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Donnerstag, 15. April 2010

Astronomen entdecken neue mysteriöse Radioquelle in naher Galaxie

Hubble-Aufnahme der Spiralgalaxie Messier 82 | Copyright: NASA/ESA

Macclesfield/ England - Ein bislang noch unbekanntes Objekt in der unserer Milchstraße nahen Galaxie "Messier 82" (M82) im Sternbild Großer Bär, hat vor einem Jahr damit begonnen Radiowellen auszusenden. Diese Pulse gleichen Nichts zuvor Bekanntem.

"Wir haben keine Ahnung, um was es sich handelt", erklärte Tom Muxlow vom "Jordell Bank Centre for Astrophysics" auf dem Jahrestreffen der "Royal Astronomical Society" in Glasgow.

Die Signale begannen im vergangenen Mai und wurden von dem Team um Muxlow mit dem britischen Radioteleskop-Netzwerk MERLIN entdeckt, als sie eine nicht mit den Signalen in Verbindung stehende Sternenexplosion in M82 untersuchten. Innerhalb nur weniger Tage wurde der Punkt aus Radiostrahlung immer heller, um seither konstant bis heute die gleiche Intensität aufzuzeigen.

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Das Muster der Radiostrahlung entspricht nicht jenem gewöhnlicher Sternenexplosionen (Supernovae), die für gewöhnlich über mehrere Wochen an Helligkeit zunehmen und dann über mehrere Monate lang wieder verblassen, während sich das Spektrum der Strahlung fortwährend verändert, berichtet "NewScientist.com".

Auch ein Schwarzes Loch halten die Astronomen für unwahrscheinlich, da sich die Radioquelle nicht wirklich im Zentrum von M82, wo ein entsprechendes Schwarzes Loch, wie in fast allen anderen bekannten Galaxien, zu erwarten wäre. Nach derzeitigem astronomischem Wissensstand bliebe als Erklärung bislang nur ein sogenannter "Mikroquasar", wie er sich nach gewaltigen Sternenexplosionen bilden kann, die ein Schwarzes Loch von der 10 bis 20fachen Masse der Sonne hinterlassen. Hiergegen spricht jedoch, dass keiner der bislang bekannten Mikroquasare so hell strahlt wie die neue Radioquelle. Zudem geben Mikroquasare Röntgenstrahlung von sich, während diese angesichts der neuen Strahlungsquelle gänzlich fehlt.

Muxlow vermutet, dass es sich bei der mysteriösen Radioquelle um ein dichtes Objekt handelt, das umgebende Materie an sich zieht. Möglicherweise könnte es sich schlussendlich doch um ein Schwarzes Loch in ungewöhnlicher Umgebung handeln.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com

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