Mittwoch, 1. September 2010

Aussterben der nordamerikanischen Megafauna: Studie widerlegt Einschlagstheorie

Das Mastodon (Illu.) | Copyright: Public Domain

St. Louis/ USA - Vor rund 12.900 Jahren unterbrach eine abrupte und ebenso drastische Abkühlung die Erwärmung des Erdklimas nach der letzten Eiszeit. Diese als Jüngere Dryas bezeichnete Abkühlung dauerte rund 1.300 Jahre an, bevor sich das Klima wieder erwärmte. Von jeher währt ein wissenschaftlicher Streit über die Ursachen die Abkühlung, während der die nordamerikanische Megafauna ausstarb. Eine neue Studie glaubt nun, eine der kontrovers diskutierten Hypothesen endgültig widerlegen zu können, nach der ein Einschlag eines oder mehrerer astronomischer Objekte die Kälteperiode ausgelöst haben soll.

Zu den charakteristischen Vertretern der nordamerikanischen Megafauna zählt unter anderem das Wollhaarmammut, das Mastodon, Säbelzahntiger und der Riesen-Kurzschnauzenbär. Neben den Tieren, so vermuten einige Forscher, verschwand auch die kontinental verbreitete Clovis-Kultur nahezu spurlos – eine Theorie, die seither jedoch ebenfalls kontrovers diskutiert wird.

Seit 2007 versucht die sogenannte "Impakt-Hypothese" Richard B. Firestone und Kollegen die Kältephase durch den Einschlag eines oder mehrerer astronomischer Objekte zu erklären. Anhand von Analysen von Sedimentablagerungen aus der Zeit des Beginn der Jüngeren Dryas glaubten Vertreter den bislang stärksten Beweis für die Einschlags-Hypothese in Form kleinster kugelförmiger Diamanten gefunden zu haben, von welchen sie annehmen, dass sie durch die bei dem Einschlag freigesetzten Kräfte entstanden sind.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" haben Wissenschaftler um den Physiker Dr. Tyrone Daulton von der "Washington University" nun jedoch ihre Ergebnisse der Analysen von Bodenproben aus der Jüngeren Dryas vorgelegt, anhand derer sie keine der beschriebenen Diamanten nachweisen konnten. Bei den beschriebenen Partikeln, die bislang als hexagonale Lonsdaleit-Diamanten gedeutet wurden, wie sie tatsächlich auch im Innern von Meteoriten und an bekannten Einschlagskratern gefunden wurden, handele es sich in Wirklichkeit um gewöhnliches Graphit.

Bereits zuvor konnten zahlreiche angebliche Beweise für ein Einschlagsereignis als Auslöser der Jüngeren Dryas widerlegt werden. Der Umstand, dass nun auch die Nano-Diamanten als letzter Beweis widerlegt wurden, dürfte, so die Forscher, der Impakt-Hypothese den Todesstoß versetzen. "Wir sollten gegenüber neuen Theorien grundsätzlich immer skeptisch sein", kommentiert der ebenfalls an der aktuellen Studie beteiligte Paläobotaniker Dr. Andrew C. Scott von der "Royal Holloway University of London". "Wenn sich Beweise gegen eine Hypothese stellen, sollte sie dann auch fallen gelassen werden."

+ + + WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA + + +

Mammuts überlebten länger als bislang angenommen

29. Dezember 2009
Mammuts haben in England noch 6000 Jahre überlebt
18. Juni 2009

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wustl.edu

Beeinflussen Sonneneruptionen radioaktive Zerfallsraten auf der Erde?

Sonneneruption der Klasse C3 | Copyright: NASA

Stanford/ USA - Wissenschaftler in den USA haben eine erstaunliche und ebenso verwirrende Entdeckung gemacht. Der Zerfall von einigen radioaktiven Elementen in Labors rund um den Globus scheint durch Aktivitäten im Innern der Sonne verändert zu werden. Diese Einsicht könnte gravierenden Auswirkungen auf zahlreiche wissenschaftliche Modelle, Theorien, Methoden und Anwendungen haben, wenn festgestellt wird, dass die Zerfallsrate radioaktiver Elemente keine Konstante ist.

