Donnerstag, 1. Juli 2010

Fossilienfunde: Komplexe Lebensformen deutlich älter als bislang gedacht

Computerrekonstruktion der ersten mehrzelligen Lebewesen | Copyright: CNRS Photothèque / A. El Albani & A. Mazurier

Poitiers/ Frankreich - Französische Wissenschaftler haben im westafrikanischen Gabun Fossilien entdeckt, die darauf hinweisen, dass komplexe Lebewesen offenbar wesentlich früher entstanden sind als bislang angenommen.

Mehrzellig und komplex organisiertes Leben ist demnach schon vor 2,1 Milliarden Jahren entstanden. Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass sich derartige Lebensformen erstmals erst vor rund 1,9 Milliarden Jahren entwickelt hatten. Der neue Fund datiert die Schwelle also rund 200 Millionen Jahre vor.

Wie die Forscher um dem Paläonthologen Abderrazak El Albani von der "Université de Poitiers" im Fachmagazin "Nature" berichten, handelt es sich bei den Funden um bis zu 12 Zentimeter Strukturen im Gestein, welche die Forscher für Fossilien von austernartigen Lebewesen halten.

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In Schwarzschieferschichten fanden die Forscher mehr als 250 der besagten Strukturen, jedoch in vielfältiger Ausformung und Größe. Aus diesem Grund halten die Wissenschaftler auch eine Verwechselung mit ähnlich wachsenden Mineralien für ausgeschlossen. Gestützt wird die Annahme, dass es sich also nicht um sogenannte Pyrit-Sonnen, sondern um Fossilien hochkomplexer Lebewesen handelt, durch den Fund von organischen Kohlenwasserstoffmolekülen, die als eindeutiger Indikator für Zellen mit Zellkernen und Zellmembran dienen.

Fundstelle der zahlreichen Fossilien | Copyright: CNRS Photothèque / A. El Albani & A. Mazurier

Entstanden waren die Lebewesen nach großen Sauerstoffanreicherung der Erdatmosphäre vor rund 2,4 Milliarden Jahren, bei der durch den Sauerstoffausstoß von damals bereits existierenden Mikroben und deren gleichzeitigem Verzehr von Kohlendioxid die Erdatmosphäre nach und nach zur lebensfreundlichen Hülle wurde und somit auch die Entwicklung komplexer Lebensformen begünstigte.

Warum es jedoch noch 1,5 Milliarden Jahre gedauert hatte, bis das Leben den wichtigen Schritt von Einzellern hin zur komplexen Organisation mehrzelliger Lebewesen tat, ist auch für die französischen Forscher weiterhin ein Rätsel.

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Älteste Spuren sich fortbewegender Tiere entdeckt

6. Februar 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / univ-poitiers.fr

Experiment: UV-Licht lässt in simulierter Titan-Atmosphäre Grundlagen des Lebens entstehen

In einem Stahlzylinder wurde die simulierte Titan-Atmosphäre starker UV-Strahlung
ausgesetzt | Copyright: Hiroshi Imanaka, University of Arizona


Tucson/ USA - Im Laborexperiment ist es US-Forschern gelungen, durch die Bestrahlung der simulierten oberen Atmosphäre des Saturnmondes Titan in dieser organische Makromoleküle, Vorgänger der Bausteine des Lebens entstehen zu lassen. Die Ergebnisse stützen die Vermutung, dass dies auch auf Titan geschehen sein könnte, gilt der Mond doch vielen Wissenschaftlern als Model für die Chemie auch auf der frühen Erde.

"Gemeinsam mit der Erde handelt es sich bei Titan um den einzigen weiteren Himmelskörper in unserem Sonnensystem, der eine dichte, hauptsächlich aus Stickstoff bestehende Atmosphäre aufweist", erläutert Hiroshi Imanaka, der Leiter der Studie an der "University of Arizona".

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist der Titan für Wissenschaftler von großem Interesse, erhoffen sie sich doch von Einblicken in die Chemie der Titanatmosphäre auch Erkenntnisse darüber, wie das Leben auf der Erde entstanden ist.

