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Dienstag, 31. August 2010

Wollte die NASA Spielbergs "Close Encounters" stoppen?

Hollywood-Regisseur Steven Spielberg | Copyright: Public Domain

Bristol/ England - Seit seiner Erstaufführung im November 1977 ranken sich um den Kinoerfolg "Die Unheimliche Begegnung der Dritten Art" (Close Encounters of the Third Kind) von Steven Spielberg zahlreiche Legenden und Spekulationen über die Motive und Hintergründe des Erfolgsregisseurs und Verschwörungstheorien über die Beteiligung von US-Regierungsorganisationen. Zwei britische Wissenschaftler haben sich dem Thema nun angenommen und liefern neue Einblicke in das Kontroverse Thema.

In seinem Buch "Reel Power: Hollywood Cinema and American Supremacy" über das "Hollywood-Kino und die Vormachtstellung der USA" untersucht Dr. Matthew Alford die Theorie darüber, ob und wie der CIA und andere US-amerikanische Geheimdienste und Regierungsorganisationen Hollywoodproduktionen für Film und Fernsehen beeinflussen und dadurch die öffentliche Wahrnehmung bestimmter Themen manipulieren aber auch die Reaktionen der Öffentlichkeit zu testen. Alford selbst promovierte 2008 an der "University of Bath" über US-Propaganda in zeitgenössischen Hollywoodfilmen (A Propaganda Model for Hollywood? Representations of American Foreign Policy in Contemporary Films).

Neben zahlreichen anderen Beispielen geht Alford gemeinsam mit seinem Kollegen Robbie Graham in einem gemeinsamen Artikel auch auf den Fall des Science Fiction-Klassikers "Close Ecnounters" von 1977 ein. Bei ihren Recherchen stießen die Forscher auf ein Interview mit Steven Spielberg aus dem Jahre 1978, welches in der mittlerweile eingestellten Zeitschrift "Cinema Papers" veröffentlicht wurde.

Auf die Frage, an welchem Punkt während der Vorbereitungen zu "Close Encounters" die Überzeugung, den Film zu machen, die Zweifel daran überwogen, antwortete Spielberg damals: "Ich habe meinen Glauben an die Sache gefunden, als ich erfahren habe, dass die Regierung gegen den Film war. Als die NASA dann auch noch die Zeit fand, mir einen 20-seitigen Brief zu schreiben, wusste ich, dass da tatsächlich etwas dran sein musste."

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Weiterführend erläutert Spielberg im "Cinema Papers"-Interview: "Ich hatte mir eigentlich eine Kooperation mit ihnen (NASA und US-Regierung) erhofft. Doch als sie das Drehbuch gelesen hatten, wurden sie sehr wütend und glaubten, dass es ein Film sei, der sehr gefährlich sein würde."

Sich selbst gegenüber erklärte sich der Regisseur diese ablehnende Haltung damals wie folgt: "Ich glaube, dass sie (NASA) den Brief damals hauptsächlich deshalb geschrieben hatte, weil 'Jaws' (Der Weiße Hai, 1975) weltweit so viele Menschen davon überzeugt hatte, dass es Haie auch in ihren Toiletten, Badewannen und nicht nur in den Ozeanen und Flüssen gäbe. Man hatte Angst, dass eine ähnliche Epidemie sich auch um UFOs einstellen könnte."

Für Robbie Graham von der "University of Bristol", der gemeinsam mit Alford kürzlich einen Artikel mit dem Titel "Spielberg's UFO Secrets" (Spielbergs UFO-Geheimnisse) veröffentlicht hat (s. Links), ist es mehr als wahrscheinlich, dass Spielberg durch seine guten Kontakte zu hochrangigen US-Politikern, darunter die US-Präsidenten Carter, Reagen und Clinton und wegen seiner mehrfachen Auszeichnungen durch das Verteidigungsministerium inoffiziell mehr über das UFO-Wissen der USA weiß als viele andere.

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Im Interview mit der amerikanischen Journalistin Linda Moulton Howe (earthfiles.com) erklärt Graham: "Ich halte es für plausibel, dass Spielberg über die Jahre hinweg über inoffizielle Wege Zugang zu geheimen Informationen über UFOs hatte."

Zugleich gibt der Forscher jedoch auch zu bedenken, dass Spielberg ganz sicher nicht in die tiefsten Ufo-Geheimnisse eingeweiht wurde. "Ich glaube, dass Spielberg lediglich hier und da eine inoffizielle Bestätigung seiner geäußerten Vermutungen bekam. (...) denn schlussendlich ist er nur ein Filmregisseur, hat keine 'Above Top Secret'-Freigabe und ist eine Person, die auch gerne mal redet. Ich will damit nicht sagen, dass er keine Geheimnisse für sich behalten kann, aber ich denke nicht, dass die Verantwortlich ein Interesse daran hätten, ihm zu viel zu sagen."

Spielbergs 2005 offiziell bekundete Abkehr von seiner einstigen festen UFO-Überzeugung sieht der Wissenschaftler hingegen als Ergebnis der angeblichen Teilnahme Spielbergs an einem Treffen der "Bilderberger Konferenz" im Jahre 1999 und vermutet, dass Spielbergs Kehrtwende in Sachen UFOs ihm so eine Art politisches Überleben sichern sollte.

Wie die beiden Autoren in ihrem Artikel "Spielbergs UFO Secrets" erläutern, verliefen die Bemühungen um eine Veröffentlichung des von Spielberg beschriebenen Briefs der NASA sowohl bei der Raumfahrtbehörde, dem US-Verteidigungsministerium als auch bei Spielberg selbst bislang ergebnislos: "Spielbergs Publizist Marvin Levy versicherte uns zweifach, dass er Spielberg auf den Brief und unsere Anfrage hierzu ansprechen werde. Bislang haben wir nichts von ihm gehört. Es gibt natürlich die Möglichkeit, dass es diesen Brief nie gegeben hat. Schon Spielbergs Biograf, Ray Morton, unterstreicht den Umstand, dass 'Steven Spielberg es mag, zu übertreiben und ein Faible dafür hat, Geschichten zu erzählen (...) er hat ein großes Talent gewöhnliche Tatsachen zu etwas viel Interessanterem zu verdrehen."

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- Den vollständigen Artikel von Linda Moulton Howe, mitsamt dem Interview mit Robbie Graham und einem Transkript des Artikel "Spielbergs UFO Secrets" im englischen Original finden Sie HIER

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / earthfiles.com





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