Wissenschaftler der Universitäten von Stanford und Purdue glauben Hinweise auf genau diesen Vorgang gefunden zu haben. Ihr bisheriger Erklärungsansatz für das bizarre Phänomen öffnet jedoch zugleich Tür und Tor für ein weiteres, nicht minder ungewöhnliches Rätsel: Die Forscher um Professor (Emeritus) Peter Sturrock, Professor Ephraim Fischbach und Jere Jenkins können nicht ausschließen, dass die Beeinflussung des radioaktiven Zerfalls nicht auch durch bislang unbekannte Partikel ausgelöst werden, die von der Sonne abgestrahlt werden.

Die bislang gängige Lehrmeinung von der Zerfallsrate radioaktiver Elemente als natürliche Konstante bildet die Grundlage für zahlreiche grundlegende wissenschaftliche Theorien und Anwendungen. So verwenden beispielsweise Anthropologen und Archäologen den radioaktiven Zerfall des Kohlenstoff-Isotops C14 (Radiokohlenstoffdatierung) zur archäologischen Altersbestimmung und Mediziner bestimmen auf ähnlicher Grundlage die Dosierung von Radioaktivität zur Behandlung von Krebspatienten.

Die Vorstellung der radioaktiven Zerfallsrate als natürlicher Konstante wurde jedoch bei Untersuchungen und Experimenten an der "Purdue University" in Frage gestellt, als der Physiker Professor Ephraim Fischbach die Zerfallsrate verschiedener Isotope untersuchte, um diese möglicherweise als Quelle zur Erzeugung zufällige Zahlenreihen für mathematische Anwendungen zu nutzen. Die Messungen zeigten ungewöhnliche Differenzen zwischen den gemessenen Werten und den basierend auf der Annahme der Zerfallsrate als Konstante zu erwartenden Ergebnissen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Ein Abgleich mit Daten des "Brookhaven National Laboratory" auf Long Island und der deutschen "Physikalisch-Technische Bundesanstalt" (PTB) offenbarte dann eine weitere Überraschung: Langzeitbeobachtungen der Zerfallsrate von Silicium-32 und Radium-226 wiesen sogar auf jahreszeitliche Schwankungen hin - nahm die Zerfallsrate doch im Vergleich zu den Sommerwerten im Winter leicht zu.

"Zunächst vermuteten wir alle, dass es sich um Schwankungen handeln müsste, wie sie durch Fehler in den Messungen, an den Instrumenten oder durch Umwelteinflüsse auf die Instrumente, wie beispielsweise Temperatur und Luftfeuchtigkeit, hervorgerufen wurden, handeln müsse. Schließlich wurden wir alle darauf geschult, dass es sich bei radioaktiven Zerfallsraten um Konstanten handelt", erinnert sich Sturrock.

Am 13. Dezember 2006 lieferte dann die Sonne selbst einen Schlüsselhinweis auf die mögliche Ursache, als eine Sonneneruption einen starken Strom geladener Partikel in Richtung Erde schoss. Während er die Zerfallsrate von Mangan-54, einem kurzlebigem Isotop, wie es in der medizinischen Diagnose Anwendung findet, untersuchte, stelle Jere Jenkins, Nuklearingenieur an der "Purdue University" einen leichten Abfall der Werte fest, wie er sich etwa eineinhalb Tage vor dem Sonnenausbruch einstellte.

Sollte sich also ein derartiger Zusammenhang zwischen Sonneneruptionen und den Zerfallsraten radioaktiver Elemente auf der Erde erhärten, könnte dies zu einer zuverlässigen Vorhersagemethode für derartige Sonnenaktivitäten führen, wie sie dazu beitragen könnte, beispielsweise Satelliten und elektrische Netzwerke, aber auch Astronauten Im All vor den negativen Auswirkungen der solaren Partikelwinde zu schützen.

