Montag, 18. Oktober 2010

Benoit Mandelbrot: Vater der Fraktale verstorben

Benoit Mandelbrot (1924- 2010) im Jahr 2007 | Copyright: Rama / CeCILL, cc-by-sa 2.0

Cambridge/ USA - Er gilt als einer der wichtigsten Forscher des 20. Jahrhunderts: Im Alter von 85 Jahren ist der in Polen geborene französisch-US-amerikanische Mathematiker Benoit B. Mandelbrot bereits am vergangenen Donnerstag an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben. Berühmt wurde Mandelbrot durch seine Erforschung fraktaler Mathematik und Geometrien und der Entdeckung der nach ihm benannten Mandelbrot-Menge, ein fraktales Muster, das unter der Bezeichnung "Apfelmännchen" nicht nur in der Fraktalmathematik, sondern auch in der psychedelischen Kunst, Popkultur und sogar in Form eines Kornkreismusters Bekanntheit erlangte.

Der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler war emeritierter Sterling Professor an der "Yale University", und wissenschaftlicher Mitarbeiter sowohl am "Thomas J. Watson Research Center" von IBM als auch am "Pacific Northwest National Laboratory". Sein Hauptwerk "Die fraktale Geometrie der Natur" gilt zugleich als seine bekannteste Veröffentlichung.

Die Mandelbrot-Menge | Copyright: Firin Da Lazor / cc-by-sa 3.0

Basierend auf seinen mathematischen Forschungen prägte Mandelbrot den Begriff "Fraktal" für natürliche oder künstliche Strukturen und Gebilde mit hoher sogenannter Selbstähnlichkeit. Von dieser Selbstähnlichkeit spricht man, wenn ein Objekt aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst besteht. Bekannte Objekte aus der belebten Natur sind die Rosen des Blumenkohls, Farne oder Verästelungen von Bäumen, deren Strukturen sich bis in die Blattadern ähneln aber auch wachsende Kristalle

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In der Chaosforschung spielt die erstmals von Benoit Mandelbrot errechnete und 1978 zum ersten Mal von Peter Maetlski und Robert Brooks dargestellte "Mandelbrot-Menge" eine zentrale Rolle. Durch leichte Unterschiede in den Teilstrukturen, bildet das aus diesem Grund nicht perfekt selbstähnliche Apfelmännchen die Grundlage für auf den ersten Blick chaotisch erscheinende Formen, deren Teilmengen jedoch immer wieder aus Variationen des Apfelmännchens bestehen. Nicht zuletzt aus diesem Grund gilt die Mandelbrot-Menge nicht nur in der Chaosmathematik als symbolischer Übergang zwischen Ordnung und Chaos.

Detailansicht von der Mandelbrot-Menge | Copyright: Wolfgang Beyer / GNU FDL, CC-by-sa 3.0

Das "Apfelmännchen" fand und findet jedoch nicht nur in der mathematischen Chaosordnung seine Anwendung, sondern wurde und wird immer wieder auch gerne in der sogenannten psychedelischen Kunst genutzt und wurde sogar zu deren bis zum Kitsch überzeichneten populärsten Symbol.

Erneut für Aufsehen sorgte Madelbrots Apfelmännchen auch in grenzwissenschaftlichen Kreisen am 12. August 1991 als in einem Kornfeld bei Ickleton, südlich von Cambridge in der Grafschaft Cambridgeshire ein Kornkreis in Form einer Mandelbrot-Menge entdeckt wurde.

Mandelbrot-Kornkreis nahe Ickleton in Cambridgeshire, entdeckt am 12. August 1991 | Copyright: George Wingfield

Einst auf das Kornkreismuster angesprochen, soll (so eine kursierende Anekdote) Mandelbrot erwidert haben, dass er nicht viel über Kornkreise selbst sagen könne, dass er sich aber angesichts des Kornkreismusters freue, wenn man sich eines Tages in dieser Form an ihn erinnern würde.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de
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