"Wie es innerhalb entsprechender Atmosphären zur sogenannten Stickstofffixierung organischer Moleküle kommt, ist für die Wissenschaft immer noch ein Rätsel", so Imanaka weiter. Bei der Stickstofffixierung kommt es zu einer Umwandlung des chemisch inerten, also reaktiv trägen, elementaren molekularen Stickstoffs zu reduzierten Verbindungen, die nun deutlich reaktiver und vor allem auch bioverfügbar sind und somit die Grundlage für sämtliche biologischen Systeme darstellen, wie wir sie von der Erde kennen.

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In ihrem Experiment bestrahlten Imanaka und sein Team eine Gasmischung aus Stickstoff und Methan, wie sie der oberen Atmosphäre des Titan entspricht, mit starker UV-Strahlung, die im Labor die UV-Strahlung der Sonne simulierte, und konnte so in dieser Umgebung stickstoffhaltige organische Moleküle entstehen lassen.

Ein Großteil des Stickstoffs fand sich sogleich in festen Verbindungen wieder, statt in gasförmigem Zustand zu verbleiben. Vorherige Modelberechnungen vermuteten, dass dieser Vorgang eher schrittweise verlaufen würde.

"Titan hat eine leicht orangene Farbe, die von einem Dunst aus organischen Molekülen verursacht wird, die in der Atmosphäre des Mondes diesen regelrecht einhüllen. Partikel aus diesem Dunst setzten sich möglicherweise auf der Oberfläche von Titan ab, wo sie auf Bedingungen stoßen, unter welchen dann Leben entstehen könnte", so Imanaka.

Ob jedoch auch die Partikel im Partikeldunst auf Titan entsprechende Formen von Stickstoff, wie sie im Laborexperiment eingesetzt wurden, enthalten, ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen. Sollte dies der Fall sein, würde das die Chance, dass auf dem Saturntrabanten Leben entstanden sein könnte um ein Vielfaches erhöhen.

Zumindest für zukünftige Missionen zum Saturnmond liefern die Ergebnisse aber schon jetzt wichtige Hinweise und Anleitung dazu, mit welchen Instrumenten Sonden ausgestattet sein müssen, um die Frage nach der notwendigen Voraussetzung für die Entstehung von Leben auf Titan und auch auf der frühen Erde weiterführend beantworten zu können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arizona.edu

Historiker will "Platon-Code" geknackt haben

Römische Kopie eines griechischen Platonporträts des Silanion | Copyright: Public Domain

Manchester/ England - Schon seit Jahrhunderten streiten sich Gelehrte darüber, ob der griechische Philosoph Platon in seinen Schriften geheime Botschaften verborgen hat. Die kontrovers diskutierte Frage will ein englischer Historiker nun gelöst und den "Code des Platon" geknackt haben.

Die Arbeiten und Schriften des Sokrates-Schülers und Universalgelehrten gelten heute noch als Grundlage der westliche Kultur und Wissenschaft. Nicht zuletzt aus diesem Grund glaubt Dr. Jay Kennedy, Historiker an der "University of Manchester", dass seine Entdeckung das Wissen über deren Quellen revolutionieren wird.

In seinen Untersuchungen, deren Ergebnisse im Fachjournal "Apeiron" veröffentlicht wurden, zeigt Kennedy ein gleichmäßiges Muster aus Symbolen auf, mit dessen Struktur schon die Anhänger des Pythagoras darum bemüht waren, Büchern eine musikalische Struktur zu verleihen: "Ein Jahrhundert vor Platon hatte Pythagoras erklärt, dass die Planeten und Sterne eine unhörbare Musik - die 'Harmonie der Sphären' erzeugen. Platon kopierte diese verborgene Musik in seinen Büchern."

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"Platons Schriften spielen eine wichtige Rolle für de Entstehung der westlichen Kultur. Zugleich sind sie jedoch geheimnisvoll und enden oft in Rätseln", erläutert Kennedy. "In der Antike glaubten viele seiner Anhänger, dass der in seinen Büchern verborgenen Botschaften und geheime Codes hinterlassen habe - eine Idee, wie sie jedoch von modernen Forschern meist abgelehnt wird. Es ist eine lange und faszinierende Geschichte, aber um es kurz zu fassen: Ich habe diesen Code geknackt. Ich kann zeigen, dass seine Bücher Codes und Symbole beinhalten und dass deren Entzifferung eine bislang verborgene Philosophie Platons offen legt."

