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Donnerstag, 11. November 2010

Erneutes Experiment: Künstliches "Spuk-Hotel" erbringt keinen Beweis für Infraschall-Erklärung für Spukphänomene

Screenshot der Webseite des "Gravesend Inn – Spuk-Hotels" | Copyright: gravesendinn.com

New York/ USA - In einem Versuchsaufbau haben US-Forscher die Theorie von Spuk-Skeptikern getestet, wonach Infraschall dazu führen kann, dass Menschen das Gefühl haben, nicht alleine in einem Raum zu sein und in der Folge Spukphänomene- und Erscheinungen zu erleben glauben. Die Auswertung der Experimente mit Probanden in dem mit Infraschallgeneratoren gespickten Spuk-Hotel "Gravesend Inn" konnte keine Hinweise auf eine derartige Verbindung liefern und stützt dadurch frühere Experimente britischer Wissenschaftler.

John Huntington ist Professor für Unterhaltungstechnologie am "New York City College of Technology" (CUNY) und hatte sich zu dem Experiment entschlossen, nachdem er, nach einem Vortrag des Spuk-kritischen Psychologen Professor Richard Wiseman, mit diesem in Kontakt gekommen war.

In frühen Experimenten will Wiseman eine Verbindung zwischen Infraschall und der Wahrnehmung von Spukphänomenen erkannt haben. Auch der Neurowissenschaftler Michael Persinger glaubt durch den gezielten Einsatz von elektromagnetischen Feldern Menschen dazu gebracht haben, Spukerscheinungen zu erleben. Doch schon Folgestudien zu Persingers Versuchen konnten die beschriebenen Effekte nicht eindeutig reproduzieren und werden seither immer wieder kontrovers diskutiert.

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Auch Huntingtons Experimente im "Haunted Hotel" (Spukhotel) im vergangenen August konnten trotz zufallsgenerierter Infrabeschallung der Probanden keine statistisch signifikante Verbindung mit der Wahrnehmung von Spukphänomenen nachweisen.

Damit bestätigt auch Huntingtons "Spukhotel" die Ergebnis eines ähnlichen Versuchsaufbaus einer "Spuk-Kammer", in der englische Forscher um Professor Chris French von der "Anomalistic Psychology Research Unit" (APRU) am Londoner "Goldsmiths College" (GCL) einen Raum gebaut hatten, in dem Infraschall und elektromagnetische Felder künstlich erzeugt werden konnten. Auch in diesem "The Haunt Project" (Das Spuk Projekt) wurde versucht, einige der typischen Wahrnehmungserscheinungen an angeblichen Spukorten künstlich durch den Einsatz von elektromagnetischen Feldern (EMF) und den für das menschliche Ohr nicht hörbaren Infraschall herbeizuführen. Zu diesen Wahrnehmungen zählen u. a. das Empfinden einer nicht physischen Anwesenheit, Schwindelgefühle, unerklärliche und plötzliche auftretende Gerüche und huschende Schatten.

Obwohl viele der Probanden leichte ungewöhnliche Empfindungen beschrieben, konnte im Experiment jedoch keine konkrete Beziehung zwischen diesen Empfindungen und dem Vorhandensein (oder auch Nichtvorhandensein) von EMF-Feldern und/oder Infraschall nachgewiesen werden. Die wenigen ungewöhnlichen Empfindungen führen die Forscher auf die Tatsache zurück, dass die Probanden zuvor über die möglichen Auswirkungen informiert worden waren und mit einer entsprechenden Erwartungshaltung (Angst) in das Experiment gegangen waren (...wir berichteten)

- Die Hintergründe und Ergebnisse seiner aktuellen Experimente hat Huntington in einem ausführlichen Bericht auf seiner Webseite "Control Geek" dokumentiert.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / controlgeek.net
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