Donnerstag, 29. April 2010

70 Jahre ohne Essen und Wasser? Indisches Verteidigungsministerium untersucht Yogi

Prahlad Jani | Copyright: unbek.

Ahmedabad/ Indien - Seit 70 Jahren will der heute über 80jährige indische Yogi bzw. Sadhu Prahlad Jani weder Essen noch Wasser zu sich genommen haben. Die extreme Behauptung wird nun erneut vom indischen Verteidigungsministerium in einem Krankenhaus in Ahmedabad überprüft. Seit seiner Einlieferung am vergangenen Donnerstag hat der Mann weder gegessen noch getrunken und sorgt nun weltweit für kontroverse Diskussionen.

Ein Team aus 25 Ärzten und Experten unter dem Neurologen Dr. Sudhir Shah und dem Physiker und Diabetologen Dr. Urman Dhruv vom "Defence Institute of Physiology and Allied Sciences" (DIPAS), ein Forschungsinstitut des indischen Verteidigungsministeriums, dass sich auf die biomedizinische und physiologische Forschung zur Verbesserung menschlichen Überlebens unter Extrembedingungen konzentriert, untersucht den Yogi 15 Tage lang anhand einer Reihe medizinischer Tests wie MRI, EEG, ECG, Aura- und Blutstudien, und neuro-physiologischen Tests im örtlichen "Sterling Hospital".

Bereits 2003 wurde Jani zehn Tage lang von einem Team um Dr. Shah in einer ähnlichen Untersuchung buchstäblich auf Herz und Nieren geprüft: "Damals konnten wir belegen, dass Jani während der zehn Tage, in welchen er unter Beobachtung stand, tatsächlich nichts gegessen und getrunken hatte. Erstaunlicherweise blieben seine biologischen Parameter damals völlig normal", zitiert "Daily News & Analysis India" (dnaindia.com) den Neurologen.

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In den aktuellen Untersuchungen wollen die Mediziner nun über eine bloße Beobachtung und Feststellung der Fakten hinausgehen, und anhand zahlreicher Tests 15 Tage lang herausfinden, wie es zu den biologischen Veränderungen im Körper des Yogis aufgrund der ungewöhnlich langen Fastenzeit kommen konnte.

Neben der Tatsache, dass Jani seit vergangenem Donnerstag nichts zu sich genommen hat, berichten die Ärzte auch, dass er weder Stuhl noch Urin von sich gegeben habe. Für den körperlichen Zustand des zudem rüstigen Yogis haben die Forscher nach eigenen Angaben bislang keinerlei medizinische Erklärung.

"Unser Ziel ist es, den Yogi eingehend medizinisch zu untersuchen, um zu verstehen, von welcher Energie er überhaupt lebt, wenn es sich dabei offensichtlich doch nicht um Nahrung und Wasser handelt", erläutert der DIPAS-Direktor Dr. G. Ilavazahagan gegenüber der Presse. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher zukünftig das Leben von Soldaten, Katastrophenopfern bis hin zu Astronauten in Extremsituationen retten zu können, wenn diese über ungewöhnlich lange Zeit ohne Nahrung und Trinkwasser auskommen müssen.

Laut Dr. Urman Dhruv könnten die Ergebnisse der Untersuchungen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Spiritualität darstellen: "Wir sammeln schließlich Daten eines Mannes der im Gegensatz zu gewöhnlichen Menschen eine gänzlich alternativen Lebensweise führt. Die vergleichende Studie dieser Untersuchung und der Tests von 2003 soll auch Licht auf Alterungsprozesse im Körper des Yogis werfen, der, wie es scheint, irgendeine Form genetischer Veränderung durchlaufen hat."

Prahlad Jani selbst erklärt seinen Zustand durch tägliche Meditation und die Segnung durch die Gottheit Amba Mata als er selbst acht Jahre alt war. Seit diesem Ereignis, so der Yogi, habe er keine Nahung mehr zu sich nehmen müssen. Stattdessen lebe er von einer als "Amrit" bezeichneten Flüssigkeit, die in etwa mit Ambrosia zu vergleichen sein soll und sich aus einer Öffnung in seinem Gaumen absondere. Amrit gilt als "Getränk der Götter" und soll, laut heiligen Hindu-Texten, ewiges Leben verleihen. Tatsächlich konnten die Mediziner 2003 eine entsprechende Flüssigkeit feststellen, die in geringen Mengen aus einem Loch im Gaumen austrat. Um was es sich dabei jedoch handele, konnte damals nicht festgestellt werden. Damals stellten die Ärzte zudem fest, sich – obwohl Jani kein Wasser oder sonstige Flüssigkeiten trank – zwar Urin in seiner Blase bildete, dieses jedoch von der Blasenwand wieder absorbiert wurde. Auch stellten die Mediziner fest, dass der Yogi während der zehntägigen Überwachung minimal an Körpergewicht abnahm – ein Grund für Skeptiker, an den Extrembehauptungen des Yogis zu zweifeln. Die indische Skeptikerorganisation "Indian Rationalist Association" (IRA) bezeichnet Jani derweil mit der Bezeichnung "village fraud" als "Dorfschwindler"...

Erste Ergebnisse der Untersuchungen wollen die Wissenschaftler in etwa Monaten präsentieren.

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Quellen: grenzwissneschaft-aktuell.de / drdo.org / dnaindia.com
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