Dienstag, 18. Mai 2010

England: Royal Navy verneint Existenz von Seeungeheuer-Archiv

Archiv: Hist. Darstellung einer Seeschlange aus der "Historia de Gentibus Septentrionalibus" von Olaus Magnus, Rom 1555 | Copyright: Public Domain

London/ England - Unter Berufung auf das britische Gesetz zur Informationsfreiheit (FOI) hat ein britischer Meeresbiologe von der königlichen Marine Informationen über die Existenz eines Archivs zu Sichtungen von Seeungeheuern angefragt. Die "Royal Navy" hingegen verneint, dass derartige Berichte von offiziellem Interesse sind.

Die Anfrage des Biologen nach bislang verschwiegenen Beweisen für "große oder gar gefährliche Seemonster", entstand offenbar inspiriert durch die Existenz und Veröffentlichung von über 50 Jahre hinweg geheim gehaltenen UFO-Akten und eines eigenen Büros zur Sammlung, Untersuchung und Archivierung von UFO-Sichtungen des britischen Verteidigungsministeriums (Ministry of Defence, MoD).

Im Antwortschreiben auf die Anfrage erläutert die britische Marine: "Weder die Royal Navy (RN) noch das MoD im Allgemeinen, verwalten ein zentrales Depot für Informationen, die sich alleine auf Seeungeheuer beziehen."

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Zwar sei es Angehörigen der Navy erlaubt, entsprechende Aufzeichnungen über ungewöhnliche Sichtungen in den Logbüchern zu tätigen. Es existiere aber keine Aufforderung solche Ereignisse gezielt zu dokumentieren. Folglich würde es das auch "Ausmaß einer FOI-Anfrage übersteigen, jede Zeile in sämtlichen Logbüchern der Royal Navy nach entsprechenden Notizen zu überprüfen."

Ausdrücklich weist die RN darauf hin, dass man die Bevölkerung nicht dazu aufrufe, entsprechende Sichtungen großer und unbekannter See- und Meeresungeheuer zu melden. Derartige Sichtungen sollten hingegen vielmehr dem hydrografischen Amt (UK Hydrographic Office) in Taunton gemeldet werden.

Der Historiker Dr. David Clarke, der schon die Veröffentlichung der UFO-Akten des MoD betreut hat, verweist hingegen auf das Interesse der Navy an Seeungeheuern zumindest im 19. Jahrhundert. Demnach liegen bei den britischen "National Archives" in Kew zahlreiche historische Aufzeichnungen der Royal Navy über merkwürdige Sichtungen auf hoher See.

Wie der britische "Daily Telegraph" berichtet, gehört zu diesen Aufzeichnungen unter anderem auch ein Bericht, der 1830 an die britische Admiralität geschickt wurde und die Sichtung einer "großen, donnernden Seeschlage" von 40 Metren Länge durch die Besatzung der "Rob Roy" in den Gewässern vor der Südatlantikinsel St. Helena beinhaltet. In einer anderen Akte finden sich die Aufzeichnungen des Commanders der "Castilian", Geroge Harrington, über die Sichtung eines "Monsters von ungewöhnlicher Länge", das seinen Kopf 1857 ebenfalls aus den Gewässern vor St. Helena gestreckt haben soll.

Anhand seiner Recherchen im britischen Nationalarchiv widerspricht Clarke den Ausführungen der Navy, zumindest aus historischer Sicht - befinden sich in den historischen Akten doch tatsächlich genauer Anweisungen dazu, was im Falle einer ungewöhnlichen Sichtung zu beachten und in den Logbüchern zu berichten sei.

"[Ähnlich, wie schon angesichts der UFO-Akten] würde das MoD wahrscheinlich anmerken, dass es lediglich zur Landesverteidigung und nicht zur Untersuchung merkwürdiger Phänomene finanziert werde", zitiert die Zeitung den Wissenschaftler. "Zwar sollten sie [das MoD] solche Dinge dokumentieren, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand dies tut." Sicherlich auch im Hinblick auf das geschlossene UFO-Büro des MoD (...wir berichteten), sei ein solches Vorgehen "zwar kurzsichtig - aber das ist eben Bürokratie".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk
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