Noch erstaunlicher an den Messungen von Jenkins war der Umstand, dass der Abfall der Werte mitten in der Nacht beobachtet wurde. Partikel, sollten sie tatsächlich von der Sonne stammen, müssten also ungehindert durch die Erde selbst gewandert sein, um die Instrumente auf deren Nachtseite beeinflusst haben zu können.

Da sonstige Umwelteinflüsse anhand von Untersuchungen und Studien, wie sie Jenkins und Fischbach auch in wissenschaftlichen Fachzeitschriften ("Astroparticle Physics", "Nuclear Instruments and Methods in Physics Research and Space Science Reviews") veröffentlicht hatten, ausgeschlossen werden konnten, vermuteten sie, dass die Veränderungen der Zerfallsraten durch solare Neutrinos ausgelöst werden. Bei diesen Neutrinos handelt es sich um Elementarteilchen von geringster Masse, wie sie unter anderem auch durch Kernfusionsprozesse, im Innern der Sonne entstehen, sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit bewegen und dabei mit normaler Materie kaum interagieren.

Bestärkt wurde diese Hypothese durch di Beobachtung, dass die Schwankungen der Zerfallsraten mit der elliptischen Umlaufbahn der Erde um die Sonne einherzugehen schienen, wenn die Werte immer dann zu schwanken begannen, wenn sich die Erde der Sonne näherte - genau dort also, wo unser Planet einer erhöhten Neutrinostrahlung ausgesetzt wäre.

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung, wusste der Sonnenphysiker Peter Sturrock von Variationen der Neutrinoemissionen aufgrund der Tatsache, dass auch unser Zentralgestirn rotiert und uns so immer wieder unterschiedliche Seiten zuwendet. Aus diesem Grund schlug Sturrock den Purdue-Wissenschaftlern vor, die auf der Erde gemessenen Variationen auf Übereinstimmungen mit der Rotation der Sonne abzugleichen.

Anhand einer erneuten Überprüfung der Daten des "Brookhaven Laboratory" stellten die Forscher dann ein Muster in den Schwankungen fest, welches einem 33-tägigen Zyklus entsprach, nicht aber der 28-tägigen Rotationsrate der Sonnenoberfläche. Eine mögliche Erklärung hierfür fanden die Forscher dann im Kern der Sonne, genau dort also, wo die solaren Neutrinos auch gebildet werden und der sich langsamer dreht als die für uns sichtbare Oberfläche des Sterns.

"Alle bisherigen Indizien und Beweise deuten in diese Richtung", stellt Fischbach fest. "Die Sonne 'kommuniziert' mit radioaktiven Isotopen auf der Erde."

Was bleibt, ist derzeit die Frage, wie Neutrinos derart mit radioaktiven Materialien interagieren können, dass sie deren Zerfallsrate beeinflussen. "Basierend auf unseren bisherigen Vorstellungen der offenbar beteiligten Materialien, Partikel und Faktoren, macht das alles nicht wirklich Sinn", kommentiert Fischbach. "Nach unserer Theorie sollte schließlich etwas, dass eigentlich mit nichts interagiert (Neutrinos) etwas verändern, das eigentlich unveränderlich ist (radioaktive Zerfallsrate)", fügt Jenkins hinzu.

"Es handelt sich also um einen Effekt, den bislang niemand so richtig versteht", gesteht auch Sturrock ein. "Doch genau auf diese Situation scheinen alle bisherigen Beweise hinzudeuten. Das ist eine Herausforderung an alle Physiker und Sonnenforscher (...) Wenn es sich bei den mysteriösen, die Zerfallsraten beeinflussenden Partikeln jedoch nicht um Neutrinos handelt, so hatten wir hier bislang noch gänzlich unbekannte Partikel, die von der Sonne abgestrahlt werden und einen Einfluss auf Materialien auf der Erde haben. Eine solche Situation wäre sogar noch erstaunlicher."

+ + + WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA + + +
Vermessen: Wasserstoff-Proton ist kleiner als bislang gedacht
9. Juli 2010
Astronomen offenbaren Lücken in Urknall-Theorie
14. Juni 2010
Astronomische Beobachtungen stellen Naturkonstanten in Frage
10. Juni 2010

Quellen: stanford.edu / grenzwissenschaft.aktuell.de

Im Interview: Leslie Kean über ihr Buch "UFOs: Generals, Pilots and Government Officials Go on the Record"

Umschlag des Buches "UFOs: Generals, Pilots and Government Officials Go on the Record"

Washington/ USA - Mit ihrem Buch "UFOs: Generals, Pilots and Government Officials Go on the Record" (UFOs: Generäle, Piloten und offizielle Regierungsmitglieder kommen zu Wort) hat die Investigativjournalistin Leslie Kean ein fundiertes und schon kurz nach seiner Veröffentlichung viel beachtetes Plädoyer für die seriöse UFO-Forschung vorgelegt. Auf der Grundlage ihrer 10-jährigen Recherche ignoriert Kean die 95 Prozent jener Sichtungen, wie sie durch gewöhnliche Objekte und Phänomene erklärt werden können und konzentriert sich stattdessen auf die verbleibenden 5 Prozent von Sichtungen und Vorfällen, für die es keine konventionelle Erklärung gibt. Im Interview mit "DailyGrail.com" (TDG), das "grenzwissenschaft-aktuell.de" exklusiv in deutscher Übersetzung veröffentlicht, spricht die Journalistin über ihr Buch.

Zusammen mit ihren eigenen fundierten Analysen und Kommentaren, vereinigt Kean in ihrem Buch 20 der in ihren Augen glaubwürdigsten Zeugen und Untersuchern aus Militär und Regierungen, darunter fünf Generäle, fähige Militärpiloten und ein ehemaliger US-Gouverneur, die alle persönlich von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Zusätzlich stammt das Vorwort von John Podesta, dem Stabschef des Weißen Hauses unter Präsident Bill Clinton von 1998 bis 2001 und späteren Leiter des "Transition Teams" des derzeitigen US-Präsidenten Barack Obama (...wir berichteten).

TDG: Leslie, ihr Buch "UFOs" erscheint gestützt von (politischen und wissenschaftlichen) Schwergewichten: John Podesta hat das Vorwort geschrieben und Wissenschaftler wie Michio Kaku (Anm. d. GreWi-Redaktion: M. Kaku ist einer der bekanntesten Physiker in den USA) bezeichnen das Buch als "neuen Gold-Standard für die UFO-Forschung". Was unterscheidet nun ihr Buch von anderen Büchern zum Thema?

Leslie Kean: Zu dieser Frage kommen mir zunächst vier Gründe in den Sinn:

1. Das Buch beinhaltet u. a. Kapitel von 17 beitragenden Autoren. Hierbei handelt es sich um persönliche Zeugenberichte von einigen der glaubwürdigsten Personen der Welt, darunter auch fünf Generäle. Die Tatsache, dass diese Zeugen ihre Erlebnisse in ihren eigenen Worten beschreiben und es sich nicht um Berichte und auszugsweise Zitate darüber aus zweiter Hand handelt, macht das Buch besonders. Es handelt sich also um Kapitel, wie die von den Schlüsselpersonen selbst verfasst wurden und beschreiben, was sie gesehen, gefühlt und aus ihren Beobachtungen gelernt haben. In dieser Form geht dies nur, wenn die Zeugen selbst zu Wort kommen. Dabei wird auch der Charakter eines jeden Autoren durch seine Beiträge bewahrt und vermittelt. Statt also Abschriften von weitschweifigen Interviews handelt es sich hier also um fundierte direkte Beschreibungen aus erster Hand. Die Arbeit mit diesen Autoren war sehr zeit-, konzentrations- und kommunikationsaufwändig.