Bei seinen Ausführungen, das unterstreicht Kennedy ausdrücklich, handele es sich jedoch nicht um eine schlichte Neuinterpretation des Werks Platons. Stattdessen handele es sich "um eine wirklich Entdeckung", wie sie die Sicht auf die frühe Geschichte der westlichen Wissenschaft, Mathematik, Musik und Philosophie verändern werde.

Fünf Jahre lang hat Kennedy die Schriften Platons und davon vornehmlich sein vielleicht bedeutendstes Werk "Politeia" über das Staatswesen untersucht. Darin entdeckte er nach jeweils jedem Zwölftel des Textes Anhäufungen von Wörtern, die einen musikalischen Bezug aufweisen. Dieses gleichmäßige und wiederkehrende Muster entspreche den zwölf Tönen der altgriechischen Tonreihe. An den jeweiligen Positionen der harmonischen Noten beschriebt Platon Töne die mit Lebe oder Gelächter einhergehen, während er Positionen mit dissonanten Noten mit kreischenden Lauten von Krieg und Tot assoziiert.

Anhand dieser Grundlage glaubt Kennedy das vollständige symbolische System Platons entziffert zu haben: "Wenn wir Platons Bücher lesen, folgen unsere Emotionen den Höhen und Tiefen dieser Tonfolge. Platon spielt also auf seinem Leser wie auf einem Instrument."

Dennoch zeigt sich der Historiker darin sicher, dass Platon diese geheimen Muster nicht zum Saß in seinen Werken platziert habe: "Es ging um seine eigene Sicherheit". Platons Ideen waren für die griechische Religion gefährlich. Erklärte er doch, dass mathematische Gesetze und nicht die Götter das Universum regieren. Schon sein eigener Lehrer wurde für derartig ketzerische Ideen hingerichtet. "Für Platon ging es dabei um Leben und Tod. Seine Ideen in geheimen Mustern zu verbergen, war für ihn der einzige Weg, sie in sicher zu veröffentlichen."

Der Nachweis eines Codes in Platons Büchern sei erst der Anfang, so Kennedy. Es werde wohl noch eine ganze Generation benötigen, um das gänzliche Ausmaß seiner Entdeckung auszuarbeiten.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / manchester.ac.uk

"Pharaonenlicht"-Erzeuger Walter Garn verstorben

Walter Garn vor dem von ihm nach dem Vorbild des Dendera-Reliefs (Hintergrund) konstruierten "Pharaonenlicht" | Copyright: Reinhard Habeck, Wien

Wien/ Österreich - "Die Wandreliefs im oberägyptischen Hathor-Tempel von Dendera zeigen präzise dargestellte Details, die meiner Meinung nach nur bei sehr genauer Kenntnis elektrischer Vorgänge so exakt abgebildet werden können." Mit dieser Überzeugung erregte Dipl.-Ing. Walter Garn in den 1980er Jahren internationales Aufsehen, als er Nachbildungen der Wandreliefs tatsächlich zum Leuchten brachte. Jetzt ist Walter Garn an den Folgen eines Krebsleidens.

Ein Nachruf von Reinhard Habeck

Hatten die Pharaonen schon elektrisches Licht? Eine provokante Frage, die sich angesichts erstaunlicher Wandreliefs im oberägyptischen Hathor-Tempel von Dendera stellt. Seit Jahrzehnten sorgen die frappant an überdimensionale "Glühbirnen" erinnernden Darstellungen für heiße Kontroversen. Was Ägyptologen als "Fantasieprodukte", "religiöse Zeremonien", "Kultobjekte" oder "Wiedergaben des Sonnenlaufs" deuten, sah der Wiener Elektrotechniker Dipl.-Ing. Walter Garn (1940 - 2010) als exaktes Schema einer antiken Beleuchtungsanlage.

Der international angesehene Projektleiter der österreichischen Firma ELIN, später VA Tech, bewies damit Courage, hatte er doch einen guten Ruf zu verlieren. Garn war jahrelang für Kraftwerke in Österreich, Thailand, der Türkei, Indien, Indonesien, Schottland sowie der Schweiz verantwortlich. High-Tech-Wissen der Vorzeit im Sinne Erich von Dänikens, begegnete der Fachmann zwar interessiert, aber mit einer gesunden Skepsis.

