https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Freitag, 6. August 2010

Mythos Teotihuacán: 1800 Jahre alte Kammer soll geöffnet werden

3D-Computermodel des Tunnels unter dem Tempel der "gefiederten Schlange" | Copyright: inah.gob.mx

Mexico City/ Mexiko - Nach achtmonatigen Grabungsarbeiten haben mexikanische Archäologen 12 Meter unterhalb des Tempels der "gefiederten Schlange" (Quezalcoatl) in der Ruinenstadt Teotihuacán einen Tunnel entdeckt, der zu zahlreichen Kammern führt. Jetzt hoffen die Archäologen bei der Öffnung der Kammern auf die Gebeine der einstigen Herrscher der sagenumwobenen Stadt zu stoßen und damit zahlreiche Fragen rund um Teotihuacán beantworten zu können.

Wie die Archäologen um Sergio Gomez Chavez vom "Instituto Nacional de Antropologia e Historia (INAH) berichten, war der 2003 entdeckte und rund 100 Meter lange Tunnel seit 1800 Jahren unzugänglich. In frühestens zwei Monaten, so hoffen die Forscher, wird es möglich sein, den Tunnel direkt zu begehen und zu erforschen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Mit einem Laserscanner konnten die Forscher nach Entfernung von mehr als 200 Tonnen Erdreich, mittlerweile ein dreidimensionales Computermodel der ersten 37 Meter des Tunnels erstellen. Weiter kommt selbst der bis zu 100 Meter reichende Laser nicht, da seine Strahlen von einem großen Gegenstand blockiert werden - möglicherweise ein herabgefallener Steinblock. Während der Freilegungsarbeiten fanden die Archäologen rund 60.000 Stücke von Gegenständen und Töpferware.

3D-Scan des Tunnels | Copyright: inah.gob.mx

Wann genau der Tunnel angelegt wurde, können die Forscher bislang noch nicht sagen. "Es gibt zahlreiche Hinweise, die darauf hindeuten, dass der Tunnel zwischen 200 und 250 n. Chr. verschlossen wurde. Möglicherweise, nachdem etwas in den Kammern hinterlegt worden war", erklärt Gomez. Die Archäologen hoffen, in der großen Kammer die Überreste der einstigen Herrscher von Teotihuacan zu finden.

Den Tunnel selbst, der noch vor dem Tempel des Quezalcoatl angelegt und später durch große Steine von den Bewohnern Teotihuacán blockiert worden war, interpretieren die Wissenschaftler als Symbol für das spirituelle Konzept der Unterwelt. Möglicherweise wurden in den Kammern also auch Initiationsrituale und andere Zeremonien durchgeführt.

Geländemodell mit Tempel und Tunnel | Copyright: inah.gob.mx

Sollten in den Kammern tatsächlich Überreste der einstigen Herrscher Teotihuacán gefunden werden, erhoffen sich die Archäologen völlig neue Einblicke in die präkolumbischen Kulturen Mittelamerikas.

Teotihuacán, "der Ort, an dem die Menschen zu Göttern werden", wurde wahrscheinlich um das Jahr 100 erbaut und war in etwa so groß wie das antike Rom. Zentrum der Stadtanlage ist die 65 Meter hohe Sonnenpyramide mit einer Grundfläche von 220 mal 220 Metern. Bis ins Jahr 600, so vermuten Archäologen, war Teotihuacán das kulturelle Zentrum Mittelamerikas, wurde jedoch nach einem Großbrand zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert aufgegeben und verlassen.

Quezalcoatl, die "gefiederte Schlange", ist eine unter den mesoamerikanischen Kulturen verbreitete Gottheit, unter anderem auch also der Azteken und Tolteken. Unter dem Namen Kukulcan, wird er auch von den Maya verehrt. Er gilt als Schöpfergott und Gottheit des Windes, des Himmels, der Erde und der Meere.

Bücher zum Thema:

- - -


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / inah.gob.mx
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE