Freitag, 23. April 2010

Astronomen vermessen bislang größten Kometen

Der Komet McNaught | Copyright: S.Deiries/ESO

London/ England - Britische Astronomen haben den 2006 entdeckten Kometen McNaught (C/2006 P1) neu vermessen und dabei festgestellt, dass es sich wahrscheinlich um den größten bislang bekannten aktiven Kometen handelt. Statt wie anhand bisheriger Messungen haben die Forscher nicht die Länge des sichtbaren Kometenschweifs selbst als Maßstab, sondern Daten der US-europäischen Sonde "Ulysses" verwendet, um die Region des Raumes abzuschätzen, die von dem Kometen beeinflusst bzw. gestört wird.

Die Daten der Magnetometer-Messungen belegen eine Stoßwelle, die den Kometen umgibt, wenn dieser ionisierte Gase aus dem Kometenkern abgibt und diese mit den schnell fließenden geladenen Partikeln des Sonnenwinds interagieren und diese dabei abrupt abbremst.

Im Januar und Februar 2007 sorgte McNaught für Aufsehen unter Astronomen und Astrofans, handelte es sich doch um den hellsten von der Erde selbst mit bloßem Augen sichtbaren Kometen seit rund 40 Jahren.

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Ebenso glücklicher- wie zufälligerweise durchkreuzte zu dieser Zeit gerade auch die Ulyssses-Sonde des Schweifs des Kometen. In einem Abstand von rund 1,5 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand zw. Erde und Sonne = rund 225 Millionen Kilometern von seinem Kern entfernt durchflog die Sonde den sogenannten Plasmaschweif von "C/2006 P1", der sich deutlich weiter ausdehnt als der am Himmels sichtbar leuchtende Staubschweif des Kometen.

Da es sehr schwierig ist, den Plasmaschweif von McNaught direkt zu beobachten, können auch die Forscher um Dr. Geraint Jones vom "Mullard Space Science Laboratory" am "University College London" (UCL) nicht genau einschätzen, wie lang er genau ist. "Was wir aber wissen ist, dass die Sonde nur 2,5 Tage brauchte, um den durch den Kometen Hyakutake gestörten Bereich des Sonnenwindes zu durchfliegen." Bislang galt der Komet Hyakutake als der Komet mit dem größten Schweif. "Im Vergleich dazu benötigte Ulysses bei McNaught ganze 18 Tage." Dieser Umstand, so schlussfolgerten die Forscher auf dem Jahrestreffen der "Royal Astronomical Society" in Glasgow, zeige, dass der Komet nicht nur von der Erde aus spektakulär zu beobachten war, sondern auch ein gewaltiges Hindernis für den Sonnenwind war.

"Die Ausdehnung eines aktiven Kometen hängt weniger von der Größe seines Kerns, als davon ab, wie viel Gas dieser abgibt", erläutert Jones. "Kometenkerne sind nicht unbedingt überall auf ihrer Oberfläche aktiv. Wir können aber sagen, dass McNaughts Menge an produzierten Gasen weit über jener von Hyakutake lag."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ras.org
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