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Montag, 8. November 2010

SETI-Astronomen dehnen Suche nach außerirdischen Signalen aus

Die Standorte der an "Project Dorothy" beteiligten Observatorien | Copyright: nhao.jp

Mountain View/ USA - Im 50. Jubiläumsjahr der organisierten Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) weiten Astronomen international derzeit diese Suche auf weitere, unserem Sonnensystem vergleichsweise nahe gelegene Sterne aus, darunter finden sich auch zwei Sterne, die bereits Ziel der ersten Bemühungen waren.

Noch bis Ende November 2010 suchen SETI-Astronomen in auf fünf Kontinenten sowohl nach Radiosignalen, als auch nach Lichtsignalen, wie sie mittels Lasern ausgesendet werden könnten.

Im April 1960 startete der Astronom und SETI-Pionier Frank Drake das "Projekt Ozma", dessen Name sich auf das Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" beruft. Mit dem Start der neuen Suche im Rahmen von "Projekt Dorothy" (der Hauptfigur des Romans von Lyman Frank Baum.) setzt der das Projekt führende japanische Astronom Shin-ya Narusawa vom "Nishi-Harima Astronomical Observatory" diese Tradition nun fort.

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Wie schon "Projekt Ozma", so nimmt nun auch "Dorothy" unter anderem die nahen Sterne "Tau Ceti" und "Epsilon Erdani" ins Visier. "Hierbei handelt es sich um die beiden nächstgelegenen sonnenähnlichen Sterne der nördlichen Hemisphäre", erläutert Narusawa. "Aus diesem Grund gehören sie schon seit einem halben Jahrhundert zu den am meisten geeigneten Sternen für SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence). (...) Seit 'Projekt Ozma' hat sich die Astronomie erheblich weiterentwickelt und mittlerweile sind fast 500 Planeten bekannt, die ferne Sterne umkreisen. Einige dieser 'Sonnensysteme' besitzen zudem Planeten, die ihren Stern im richtigen Abstand umkreisen, um möglicherweise sogar Leben zu ermöglichen (habitable Zone). Und auch solche Sterne werden nun von 'Projekt Dorothy' beobachtet."

Da sich unser Planet ständig dreht, sind die Sterne von einem Standpunkt aus betrachtet immer nur für einen begrenzten Zeitraum zu sehen. Durch 'Projekt Dorothy' wollen die SETI-Astronomen nun auch die internationale Zusammenarbeit und Koordination der Beobachtungen einüben und testen. "Selbst wenn 'Dorothy' keine außerirdischen Signale findet, sollen die Erfahrungen der internationalen Zusammenarbeit genutzt werden, um sich auf jenen Tag vorzubereiten, an dem ein solches Signal entdeckt wird und es darum geht, dieses Signal durch Folgebeobachtungen zu bestätigen", erläutert der Projektwissenschaftler Douglas Vakoch vom "SETI Institute".

Neben "Tau Ceti" und "Epsilon Erdani" beobachtet "Projekt Dorothy" auch die Sterne "Eta Arietis", "HD 69830", "55 Cancri", "HD 168746" und "Giese 581":

Während im Umfeld der Sterne "Tau Ceti" (12 Lichtjahre von der Erde entfernt)
und "Eta Arietis" (in 98 Lichtjahren Entfernung) bislang noch keine Exoplaneten entdeckt wurden, ist um "Epsilon Eridani" (11 Lichtjahre entfernt) mindesten ein jupitergroßer Gasplanet und ein bislang noch nicht eindeutig bestätigter Planet bekannt.

"HD 69830" beheimatet drei bislang bekannte Planeten. Einer davon, ein Planet von etwa der Größe des Neptun, ist also etwa vier Mal so groß wie die Erde und umkreist seinen Stern sogar in der sogenannten habitablen Zone, jener Region also, in welcher, aufgrund gemäßigter Temperaturen, Wasser in flüssiger Form auf einen entsprechenden Planeten existieren kann.

"55 Cancri" wird sogar von gleich fünf bislang bekannten Planeten umkreist. Auch hier befindet sich einer der Planeten, mit etwa 0,14 Jupitermassen, innerhalb der "bewohnbaren Zone" (...wir berichteten).

Nur ein bekannter Planet, mit 0,23 Jupitermassen, umkreist hingegen "HD 168746", doch auch dieser in etwa erdgroße Planet könnte sich zumindest 100 Millionen Jahre lang innerhalb der habitablen Zone bewegen.

"Gliese 581" hingegen wartet mit gleich sechs bislang bekannten Planeten auf, die ihn umkreisen. Mindestens einer, vielleicht sogar zwei dieser Planeten befindet sich innerhalb der lebensfreundlichen Zone (...wir bericheteten).

- Weitere Informationen zu "Project Dorothy" finden Sie HIER

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / seti.org / nhao.jp
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
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