Das Innere der Lincoln Cathedral | Copyright: Tilman2007/GNU FDLLincoln/ England - Nach langjähriger Recherche will der einstige Offizier der Royal Navy E.C. Coleman den Heiligen Gral, den Kelch des letzten Abendmahls, in dem später auch das Blut Christi aufgefangen worden sein soll, identifiziert haben. Laut Coleman soll der Gral schon 1889 von Arbeitern im Grab von Bischof Oliver Sutton in der Kathedrale von Lincoln gefunden worden sein, wo der Kelch heute noch öffentlich ausgestellt zu sehen ist.
Aufgrund seines Studiums alter Texte, will Coleman den Weg des Heiligen Grals rekonstruiert haben und bei seinen Nachforschungen über Verbindungen zwischen den Kreuzfahrern und mittelalterlichen Heiligen auf dessen Spur gekommen sein, die in Lincoln endete. Das Ergebnis seiner Recherchen hat Coleman aktuell in seinem Buch "The Grail Chronicles" veröffentlicht.
Colemans Buch (im engl. Original)
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In einem Interview mit der britischen Zeitung "Express" (s. Link) erläutert Coleman, dass er nicht behaupte, persönliche Vorteile gegenüber den zahlreichen Gralsforschern vor ihm gehabt zu haben, die schon seit bald 700 Jahren nach dem Kelch Christi suchen, dem zahlreiche Wunder und nicht zuletzt die Kraft ewiges Leben zu verleihen, zugesprochen wird. "Ich bin ganz einfach nur den schriftlichen Indizien und Beweisen gefolgt. Jetzt kann ich allerdings mit Bestimmtheit sagen, dass sich der Heilige Gral in der Kathedrale von Lincoln befindet", ist sich Coleman sicher.
Erstmals gefunden wurde der besagte Kelch von Arbeitern während Reparaturarbeiten im Jahre 1889 neben dem Skelett von Bischof Oliver Sutton, der - 1299 verstorben - in der Lincoln Cathedral beigesetzt worden war.
Zwar sei die Tatsache, dass im Grab eines Bischofs ein Kelch beigegeben wurde für das Mittelalter hat nicht ungewöhnlich, doch dieser Kelch sei anders: "Bislang waren entsprechende Grabbeigaben immer reich dekoriert, dieser hier ist lediglich von schlichter und einfacher Eleganz."
Zunächst, so Coleman, sei der Gral von Kreuzfahrern im Heiligen Land gefunden worden und in den Besitz von Prinz Raimund von Poitiers (Raimund von Antiochia) gelangt. Dieser habe ihn 1149 an seine Nichte Eleonore von Aquitanien übergab, die ihn wiederum bei ihrer Hochzeit mit den britischen König Henry II erstmals nach England brachte, wo sie ihn in die Hände von Tempelrittern übergab. Als die Macht des Ordens Ende des 13. Jahrhundert schwand, soll der Kelch dann von Templern an Edward I und von diesem an Bischof Sutton von Lincoln übergeben worden sein, der dann mit ihm beigesetzt wurde.
Ein Vertreter der Kathedrale zeigte sich derzeit noch zurückhaltend gegenüber den Schlussfolgerungen von Coleman: "Unserer Meinung nach, sind seine Bemühungen zwar ehrenwert, aber einige seiner Schlussfolgerungen erfordern doch große Glaubenssprünge."
- Das vollständige "Express"-Interview mit Coleman finden Sie HIER
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / express.co.uk