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Donnerstag, 26. August 2010

Doppelsternsysteme eher ungeeignet für lebensfreundliche Planeten

Welten im Zusammenstoß: Im in einem Binärsystem kollidieren zwei Himmelskörper und liefern so Material für lavaheiße Staubscheiben um die beiden Zentralgestirne (Illu.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Binärsysteme aus zwei sich in engem Abstand umkreisende Sterne sind wahrscheinlich keine idealen Orte für die Entstehung von Leben auf den die Sterne umkreisenden Planeten. Zu dieser Einschätzung kommt eine Studie von Daten des NASA-Weltraumteleskops "Spitzer".

Im direkten Umfeld von drei sich eng umkreisende Sternpaaren entdeckte das Infrarotteleskop eine erstaunlich große Menge an heißem Staub. Dieser Staub, so vermuten die Forscher um Jeremy Drake vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" in ihrem Artikel im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters", stammt wahrscheinlich von massiven Zusammenstößen einiger der die Sterne umkreisenden Planeten: "Sterne in diesen Systemen haben wahrscheinlich nicht viel Glück und Kollisionen stehen hier wohl an der Tagesordnung."

Theoretisch wäre es zwar möglich, dass sich um die Doppelsterne Planeten entwickeln könnten, auf denen auch Leben möglich wäre, doch stünden aufgrund der zahlreichen Kollisionen die Chancen schlecht, dass sich dieses Leben hin zu komplexeren Lebensformen entwickelt haben könnte.

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Die jeweils zwei Sterne der untersuchten Systeme umkreisen sich in Abständen von lediglich rund 3,2 Millionen Kilometern, was gerade einmal rund zwei Prozent des Abstands zwischen Sonne und Erde (AE = Astronomische Einheit) entspricht. Eine Umrundung der beiden aneinander gebundenen Sterne dauert dementsprechend lediglich jeweils nur wenige Tage.

Die Sterne gleichen in Größe unserer Sonne und sind wahrscheinlich mehrere Milliarden Jahre alt und damit in etwa in jenem Alter, in dem sich die Sonne befand, als auf der Erde erstmals Leben entstand. Allerdings rotieren die Sterne aufgrund der starken Magnetfelder und gewaltiger "Sonnenflecken" deutlich schneller als unser Zentralgestirn. Da die hieraus entstehenden solaren Winde die Sterne jedoch abbremst, kommen sich diese immer näher und näher. Die Forscher sehen darin den Beginn des beobachteten planetaren Chaos.

Je näher sich die Sterne kommen, desto stärker Verändern sich die Auswirkungen ihrer Gravitationskräfte, wie sie sich auf die Körper der Systeme auswirken, wenn Asteroiden und Planeten zusammenstoßen. Zwar wurden bislang noch keine Planeten innerhalb der sogenannten habitablen Zone (innerhalb derer sich Planeten befinden müssen, damit auf ihnen Wasser in flüssiger Form existieren kann) um Doppelsternsysteme entdeckt, dennoch sind Gasplaneten bekannten, die etwa das binäre Sternensystem "HW Vir" umkreisen.

Das "Spitzer"-Teleskop entdeckte die Infrarot-Signaturen der gewaltigen Staubscheiben, deren Temperaturen jener von geschmolzener Lava entsprechen. Da alte Staubscheiben schon längst verflogen sein sollten, gehen die Forscher davon aus, dass fortwährenden Kollisionen die Scheibe mit frischem Trümmermaterial versorgen.

"Sollte es auf einem dieser Planeten tatsächlich dennoch Leben geben, so hätte dieses beim Blick an den Himmel eine fantastische Aussicht: Am Himmel stünden hier zwei gewaltige Sonnen, gerade so wie auf dem Heimatplaneten von Luke Skywalker 'Tatooine' in der Weltraumsaga 'Star Wars'", so Koautor der Studie Marco Matranga vom "Palermo Astronomical Observatory" auf Sizilien.

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10. März 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / jpl.nasa.gov
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