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Mittwoch, 25. August 2010

Gewöhnliche Mikroben überleben 553 Tage außerhalb der ISS

Die sog. OU-20-Bakterien unter dem Mikroskop | Copyright: open.ac.uk

Milton Keynes/ England - Bakterien von den Steilküsten der südenglischen Grafschaft Devon haben innerhalb eines Experiments 553 Tage ungeschützt außerhalb der Internationalen Raumstation ISS unbeschadet überlebt. Das Erstaunliche an dieser Entdeckung ist die Tatsache, dass es sich dabei um ganz gewöhnliche Mikroben handelt, deren extreme Überlebensfähigkeit bislang nicht bekannt war.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Karen Olsson-Francis von der "Open University" (OU) berichten, war das Experiment Teil der Suche nach Mikroben, wie sie für Astronauten bei der zukünftigen Erforschung des Sonnensystems hilfreich sein könnten, wie sie etwa zur Lebenserhaltung und für Receylinganwendungen eingesetzt werden sollen. Auch zur Extraktion von Mineralien aus den Böden und Gestein auf Mars und Mond könnten entsprechende Mikroben verwendet werden.

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Die erstaunlichen Ergebnisse des Experiments stützen zudem die sogenannte Panspermie-Theorie, nach der Leben in Form von Mikroben im Innern von Meteoriten von einem Planet zu anderen transportiert werden kann.

Astronauten bei der Rücknahme der Mikrobenproben außerhalb der ISS | Copyright: NASA

Außerhalb der ISS waren die Mikroben der Bezeichnung "UO-20" unter anderem extremem ultraviolettem Licht, kosmischer Strahlung und dramatischen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Zudem wurden selbst die kleinsten Reste von Wasser im Trägergestein durch das Vakuum des Weltraums verkocht. Wie genau die Mikroben diese unwirtlichen Bedingungen so lange überlebt haben konnten, wird derzeit genauestens untersucht. Ein Grund könnten die besonders dicken Zellwände der untersuchten Mikrobenart sein.

Zwar war bereits zuvor bekannt, dass einige Bakterienarten einen längeren und ungeschützten Aufenthalt im All überstehen können, doch handelt es sich bei den nun getesteten Mikroben aus der Gruppe der Gloeocapsa-Bakterien erstmals um Photosynthese nutzende Cyanobakterien.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / open.ac.uk / bbc.co.uk
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