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Samstag, 24. Juli 2010

Atmosphäre schützt nicht vor Einschlag von kleineren Eisenmeteoriten

Der Krater des Gebel Kamil Meteoriten | Copyright: Museo Nazionale dell'Antartide Università di Siena

Siena/ Italien - Untersuchungen eines Eisenmeteoriten durch ein Team italienischer Wissenschaftler belegen dass auch ein großer Anteil von Eisenmeteoriten von wenigen Tonnen Gewicht beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht - wie bislang angenommen - zerbrechen. Auch die Untersuchung des Einschlagkraters offenbarte den Wissenschaftlern eine Überraschung.

Laut den Berechnungen der Forscher um Luigi Folco von der "Università degli Studi di Siena" (UNISI), die ihre Arbeit aktuell im Fachmagazin "Science" veröffentlicht haben, wog der nach seinem Einschlagsort in der ägyptischen Wüste benannte Meteorit "Gebel Kamil" zwischen fünf und zehn Tonnen. Zerbrochen war er jedoch nicht, wie bislang vermutet, schon beim Höllenritt durch die Atmosphäre, sondern erst bei Aufschlag am Boden. Hier hat der kosmische Brocken einen rund 45 Meter durchmessenden Einschlagskrater geschlagen und tausende von Trümmerteilen in einem Umkreis von bis zu 450 Metern verteilt.

Der erst 2009 entdeckte und nach geologischen Maßstäben noch relative junge Einschlagskrater zeigte bei seiner Erstuntersuchung erstaunlich gut erhaltene Strukturen auf, wie sie bislang eigentlich nur auf Fels- und Eisplaneten ohne Atmosphäre bekannt waren.

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Insgesamt konnten die Forscher 1,7 Tonnen an Bruchstücken des Meteoriten rund um den Krater sicherstellen. Die hohe Anzahl von mehr als 5.000 Fragmenten bewerten die Wissenschaftler als deutliches Anzeichen dafür, dass Gebel Kamil als ganzes Stück aufgeschlagen war und nicht schon zuvor in der Atmosphäre zerbarst.

Gemeinsam mit Daten des erst vor Kurzem in Kanada entdeckten Whitecourt-Kraters kommen die Forscher zu der Einschätzung, dass rund ein Drittel der Meteoriten von weniger als 3.000 Tonnen Masse nicht in der Atmosphäre zerbrechen und die Erdoberfläche als Ganzes erreichen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / unisi.it / sciencemag.org
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