Freitag, 30. April 2010

Auch gewöhnliche Marsmineralien könnten Mikrofossilien erhalten haben

Panoramablick in die Hochebene Meridiani Planum am Marsäquator | Copyright: NASA/JPL/Cornell

League City/ USA - Auch in gewöhnlichem Gipsmineralien, wie sie von den Rovern "Opportunity" und "Spirit" auf dem Roten Planeten gefunden wurden, könnten sich eventuell vorhandene Fossilien einstigen mikrobiologischen Marslebens erhalten haben. Bislang hatten viele Forscher vermutet, dass schon die Entstehungsprozesse des Minerals die filigranen Strukturen zerstören würden.

Sogenannte Sulfate, so berichteten die Forscher um Bill Schopf von der "University of California" und Jack Farmer von der "Arizona State University" am Mittwoch auf der "Astrobiology Science Conference" nahe Houston, bilden sich für gewöhnlich nur in Anwesenheit von Wasser und wurden in großen Mengen an mehren Orten auf dem Mars, darunter auch dem Landeort des Rovers "Opportunity" in der Marshochebene "Meridiani Planum" (s.Abb.) gefunden.

Bislang stritten sich Forscher jedoch darüber, ob sich in diesen Mineralien auch fossile Überreste einstigen Marslebens in Form von Mikroben erhalten haben könnte oder nicht. Das Gestein selbst bildet sich, wenn sich Sedimente verdichten und kristallisieren. Außer in Kalkgestein führt dieser Vorgang jedoch in der Regel zur Zerstörung vorhandener Mikrofossilien.

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Mittels neuster 3D-Darstellungsmethoden ist es den Forschern entgegen ihren eigenen Hoffnungen nun jedoch erstmals gelungen, eine ganze Reihe versteinerter Algen in norditalienischem Kalziumsulfat (Gips) nachzuweisen. Der untersuchte Gips bildete sich vor rund 5,6 Millionen Jahren, beim Verdampfen großer Teile des Mittelmeeres, als dieses in Folge tektonischer Aktivität vom Atlantischen Ozean abgeschnitten wurde.

Die Vielzahl der gefundenen Mikrofossilien lässt die Forscher hoffen, dass auch Sulfate, wie sie auf dem Mars gefunden wurden, in ähnlicher Form Spuren einstigen Lebens bewahrt haben.

Gerade aufgrund der Eigenart etwa von Gips als relativ weiches Mineral, sollte es zukünftigen Robotersonden ein Leichtes sein, die Sulfate aufzulösen und so die Mikrofossilien freizulegen. Alternativ könnten auch Proben auch zurück zu Erde gebracht und hier mit Spezialscannern nach den Lebensspuren in ihrem Innern untersucht werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / astrobiology.nasa.gov / newscientist.com
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