Mittwoch, 5. Mai 2010

Zugvögel verfügen über zwei Magnetsinne

Archiv: Rotkehlchen | Copyright: Henrik Mouritsen / uni-oldenburg.de

Oldenburg/ Deutschland - Auf ihren Flügen zwischen Brut- und Überwinterungsquartier legen Zugvögel jedes Jahr tausende Kilometer zurück. Für diese erstaunlich präzise Navigationsleistung nutzen die Vögel das Erdmagnetfeld zur Orientierung und nehmen dieses nicht nur mit dem Sehzentrum, sondern zusätzlich über einen zweiten Magnetsensor im oberen Teil ihres Schnabels wahr.

Dieses neue Ergebnis ihrer Forschungsarbeit stellen nun Wissenschaftler der "Universität Oldenburg" gemeinsam mit Kollegen der neuseeländischen "University of Auckland" in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) vor.

"Unsere Versuche haben gezeigt: Zwei Regionen im Hirnstamm von Rotkehlchen sind aktiv, wenn die Vögel einem sich regelmäßig ändernden Magnetfeld ausgesetzt sind“, erläutert Dr. Dominik Heyers von der AG "Neurosensorik“. Die aktuell vorliegende Studie liefert Hinweise darauf, dass im Oberschnabel befindliche eisenmineralhaltige Kristallstrukturen, die über Nervenbahnen mit dem Hirnstamm verbunden sind, diese Aktivierung verursachen, berichtet die Pressemitteilung der Universität.

Die Eisenkristalle fungieren dabei als Magnetfeldsensor und funktionieren wie eine "Karte“, mit der die Zugvögel ihren Standort bestimmen, vermuten die Forscher- während das visuelle System höchstwahrscheinlich als Kompass dient, der die Richtung liefert.

Karte und Kompass sind dabei grundlegende Informationen, welche die Zugvögel für eine genaue Navigation benötigen. "Die neuen Ergebnisse können wichtige Erkenntnisse zum Schutz bedrohter Vogelarten liefern“, so Heyers. "Durch ein umfassendes Verständnis ihrer Orientierungsmechanismen besteht künftig die Chance, gefährdete Vogelpopulationen erfolgreich umzusiedeln."

Die von der Volkswagen-Stiftung geförderte AG "Neurosensorik“ an der "Universität Oldenburg" unter der Leitung von Prof. Dr. Henrik Mouritsen konnte bereits im Oktober 2009 das Geheimnis um eines der beiden Magnetsensorsysteme lüften: Zugvögel, so das damalige Forschungsergebnis, nehmen die Kompassrichtung des Magnetfeldes mit hoher Wahrscheinlichkeit als visuellen Eindruck wahr (...wir berichteten).

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Quellen: uni-oldenburg.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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