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Freitag, 9. April 2010

Astronomen fotografieren erstmals mysteriöses dunkles Objekt vor fernem Stern

Direkte fotografische Dokumentation der Verfinsterung von Epsilon Aurigae | Copyright: umich.edu

Ann Arbour/ USA - Seit 175 rätseln Astronomen über die periodische Verfinsterung von Epsilon Aurigae (Almaaz), einem Stern in rund 2.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Fuhrmann. Was den Stern verdunkelt, war bislang immer noch unbekannt. Jetzt ist Astronomen erstmals eine direkte Nahaufnahme des mysteriösen Objekts gelungen und konkrete Schlussfolgerungen sind möglich.


Mit dem eigens entwickelten interferometrischen Instrument "Infra-Red Combiner" (MIRC) haben Astronomen um Professor John Monnier von der "University of Michigan" die sich alle 27 Jahre einstellende Verdunkelung fotografisch dokumentiert und können nun anhand des Schattens erstmals genauer auf die Form des die Verfinsterung verursachenden Objekts rückschließen. Ihre Ergebnisse haben die Astronomen aktuell im Fachjournal "Nature" veröffentlicht.

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Bei Epsilon Aurigae handelt es sich um einen sogenannten bedeckungsveränderlichen Stern, dessen Helligkeit alle 27 Jahre (9892 Tage) durch ein bislang noch unbekanntes Objekt für fast genau zwei Jahre verdunkelt und verdeckt wird. Um was es sich bei dem den Stern verdeckenden Begleiter handelt, galt seit dem ersten Nachweis des Phänomens im Jahre 1821 durch den deutschen Amateurastronomen J. H. Fritsch als astronomisches Rätsel, da Rückschlüsse auf die Natur dieses Objekts durch direkte Beobachtungen und Spektralanalysen bislang nicht möglich waren bzw. keine Aussagen über das Objekt zuließen.

Illustration des Systems Epsilon Aurigae | Copyright: Brian Thieme / CreativeCommons3.0 / citizensky.org

Die aktuelle Verfinsterungsphase begann im August 2009. Voraussichtlich das ganze Jahr 2010 über wird Epsilon Aurigae verdunkelt bleiben und erst 2011 wieder erhellen. Anhand bisheriger Beobachtungen vermuteten Wissenschaftler, dass es sich bei dem verdunkelnden Objekt um einen Begleitstern handelt, der von einer gewaltigen Materiescheibe umgeben ist (...wir berichteten). Die wirkliche Form und Zusammensetzung der Scheibe war bislang jedoch noch unbekannt.

Die neuen Aufnahmen bestätige nun die bisherigen Vermutungen und offenbaren eine geometrisch dünne, dunkle, dichte aber teilweise lichtdurchlässig Materiewolke. Allerdings sei diese Materiescheibe deutlich flacher als voriger Modelle dies vermuten ließen.

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22. Januar 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / umich.edu


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