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Montag, 12. April 2010

Forscher wollen Hühner-Dino rückzüchten

Ironische Interpretation des ersehnten Forschungsergebnisses (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Bozeman/ USA - Ein US-amerikanischer Paläontologe, der schon wissenschaftlicher Berater für Steven Spielbergs "Jurassic Park" war, will mittels einfacher Gentechnologie die Evolution zurückdrehen und aus gewöhnlichen Hühnern Dino-Hühner züchten.

In seinem gemeinsam mit dem "New York Times"-Redakteur James Gorman veröffentlichten Buch "How to build a dinosaur" (dt. = Wie man einen Dinosaurier baut, dt. Titel: "Evolution rückwärts") beschreibt Professor Jack Horner von der "Montana State University", das Vorgehen.

Da trotz intensiver Suche bislang keine klonfähige Dino-DNA gefunden werden konnte, wollen die Forscher die Evolution von Hühnern durch grundlegende Gentechnologie zurückdrehen und einen Hühnerembryo dadurch während seiner Entwicklung daran hindern die Ausbildung der einst für die direkten Vorfahren der Vögel charakteristischen Merkmale wie Zähne, Klauen und Schwanz zu unterdrücken.

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Es sei schon lange bekannt, dass Vögel aus den Dinosauriern hervorgegangen seien, berichtet Horner im Interview mit "Welt.de": "In Wirklichkeit sind Vögel eine Gruppe von Dinosauriern. Aber sie sehen nicht so aus. Sie haben einen kurzen Schwanz und Flügel. Dennoch wissen wir, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes Dinosaurier-DNA tragen. Und wenn wir uns die Entwicklung eines Vogels im Ei angucken, dann sehen wir, dass der Embryo Entwicklungsstufen durchläuft, die so aussehen wie die Embryonen seiner Vorfahren. Das machen alle Tiere. Der Vogelembryo beginnt, einen Schwanz zu bilden und er hat Hände."

In den Experimenten sollen zukünftig Hühner derart zurück manipuliert werden, dass sie so aussehen, wie sich die Forscher einen Dinosaurier vorstellen. Bislang haben Forscher schon das Gen für die Entwicklung von Zähnen bei Hühnern gefunden und konnten durch die Unterdrückung eines anderen Gens, das deren Ausbildung resorbiert, Hühnern krokodilartige Zähne wachseln lassen. Genau so wollen die Forscher auch Hände, bzw. Klauen und den Schwanz der einstigen Dinos wieder züchten.

Die durch dieses Vorgehen entstehenden Kreaturen würden dann zwar wie Dinosaurier aussehen, aber weiterhin ganz normale Hühner-DNA tragen, sich wie Hühner verhalten und sogar normale Hühnereier legen, da an der DNA selbst nicht herumgepfuscht werde.

Das Buch von Horner und Gorman können Sie
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Laut den Forschern dienen die Experimente jedoch weniger der Wiedererschaffung von T-Rex & Co, sondern einem grundlegenden Verständnis der Gentechnologie, wie sie dann zukünftig auch echte Dinosaurier erzeugen könnte: "Ich glaube, sobald wir verstehen, wie wir die Gene manipulieren können, werden wir was immer wir wollen konstruieren können. (...) Bevor wie überhaupt nur darüber nachdenken können, einen echten Dinosaurier zu bauen, müssen wir erst die großen Genkomplexe verstehen, die bei der Embryonalentwicklung eine Rolle spielen. Das wird sehr schwierig sein."

Die Grundidee der Forschungen sei allerdings gar nicht, einen Dinosaurier zu erschaffen: "Es geht eigentlich mehr darum, einfache Genmanipulationen zu verstehen, herauszufinden, wie wir Gene an- und ausschalten können. Das kann uns hoffentlich eines Tages bei Problemen, die wir Menschen haben, helfen."

Das vollständige Interview mit Professor Jack Horner finden Sie HIER

Quellen: welt.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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