Freitag, 11. Juni 2010

Astronomen bilden erstmals Transit eines Exoplaneten direkt ab

Künstlerische Interpretation des Systems von Beta Pictoris | Copyright: ESO/L. Calcada

Cerro Paranal/ Chile - Zum ersten Mal ist es Astronomen gelungen, einen Exoplaneten beim Vorbeiziehen vor seinem Muttergestirn direkt zu fotografieren. Unter allen bislang direkt abgelichteten Exoplaneten hat "Beta Pictoris b" die bislang dichteste Umlaufbahn eines Planeten um seinen Stern. Die Forscher glauben, dass der Planet auf ähnliche Weise entstanden ist, wie die Gasriesen unseres Sonnensystems. Da der Stern selbst erst 12 Millionen Jahre alt ist, beweist die Entdeckung, dass sich Gasplaneten innerhalb der protoplanetaren Gas- und Staubscheiben schon innerhalb weniger Millionen Jahre bilden können.

Mit 12 Millionen Jahren ist der Stern Beta Pictoris nur rund ein Dreitausendstel so alt wie unsere Sonne und besitzt 75 Prozent mehr Masse als diese. Er befindet sich rund 60 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Maler (Pictor) und ist von einer protoplanetaren Scheibe umgeben.

Schon frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass die Scheibe eine Ausbuchtung aufweist, der Stern zudem von einer zweiten Scheibe umgeben ist und auch über kometenartige Körper verfügt, die immer wieder in den Stern hineinstürzen. "Diese Umstände waren indirekte aber viel versprechende Hinweise auf einen massereichen Stern, dessen Existenz durch unsere neuen Beobachtungen bewiesen werden konnte", erläutert Anne-Marie Lagrange. Ihr Team hat Beta Pectoris mit dem "NAOS-CONICA"-Instrument der 8,2 Meter durchmessenden Teleskope am "Very Large Telescope" (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO.org) über acht Jahre lang hinweg beobachtet.


Der Transit von "Beta Pictoris b" um Beta Pictoris im Sternbild Maler | Copyright: ESO/A.-M. Lagrange

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Schon bei den ersten Beobachtungen konnten die Forscher einen Lichtpunkt ausmachen, konnten jedoch nicht ausschließen, dass es sich dabei um einen weiteren Stern im Hintergrund handelte. Erst als die Lichtquelle während der Beobachtungen 2008 und 2009 plötzlich verschwand, konnte eine solche Erklärung ausgeschlossen werden und die Astronomen wussten, dass sie es mit einem Planeten zu tun hatten.

Anhand der Beobachtungsdaten konnten die Wissenschaftler auch die Größe der Umlaufbahn des Planeten berechnen. Demnach verfügt "Beta Pectoris b" um die dichteste Umlaufbahn aller bislang direkt abgelichteter Exoplaneten um ihr Muttergestirn. Demnach umkreist er seine Sonne in einer Entfernung, die in etwa der Umlaufbahn des Saturns um die Sonne entspricht. Seine Masse entspricht in etwa dem Neunfachen des Jupiters und hat somit ausreichend Masse, um die Wölbung in der Scheibe um sein Zentralgestirn zu verursachen.

"Gemeinsam mit den Planeten, welche die ebenfalls noch jungen Sterne Fomalhaut und HR8799 umkreisen, zeigt die Existenz von 'Beta Pictoris b', das Super-Jupiter ein häufiges Nebenprodukt der Planetenbildung um viele massereiche Sterne sein können", erklärt Gael Chauvin, der ebenfalls Teil des Forscherteams war.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org
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