Künstlerische Darstellung des Titan-Innern anhand der neuen Messdaten | Copyright: NASA/JPLPasadena/ USA - Mit Messungen der Schwerkraftwirkungen auf die Saturnsonde Cassini bei deren Vorbeiflug am Saturnmond Titan, ziehen NASA-Forscher Rückschlüsse auf die innere Zusammensetzung Trabanten des Ringplaneten. Demnach ist das Innere des Mondes zu kalt und schwerfällig, als dass sich deutlich voneinander getrennte Schichten bilden könnten.
In der März-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" erläutern die Forscher des "Jet Propulsion Laboratory" (JPL), wie sich der Saturnmond offenbar in einer anderen Art und Weise entwickelte, wie die inneren Planeten aber auch wie der ebenfalls eisige Jupitermond Ganymed, deren innerer Aufbau in deutlich voneinander getrennten Schichten aufgeteilt ist.
Zwar war schon zuvor bekannt, dass das Innere von Titan in etwa zur Hälfte aus Eis und zur anderen Hälfte aus Gestein besteht. Wie die beiden Materialien jedoch verteilt sind, war bislang Inhalt von Spekulationen und theoretischen Modellen.
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Die neuen Messungen belegen nun, dass das Innere des Mondes sozusagen einer Art Sorbet aus mit Felsen durchsetztem Eis besteht. Nur in einer etwa 500 Kilometer dicken Schicht unterhalb der Oberfläche des Saturntrabanten befindet sich felsfreies Eis, während sich beide Komponenten mit zunehmender Tiefe mehr und mehr miteinander vermischen.
Der Umstand, dass sich Eis und Felsen nicht eindeutig voneinander getrennt haben, verweist darauf, dass das Eis bislang noch nie über lauwarme Temperaturen erwärmt wurde, was die Forscher wiederum darauf schließen lässt, dass Titan im Vergleich zu anderen Monden eher langsam entstand.
Während etwa das Innere des Jupitermondes Ganymed eine deutliche Trennung der inneren Materialien in Schichten zeigt, dürfte Titan somit dem Jupitermond Kallisto gleichen, von dem Wissenschaftler ebenfalls annehmen, dass er ein vermischtes Inneres besitzt. Auch wenn alle diese Monde in etwa die gleiche Größe aufweisen, weisen sie doch gänzlich unterschiedliche Entstehungs- und Entwicklungsgeschichten auf.
Mit Hilfe der Cassini-Messungen konnten die NASA-Forscher eine Schwerkraft-Karte des Mondes erstellen, die dabei helfen könnte zu verstehen, warum Titan eine auffallend unebene Topografie aufweist. Angesichts dieser muss das Eis im Innern zumindest warm genug sein, um als Reaktion auf die große Last gewaltiger geologischer Strukturen, wie beispielsweise Bergen, langsam fließen zu können.
Weitere Vorbeiflüge der Sonde sind indes noch notwendig, um durch ähnliche Messungen auch überprüfen zu können, wie dick die Kruste des Mondes heutzutage ist und ob sich unterhalb dieser Kruste sogar ein Wasserozean verbergen könnte (...wir berichteten). Dieser könnte beispielsweise durch die Messung von Wellenbewegungen bestätigt werden, wie sie von der Schwerkraft des Saturns hervorgerufen werden könnten.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov