Dienstag, 1. Juni 2010

Zwei Neue Kornkreise in England

Morgenpanorama mit Kornkreis (l.) am Silbury Hill | Copyright: Andrew Pyrka, cropcirclewisdom.com

Avebury/ Wiltshire - Nachdem im Vergleich zu den Vorjahren bislang auch in Südengland erst auffallend wenig Kornkreise entstanden, wurden nun in den vergangenen Tagen zwei neue Formationen in der englischen Grafschaft Wiltshire entdeckt.

Bereits seit einigen Tagen war bekannt, dass sich an den West Woods in der Nähe von Lockeridge eine kleine Formation befinden soll. Bestätigt konnte diese jedoch erst bei einem Suchflug am 31. Mai 2010 werden. In einem der letzten noch gelben Rapsfelder fand sich ein Muster, dass eine Zelle und ein Spermium darzustellen scheinen. Eine Begehung der Formation am Boden fand bislang noch nicht statt.

Luftbild: Kornkreisformation bei Lockerdige, Wiltshire | Copyright: Andrew Pyrka, cropcirclewisdom.com

Luftbild: Kornkreis am Silbury Hill, Wiltshire | Copyright: Andrew Pyrka, cropcirclewisdom.com

Bei selbigem Suchflug konnte auch eine am Morgen des 31. Mai bereits vom Boden aus entdeckte Formation am Silbury Hill dokumentiert werden. Bei dem auf Kreisen basierenden sechsseitigen Blütenmuster handelt es sich um die erste englische Formation des Jahres in einem Getreidefeld, nämlich in junger Gerste. Der Gesamtdurchmesser des Musters beträgt rund 60 Meter.

Grafische Rekonstruktion | Copyright: A. Müller, kornkreise-forschung.de

Nachdem der Farmer in den vergangenen Jahren immer wieder Interessierten Zutritt zu dem Feld gewährt hatte, hat er heuer ein Schild aufgestellt, mit welchem er darum bittet, das Feld nicht zu betreten, da er hofft, dass sich die noch recht junge Gerste wieder aufrichten und somit später geerntet werden könnte. Der Kornkreis selbst stellt für ihn als Landwirt verständlicherweise "kriminelle Sachbeschädigung" dar.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Begehung des Kornkreises unerwünscht | Andrew Pyrka, cropcirclewisdom.com

Tatsächlich haben sich jedoch schon die ersten unachtsamen Besucher ihre Wege durch das stehende Getreide gebahnt. Seit Jahren bemühen sich Kornkreisforscher vor Ort, bei Kornkreisbesuchern ein Gespür dafür zu erwecken, dass es sich bei Feldern und Kornkreisen um Land und Eigentum der Farmer handelt und die Felder nur mit deren Erlaubnis entlang der Traktorspuren betreten werden sollen, um damit keine weiteren Ernteschäden zu verursachen. "Leider halten sich immer noch viel zu wenige an diesen Verhaltenscodex, rauchen sogar im Innern strohtrockener Felder, lassen Tiere und Kindern freien Lauf durch das stehende Korn oder hinterlassen Müll in Kornkreisen und Feldern", erklärt der deutsche Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller (kornkreise-forschung.de). "Selbst der von Forschern selbst finanzierte Druck einer kleinen Broschüre ("Crop Circle Etiquette"), die überall im Kornkreisland frei verteilt wurde und selbst in Buchläden, Restaurants und Tourismuszentren kostenlos ausliegt, hat an diesem andauernden Fehlverhalten bislang leider erst wenig geändert."

+ + + WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA + + +
Weitere Kornkreise in Italien und England

29. Mai 2010
Eulersche Identität: Neuer englischer Kornkreis codiert "schönste mathematische Formel"
24. Mai 2010

Bücher zum Thema:


- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / cropcirclewisdom.com

Psychologen und Forscher diskutieren Entführungen durch Außerirdische

Vielfach beschriebenes Szenario einer angeblichen Entführung durch Außerirdische (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Boston/ USA - Im Rahmen des Jahrestreffens der "Association for Psycological Science" unter dem Motto "Revolutionary Science" (Revolutionäre Wissenschaft) fanden sich am vergangenen Wochenende namhafte Psychologen zu einer kontroversen Expertendiskussion über angebliche Entführungen durch Außerirdische zusammen.

Unter der Fragestellung "Alien Abduction Experiences: Normal Science or Revolutionary Science?" (Das Erleben von Entführungen durch Außerirdische: normale oder revolutionäre Wissenschaft?" diskutierten am vergangenen Sonntag Stuart Appelle, Susan Clancy und Budd Hopkins.

Dabei wollten die Wissenschaftler das Thema des Treffens, "revolutionäre Wissenschaft" als jene Forschung verstanden wissen, die bereits existierende Paradigmen der "normalen" Wissenschaft zu Fall bringt und stattdessen neue etabliere. Vor diesem Hintergrund würden Erlebnisse von Entführungen durch Außerirdische (Alien Abductions) zwar von der populären Kultur akzeptiert, jedoch von der Wissenschaft abgelehnt. Genau dieser Zustand sei die beste Voraussetzung über das Phänomen auf dieser Tagung zu diskutieren.

Dr. Stuart Appelle, Dekan der "School of Science and Mathematics" an der "State University of New York" in Brockport und Herausgeber des "Journal of UFO Studies" behauptete in seine Darlegungen, dass die Realität von Alien Abductions von Wissenschaftlern in der Regel abgelehnt werde, auch wenn es derzeit weder naturwissenschaftliche Beweise noch Argumente gebe, die eine solche Ablehnung a priori rechtfertige. Stattdessen sage diese typische Reaktion mehr über die Soziologie von Theorieentwicklung in der wissenschaftlichen Psychologie aus, als über eine ordentliche und saubere Einschätzung des eigentlichen Phänomens.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

So würden viele Forscher die Entführungserinnerungen beispielsweise oft als Folge sogenannter Schlafparalyse im Schlafzimmer (Bewegungsunfähigkeit im Schlaf) abtun. Tatsächlich würden die Fallberichte jedoch belegen, dass die meisten Berichte von "Alien Abductions" sich weder in den Schlafräumen noch während des Schlafes der Opfer ereignen.

Dr. Susan Clancy, Psychologin an der "INCAE Business School" in Managua und Autorin des Buches "Abducted: How People Come to Believe They Were Kidnapped by Aliens" (Entführt: Wie Menschen dazu kommen zu glauben, dass sie von Aliens entführt wurden) vertrat hingegen die Theorie, dass es sich bei vermeintlichen Erinnerungen als Entführungen durch Auerirdische nicht um real erlebte Erfahrungen, sondern um sogenannte "false memories", also falsche Erinnerungen handele: "Personen, die behaupten, von Außerirdischen entführt worden zu sein, wurden schon oft anhand zahlreicher Varianten psychologischer Paradigmen untersucht. Sie zeigen mehr falsche Erinnerungen als Kontrollpersonen ohne derartige Erfahrungen auf." Aus diesem Grund würden diese, im englischen als "Alien Abductees" bezeichnete Personen, ähnlich wie Personen, die von wieder zutage getretenen traumatischen Erinnerungen berichten, auch dazu tendieren, sowohl unter Laborbedingungen aber auch im richtigen Leben derartige "false memories" zu erzeugen, zu einer starken Fantasie und Tagträumen tendieren.

Ursprünglich als Teilnehmer an der Diskussion angekündigt, dann aber dennoch abwesend, war auch Dr. Roger K. Pitman von der "Harvard Medical School". Er verglich "Alien Abductees" mit Opfern posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD), wenn auch die "Entführungsopfer" erhöhte physiologische Reaktionen zeigen, wenn sie sich an die fraglichen Erlebnisse erinnern. Die Frage, ob derartige Reaktionen jedoch auch bedeuten, dass sich die erinnerten Ereignisse auch tatsächlich so zugetragen haben, verneinte Pitman. Emotionale Erregungen könnten unterschiedliche physiologische Reaktionen hervorrufen. Tests mit Lügendetektoren hätten gezeigt, dass Testpersonen auch erhöhte physiologische Reaktionen zeigten, wenn die gelogen haben.

Entsprechenden Allgemeinerklärungen für das auch als Abduktions-Phänomen bezeichnete Phänomen stellte der langjährige "Alien Abduction"-Erforscher Budd Hopkins in seinen Darlegungen zahlreiche Fälle entgegen präsentiert, in welchen an den Orten der berichteten Entführungen physikalische Spuren gefunden, beprobt und analysiert werden konnten. Auch zeigte der von der außerirdischen Quelle der Phänomene überzeugte Hopkins Wunden der "Opfer", wie sie sich auch in gänzlich voneinander unabhängigen Fällen auffällig gleichen und diskutierte die dazugehörigen dermatologischen Untersuchungsergebnisse.

Schon 1992 versammelten sich neben Untersuchern des Abduktions-Phänomens auch zahlreiche Naturwissenschaftler am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT), um über die bizarren Erlebnisse der - egal wie man die Erinnerungen deuten mag - "Opfer" zu diskutieren. Die aus dieser vom 2004 verstorbenen Pulitzer-Preisträgers und Harvard-Professors John E. Mack organisierten Konferenz resultierende Dokumentation gilt heute noch als Standardwerk der wissenschaftlichen Erforschung dieser Phänomene.

Bücher zum Thema:


- - -

+ + + MELDUNGEN ZUM THEMA + + +
Forscher und Skeptiker kritisieren Abduction-Kino "The Fourth Kind"
16. November 2009

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / psychologicalscience.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE