Freitag, 4. Juni 2010

Mars war einst noch lebensfreundlicher als bislang gedacht

Gesteinsaufschlüsse auf der Marsoberfläche | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Cornell University

Pasadena/ USA - Bei einer Analyse von Gesteinsaufschlüssen auf der Marsoberfläche hat der NASA-Rover "Spirit" in deren Innern Beweise dafür gefunden, dass der Mars einst nicht nur viel nasser war als bislang angenommen, sondern, dass die einstige Mars-Umwelt auch nicht zu säurehaltig war, um Leben (in Formen, wie wir sie auf der Erde kennen) ermöglicht zu haben.

Fünf Jahre haben Wissenschaftler der NASA die Analysedaten des Rovers von Untersuchungen im Jahr 2005 überprüft und ausgewertet. Dabei haben sie im Innern der Steinen hohe Konzentrationen an eisenhaltigem Karbonat gefunden, wie es nur unter feuchten, nahezu neutralen Bedingungen entsteht, allerdings von Säure aufgelöst worden wären. Das Wasser, in welchen sich diese Karbonate gebildet haben, konnte also nicht säurehaltig gewesen sein. Ihre Ergebnisse haben die Forscher um Steve Squyres von der "Cornell University" und Dick Morris vom "Johnson Space Center der NASA in Houston aktuell im Fachmagazin "Science" veröffentlicht.

Zuvor hatten die NASA-Rover an anderen Orten allerdings auch schon Beweise für die gegenteilige Situation gefunden, als die Daten auf für Leben möglicherweise zu säurehaltige Umweltbedingungen gedeutet hatten (...wir berichteten).

"Die neuen Analyseergebnisse gehören zu den wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen der Rovermissionen", so Squyres. "Die hohen Karbonatablagerungen in den Aufschlüssen auf dem Mars belegen, dass dieser Ort einst durchaus ideale Voraussetzungen für Leben geboten haben könnte."

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Die Karbonate fanden die Forscher bei der Analyse von Aufschlüssen in der Nähe des sogenannten Husband Hill auf dem Home Plate Plateau, welches von "Spirit" seit 2005 untersucht wurde. Magnesiumeisen-Karbonate machen hier bis zu einem Viertel der untersuchten Aufschlüsse aus - den zehnfachen Wert also von dem, wie er bislang in Marsgestein ermittelt werden konnte.

Zuvor hatten die Forscher jahrelang auf dem Mars erfolglos nach eben solchen hohen Karbonatkonzentrationen gesucht. Zahlreiche Kanäle wurden offenbar einst von fließenden Wassermassen gegraben - zu Zeiten, in welchen die Oberfläche des Roten Planeten durch einen die einst dichtere Marsatmosphäre aufheizenden Treibhauseffekt noch deutlich wärmer war. Diese ehemals dichte Atmosphäre war möglicherweise reich an Kohlendioxid, da dieses heute noch einen Großteil der verbliebenen dünnen Atmosphäre ausmacht.

Für die Forscher ist es nun wichtig, bestimmen zu können, wohin die Mehrheit des einst in wahrscheinlich noch größeren Mengen vorhandenen Kohlendioxids verschwunden ist. Einige Forscher glauben, dass ins All verflogen ist. Andere vermuten, dass es aus der Atmosphäre entschwunden ist, in dem es sich mit Wasser verband und dabei auch die Karbonatminerale entstehen ließ. Zusammen mit dem Nachweis von Karbonaten im Innern von Marsmeteoriten, führte letztere Annahme denn auch in den 1990er Jahren zu der Hoffnung unter den Marsforschern, dass diese Mineralien auch heute noch auf dem Mars zu finden seien. Zwar fanden spektrometrische Untersuchungen der Marsoberfläche Hinweise auf lokale Karbonatlager, dies jedoch bislang nur in einer Gegend und zudem in kleinen Mengen, wie sie mit dem Marsstaub auf dem ganzen Planeten verteilt wurden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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