Zu einer neuen Betrachtungsweise führte ein Schlüsselerlebnis im Jahre 1979. Bis dahin hatte der Elektroexperte nie etwas von geheimnisvollen Abbildungen in Dendera gehört. Erst als der Wiener Schriftsteller und ehemalige "Kurier"-Redakteur Peter Krassa (1938 - 2005) und ich ihm Fotos von einer Ägyptenreise vorlegten, war seine wissenschaftliche Neugierde geweckt. Beim genaueren Studium stellte Garn verblüfft fest, dass die gezeigten blasenförmigen Gebilde, in denen sich immer eine Schlange aufwärts krümmt, präzise den physikalisch möglichen Gegebenheiten entsprechen. Exakt so, wie elektrische Funken oder leuchtende Gasentladungen zu verlaufen hätten. "Ohne elementare Kenntnisse der Elektrotechnik", so Garn, "wären solche Zeichnungen nicht möglich, da einfach zuviel technische Details übereinstimmen!"

Diplom-Ingenieur Garn bestritt nicht, dass die Szenen auf den Reliefs mythologisch eingekleidet sind: "Ich bin mir aber sicher, dass in diesen symbolischen Darstellungen ein technischer Kern steckt, ähnlich wie bei den 2000 Jahre alten galvanischen Elementen der Parther, die bei Ausgrabungen in Bagdad gefunden wurden."

Graue Theorie war nicht die Welt des Walter Garn. Er wollte es immer akribisch genau und überprüft wissen. Deshalb baute Garn getreu den altägyptischen Vorbildern zwei funktionstüchtige Modelle. Das eine erzeugt in freier Luft bei 10.000 Volt Spannung einen Lichtbogenüberschlag. Berühmt wurde seine zweite Rekonstruktion: Sie entspricht einem 40 cm großen Glaskolben, in den zwei Metallteile hineinreichen. Mit Hilfe einer Vakuumpumpe konnte bereits bei niedrigen Spannungen ein Leuchteffekt bewirkt werden, der genau den Abbildungen im Hathorheiligtum entspricht.

Leuchtnachweis des "Pharaonenlichts" | Copyright: Reinhard Habeck, Wien

Vor fast drei Jahrzehnten erschien das Sachbuch "Licht für den Pharao". Darin stellten Walter Garn, Peter Krassa und ich die kühne "Elektro-These" samt beschriebener Modell-Versuche erstmals einem breiten Publikum vor. Zehn Jahre später folgte ein weiteres Werk mit aktuellen Erkenntnissen unter dem Titel "Das Licht der Pharaonen".

Unvergesslich wird mir die Buchpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse anno 1982 bleiben, wo Diplom-Ingenieur Garn mit seinem "Pharaonenlicht" für großen Medienwirbel sorgte. Illustrierte und Zeitungen von der deutschen "BILD" bis zur ägyptischen "Al-Ahram" berichteten darüber. Zu ähnlichen Aha-Erlebnissen kam es 1982 im Wiener Hotel Hilton anlässlich eines Weltkongresses der A.A.S. (Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI; vormals "Ancient Astronaut Society") sowie 1992 im "Technischen Museum" (wiederum in Wien) bei einer Pressekonferenz mit praktischen Elektro-Tests vor versammelten Journalisten.

Walter Garn und seine "pharaonische Glühbirne" waren auch Gast in Fernseh-Magazinen wie "Okay" mit Vera Russwurm (ORF) oder Rainer Holbes Sendereihe "Phantastische Phänomene" (SAT 1). Zuletzt war Garns originale "Wunderlampe" als Leihgabe in der Wanderausstellung "Unsolved Mysteries" zu sehen, wo sie gemeinsam mit archäologischen Rätselfunden die Besucher das Staunen lehrte.

Das war 2001 im Wiener Schottenstift; 2004 im "Mystery-Park" (jetzt "Jungfrau Park“) in Interlaken, wo als bleibende Attraktion nicht nur eine Leuchtkörper-Nachbildung auf Gäste wartet, sondern ebenso originalgetreue Kopien der mysteriösen Dendera-Reliefs zu sehen sind. Wer Garns "Birnen-Original" erblicken wollte, hatte dazu noch einmal 2005 in Berlin und 2008 in Südkorea Gelegenheit.

Seit den ersten Publikationen zum Thema sind Jahrzehnte vergangen. Inzwischen gibt es neue Funde, mythologische Erkenntnisse und erweiterte Deutungen von Kollegen. Ein dritter Band sollte sich mit den aktuellen Studien befassen, die dogmatische Ablehnung einer technischen Interpretation seitens der klassischen Ägyptologie hinterfragen und neue Perspektiven für eine vorurteilsfreie Untersuchung aufzeigen. Das Vorhaben erlitt einen dramatischen Rückschlag als 2005 Co-Autor Peter Krassa verstarb. Im selben Jahr erreichte Walter Garn sein Pensionsalter, stand aber "seiner" Firma als Rat gebender Experte bei kniffligen Technikproblemen noch gerne zur Verfügung.

Die brisante Frage, ob die Pharaonenpriester - Wissenschaftler ihrer Zeit - bereits mit elektrischem Strom hantierten, beschäftigte den Elektroingenieur auch im verdienten Ruhestand. Seine Unterstützung für ein "Neues Licht für den Pharao", das eine gemeinsame Ägyptenreise krönen sollte, war mir Anreiz und Auftrag zugleich.

Dann 2008 der Schicksalsschlag: Ein bösartiges Krebsleiden wurde diagnostiziert. An Manuskriptstudien und eine Reise ins Tal der Könige war unter diesen Umständen nicht mehr zu denken. Unterstützt durch seine Familie, nahm Walter Garn alle Therapien tapfer auf sich, hoffend dass damit - wenn schon keine völlige Genesung - zumindest eine Linderung bewirkt werden kann.

Mitte Juni löste ich eine schon lange ausgesprochene Einladung bei Familie Garn ein. Am frühen Nachmittag ging es nach Gerasdorf, einer Ortschaft knapp außerhalb von Wien. Dort hat Walter Garn in jahrelanger Planung und mit bautechnischem Geschick ein imposantes Wohnhaus errichtet. Um Walter Garn kräftemäßig nicht zu überfordern, sollte es nur ein Kurzbesuch werden, der sich dann aber doch bis in die späten Abendstunden ausdehnte. Es war ein wunderbares Beisammensein mit ihm und seiner Frau Inge, für das ich unendlich dankbar bin. Wir redeten über Gott, die Welt und davon, dass Glühbirnen-Erfinder Edison wohl Ägypter war. Und wir freuten uns auf den nahenden 70. Geburtstag des Jubilars.

Für seinen großen Geburtstagswunsch, ein Flug mit einem Segelflugzeug, war bereits alles in die Wege geleitet. Doch der Traum blieb unerfüllt. Geworden ist es der letzte Flug zu den Sternen. Vielleicht eine Heimreise ins Irgendwo, dorthin, wo wir alle irgendwann einmal aufbrechen müssen. Walter Garn ist uns voraus geflogen. Denn, nur eine Woche später erreichte mich die traurige Nachricht: Dipl.-Ing. Walter Garn ist tot. Im Morgengrauen des 20. Juni 2010 wurde er von seiner schweren Krankheit erlöst.

Für seine Frau, seine drei Töchter, seine vier Enkelkinder und alle weiteren Familienangehörigen, aber auch für seine Weggefährten sowie für viele Bewunderer, die Walter Garn als besonnenen und gewissenhaften Menschen kennen lernen durften, ist es nun verzweifelt finster ohne ihn. Was er uns als Vermächtnis hinterlassen hat, ist und bleibt die erste geglückte technische Rekonstruktion zum "Licht der Pharaonen". Aber ob sein spektakuläres "Glühlampen-Experiment" jemals wieder zum Leuchten gebracht werden kann? Ohne dem Know-How des versierten Elektrotechnikers schwer vorstellbar. Folgt man der ägyptischen Mythologie, besteht dennoch Hoffnung. Heißt es doch tröstlich, die glühbirnenartigen Wandreliefs aus dem Hathortempel von Dendera, seien ein "Symbol der Ewigkeit und Wiedergeburt"…

Quellen: reinhardhabeck.at / grenzwissenschaft-aktuell.de
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