs bekommen. Ein hauchdünner Streifen in der Nähe des Jupitermondes Himalia, wie ihn Wissenschaftler auf Aufnahmen der NASA-Sonde "New Horizons" von 2006 entdeckt haben, ist ein Hinweis auf den neuen Ring.

Wie das Team um Andy Cheng vom "Applied Physics Laboratory" der "Johns Hopkins University" auf der "Lunar and Planetary Science Conference in Houston erläuterte, sei jedoch noch unklar, ob der Ring um den Planeten geschlossen sei. Gänzlich unbekannt ist hingegen, wann er sich gebildet hat. Zumindest die Galileo-Sonde hatte bis 2003 noch keine entsprechenden Hinweise finden können. Die Forscher vermuten also, dass der Ring erst später entstanden ist und damit noch sehr jung wäre.

Da sich der Streifen ganz in der Nähe des Mondes Himalia befindet, vermuten die Wissenschaftler um Cheng weiterhin, dass er das Ergebnis bzw. die Trümmer eines Zusammenstoßes des 170 Kilometer großen Mondes mit den nur vier Kilometer durchmessenden Jupitermond "S/2000 J 11" ist, welcher nur kurz nach seiner Entdeckung im Jahr 2000 vermeintlich spurlos verschwunden war. Bei einem entsprechenden Zusammenprall der beiden Monde könnte der kleinere der beiden gänzlich zerstört worden sein und seine Trümmer sich nach und nach zu dem neuen Ring zusammengefunden haben.

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Wie der "New Scientist" berichtet, wäre eine derartige Kollision die mittlerweile Dritte in einer Reihe kürzlicher großer Zusammenstöße in unserer direkten planetaren Nachbarschaft. So schlug im vergangenen Jahr ein Komet oder Asteroid in den Jupiter ein (...wir berichteten 1, 2) und erst im Januar entdeckten Astronomen im Asteroidengürtel die X-förmigen Überreste eines wahrscheinlichen Zusammenstoßes zweier Asteroiden (...wir berichteten 1, 2).

Zugleich belegen die Daten der "New Horizon"-Vorbeiflüge, dass der Jupiter weniger Monde mit weniger als 16 Kilometer Durchmesser besitzt als bislang angenommen. "Unser Bild vom Sonnensystem hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Es handelt sich nicht um einen statischen Ort, an dem die Dinge so bleiben wie sie sind und waren."

Anhand weiterer Bildauswertungen erhoffen sich die Forscher schon bald neue Informationen über den neuen Ring des Jupiters.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / newscientist.com


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