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Donnerstag, 25. November 2010

Wissenschaftler reaktivieren Uralt-Mikroben aus Salzkristallen

Prof. Tim Lowstein bei der Probeentnahme der Salzkristalle | Copyright: binghamton.edu

Binghampton/ USA - US-Wissenschaftlern ist es gelungen, Mikroben, die vor Tausenden von Jahren in Salzwassertropfen im Innern von Salzkristallen eingeschlossen wurden, erneut zum Leben zu erwecken.

Schon seit Jahrzehnten werden die sogenannten flüssigen Einschlüsse von Wissenschaftlern eingehend untersucht und in ihnen nach Mikroben gefahndet. Entsprechende Wassereinschlüsse wurden bereits in Kristallen gefunden, deren Alter zwischen mehreren tausend bis hin zu mehreren Millionen von Jahren rangiert.

Frühere Versuche, aus den eingeschlossenen Wassertropfen Mikroben zu kultivieren, standen immer unter der kritischen Fragestellung, ob es sich bei den gefundenen Mikroben tatsächlich um uralte Lebensformen oder neuzeitliche Kontaminationen handelte, konnte letztere doch nie hundertprozentig ausgeschlossen werden.

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Wie das Team um die Professoren Tim Lowenstein und J. Koji Lum von der "Universty of Binghamton" berichtet, sei es nun gelungen, dieses Problem zu beheben und im Innern der untersuchten Salzkristallen wurden die Forscher erneut fündig: "Im Innern der Einschlüsse haben wir nicht nur Bakterien sondern auch unterschiedliche Arten von Algen entdeckt. Diese Algen stellen möglicherweise die Nahrung der Bakterien da, durch welche die Bakterien so lange überleben konnten."

"Im Innern der Einschlüsse stießen wir auf ein eingefangenes Ökosystem", erläutert Lum. "Einige dieser eingeschlossenen Kerlchen ernähren sich dabei von anderen. Auch von jenen Lebensformen, die bereits tot sind, konnten wir erhaltene DNA extrahieren."

Durch die Sequenzierung der DNA und Kultivierung der Bakterien sei es nun möglich, die Entwicklung dieser Organismen zu beobachten und zu erforschen, wie diese auf klimatische Veränderungen reagieren.

Die Proben selbst, hatten die Forscher in den Regionen des Death und Saline Valley in Kalifornien, aber auch an Orten in Michigan und Kansas entnommen. Hierbei handelt es sich um extreme Umgebungen, in welchen die Temperaturen in der Vergangenheit über 50 Grad Celsius erreicht haben können. Auch das stark salzhaltige Wasser überleben nur extrem widerstandsfähige Organismen (sog. Extremophile) - für die Konservierung der DNA waren derartige Bedingungen jedoch ideal.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / binghamton.edu
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