2. Das Buch beinhaltet nur gut dokumentiertes und faktisches Material auf einem hohen journalistischen Niveau. Es ist sorgfältig durchdacht und analysiert. Es gibt darin keine unnötigen Behauptungen oder an den Haaren herbeigezogene Schlussfolgerungen. Aus diesem Grund stehen auch Persönlichkeiten wie Podesta und Kaku hinter dem Buch. Zudem ist es gut lesbar und von einer ausgebildeten Journalistin verfasst, einer erfahrenen Schriftstellerin und nicht von einem UFO-Forscher, Ufologen, selbsternannten UFO-Experten oder Wissenschaftler geschrieben. Mein Job war es, zu entscheiden, welches Material journalistischen Standards entspricht und welches nicht. Angesichts eines Themas wie dem der UFOs muss man besonders vorsichtig sein, wie man es präsentiert und ich versuche mit meinem Buch ja auch Regierungsmitglieder zu erreichen. Man darf den Leser auch nicht mit ausführlichen Details überfordern. Die meisten Mainstream-Journalisten lassen die Finger von diesem Thema, weil es ihnen einfach zu heiß ist. Ich habe die Spreu vom Weizen getrennt und hoffe, dass es damit nun auch für andere Journalisten einfacher sein wird, sich dem Thema zu nähern.

Auch wenn selbst die UFO-Gemeinschaft das Buch vielfach lobt, wurde es nicht für Menschen geschrieben, die bereits über UFOs bescheid wissen. Meine Geschichte präsentiert neue und erstaunliche Informationen, genau so, wie sie auf mich gewirkt haben, als ich zum ersten Mal von den Fällen gehört habe. Für den 'Normalbürger' sind das also wirklich neue Nachrichten, regelrechte "Breaking News". Jenen, die bereits mit dem Thema vertraut sind, werden einige Information bekannt vorkommen - andere nicht. Ich habe mich sehr darum bemüht, das Buch und die darin zusammengetragenen Materialien zum Thema sowohl für Skeptiker als auch für den neugierigen Newcomer fesselnd und intelligent zu gestalten.


3. Mit der Unterstützung einer Gruppe von Amtspersonen, habe ich der US-Regierung einen, wie ich denke, bislang einzigartigen Plan vorgeschlagen, wie die bisherige Politik in Sachen UFOs verändert werden kann. Der Vorschlag wird im Buch erklärt und ich bin davon überzeugt, dass er funktioniert und eine Chance darauf hat, Früchte zu tragen. Ich hoffe, dass die Menschen die Logik dieses Plans verstehen werden, wenn sie das Buch lesen.

4. "UFOs" wurde zudem von einem der großen Verlage, der 'Crown Publishing Group', die zu 'Random House' gehört, verlegt und auch das ist eher ungewöhnlich für ein Buch zu einem solchen Thema. Mein Verleger hat mir großartige Lektoren und ein sehr professionelles Team zur Seite gestellt, um dem gesetzten Standard gerecht zu werden und das Buch so gut wie möglich zu verkaufen. Crown hat auch ein herausragende Öffentlichkeits- und Marketingabteilung, die das Buch schon seit Monaten platzieren und über gute Verbindungen zu den Medien verfügen. Da das Buch also von Anfang an alleine durch seinen Verleger einen guten Stand innerhalb des politischen und Medienestablishments hatte, hat es damit auch gute Chancen ein breites und Mainstreampublikum zu erreichen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

TDG: Wie sie schon erwähnt haben, beinhaltet ihr Buch 17 UFO-Sichtungsberichte aus erster Hand von Zeugen mit tadelloser Glaubwürdigkeit. Zudem sind einige dieser Sichtungen geradezu unglaublich. Es handelt sich also nicht um Inhalte wie "ich habe da ein blinkendes Licht am Nachthimmel gesehen": Sie zitieren Kampfjetpiloten die unmittelbare Nahebegegnungen mit diesen Dingern hatten und die zugleich bestätigen, dass diese Objekte zu unmöglichen Manövern in der Lage waren und die Waffen- und Kommunikationssysteme beeinflussten. Der belgische Major General Wilfried De Brouwer etwa, streicht die Anzahl von Nahesichtungen "fliegender Dreiecke" über seinem Land vor zwei Jahrzehnten heraus. Jean-Jaquest Velasco diskutiert seine mehr als zwanzigjährige Arbeit als Leiter der französischen UFO-Behörde.

Die Autorin Leslie Kean im Gespräch mit dem iranischen General und einstigen Luftwaffenpilot Parviz Jafari | Copyright: Bernard Thouanel

Sie haben zuvor gesagt, dass sie "die Spreu vom Weizen getrennt haben" - wie haben sie also entschieden, was in ihr Buch aufgenommen wurde und was nicht? War es wichtiger, dass die Fälle durch ein bestimmtes Maß an Beweisen gestützt wurden oder ging es primär darum, hochrangige Zeugen aus Militär und Regierung vorzustellen?

Leslie Kean: Beides waren wichtige Kriterien, aber da gab es noch mehr. Die Auswahl beinhaltete eine Kombination zahlreicher Überlegungen. Hierzu gehörten die physikalischen und aeronautischen Beweise in Kombination mit der Frage, wie viele glaubwürdige Zeugen der Sichtung es gibt, aber auch die Stellung und der Rang der jeweiligen Autoren der einzelnen Kapitel und das Vorhandensein von glaubwürdigen US-Regierungsunterlagen zu den Vorfällen und vorliegende wissenschaftliche Studien oder Artikeln eines wissenschaftlichen Untersuchers. Zudem wollte ich auch möglichst Fälle aktuelleren Datums präsentieren. Alle im Buch dargestellten Fälle stammen aus der Zeit nach der Schließung von "Project Blue Book". Auch ein von offizieller Seite analysiertes Foto, wie die Aufnahme eines Objekts der belgischen Sichtungen, ist natürlich ein Bonus.

Archiv: Klassisches Dreiecks-UFO, fotografiert über Belgien im April 1990 | Copyright: PM / G. Mossay

TDG: Sie haben einen investigativ-journalistischen Hintergrund. Glauben sie, dass dieser Umstand ihnen eine besondere Qualifikation verleiht, die Wahrheit über ein Interesse der (US-)Regierung an UFOs zu suchen?

Leslie Kean: Die Fakten über ein Regierungsinteresse an UFOs sind sehr fundiert und für jedermann nachvollziehbar. Ich habe beide Seiten der Vertuschungsfrage im Buch ergründet, konnte aber keine eindeutige Antwort finden. Möglicherweise sind Regierungsinsider die qualifizierteste Quelle. Es fragt sich nur, ob man ihnen auch trauen kann. Doch selbst wenn, gehen diese Quellen für gewöhnlich nicht an die Öffentlichkeit, was es unmöglich macht, ihre Informationen mit großer Wirkung an die Öffentlichkeit zu bringen. Aber vielleicht wird es jetzt (nach dem Buch) einige Regierungsinsider geben, die gewillt sind, mit vollem Namen an die Öffentlichkeit zu treten. Wir werden sehen, was passiert.

TDG: Ihre Hinterfragung regierungsinterner Quellen mit "ob man ihnen trauen kann", ist sehr interessant. Ein anderes, aktuell erschienenes Buch zum UFO-Thema mit dem Titel "Mirage Men" diskutiert die Beteiligung von Geheimdiensten an der Propaganda eines "UFO-Mythos", um damit möglicherweise geheime Technologietests durch das Militär zu vertuschen. Hatten sie Sorge, dass einer ihrer beitragenden hochrangigen Zeugen eine falsche Geschichte erzählt haben könne, um damit seine ganz eigenen Ziele zu verfolgen?

Leslie Kean: Nein, das hatte ich nicht, oder besser gesagt: solche Fälle hätte ich dann im Buch nicht aufgenommen. Ich bezweifle werde die Integrität noch die Aufrichtigkeit der in "UFOs" zu Wort kommenden Zeugen. Diese Männer wollen dasselbe wie wir alle: eine Antwort auf das Rätsel um die Frage, was diese Objekte sind und woher sie kommen.

TDG: Ich frage deshalb, weil die Qualität der Zeugen und ihrer Aussagen jegliche Zwischendeutungen beiseite fegen: Entweder alle diese Zeugen erzählen eine große Lüge (oder konfabulieren kleinere Erlebnisse auf unglaubliche Weise), oder es gibt tatsächlich unserer Technologie weit überlegende Fluggeräte, wie sie den Gesetzten der Physik zu widersprechen scheinen und an unseren Himmeln umherfliegen. Glauben sie, dass es noch andere Optionen gibt?

Leslie Kean: Nein, ich denke nicht, dass es da noch weitere Optionen gibt. Zudem halte ich die Möglichkeit, dass alle der Zeugen aus "UFOs" lügen für ausgeschlossen. Es gibt also gar keine Optionen. Es gibt zu viele Bestätigungen; angesichts der beschriebenen Fälle handelt es sich nicht nur jeweils um eine Person, die da etwas gesehen hat und davon erzählt. Lügt die US-Regierung in ihren eigenen Dokumentationen der Fälle, beispielsweise in ihren dreiseitigen Bericht über den iranischen Vorfall 1976? Es gibt ja auch noch die Option, dass alle Fälle irgendwie erklärbar sind, auch wenn sie sich alle unterscheiden. Ich glaube aber, dass Personen die Generalmajor De Brouwer, Brigadier General Pereira (Brasilien) und Nick Pope, alles getan haben, um solche Erklärungen zu finden, wenn es diese gegeben hätte. All dies passiert fortwährend und überall auf der Welt. Ich befürchte, dass wir mit diesem Problem festgefahren und unsere verbliebenen Optionen limitiert sind.

TDG: Wie glauben sie, werden UFO-Skeptiker auf ihr Buch reagieren?

Leslie Kean: Ich gehe davon aus, dass, wenn sie von "UFO Skeptikern" sprechen, damit Debunker (Aufklärer) meinen. Der harte Kern dieser Menschen wird sich von nichts und niemandem überzeugen lassen und ich glaube, dass viele sich weigern werden, mein Buch überhaupt zu lesen. (Sollten sie es aber lesen, so werden sie ganz schön in Schwierigkeiten geraten!) Wirklich unvoreingenommene Skeptiker bekommen durch das Buch hoffentlich etwas zum Nachdenken und vielleicht werden sie davon überzeugt, dass es Beweise gibt, die es wert sind, sie in Betracht zu ziehen.

Das Buch von Leslie Kean
können Sie hier bestellen

- - -


TDG: Wie bereits erwähnt, hat Michio Kaku ihr Buch als den "Gold-Standard" für UFO-Bücher bezeichnet. Gibt es für sie einen UFO-Fall, der für sie als "Gold-Standard" aus allen anderen herausragt, und als erster diskutiert werden sollte, wenn es um die Stichhaltigkeit der UFO-Forschung ginge?

Leslie Kean: Es gibt viele Fälle, die aus der Masse herausragen. Ich würde dennoch beispielsweise die Fälle von Rendlesham Forest 1980, die belgische UFO-Welle 1989/90, die UFO-Sichtung der Besatzung der Japan Airlines über Alaska 1986 und den Fall der Iranischen Luftwaffe von 1976 nennen. Die Hauptbeteiligten in diesen vier Fällen haben alle detaillierte Berichte dazu für mein Buch verfasst. Aber bei diesen Fällen handelt es sich auch nur um die bekanntesten Fälle, zu welchen uns umfangreiche Daten vorliegen und die schon seit Jahren immer wieder gründlich hinterfragt und überprüft wurden. Ich bin mir sicher, dass es noch eine Vielzahl ähnlicher Fälle gibt, von denen wir nur nichts oder wenig wissen, wie sie aber nicht weniger herausragend sind. Stellen sie sich die zahlreichen Ereignisse vor, wie sie in allen Ländern rund um den Globus geschehen sind, die aber nur vor Ort dokumentiert aber nie bekannt wurden.

TDG: Sie wurden innerhalb der UFO-Szene durch ihr lang andauerndes Bemühen um die Veröffentlichung der NASA-Akten zum Kecksburg-Zwischenfalls bekannt (...wir berichteten). Was haben sie die Erfahrungen während dieser Recherchen über die Beteiligung von Regierungsbehörden an Untersuchungen von UFO-Berichten gelehrt?

Leslie Kean: Wir haben daraus nicht viel mehr gelernt, als das, was wir schon zuvor über die Rolle von Regierungsbehörden im Kecksburg-Fall wussten. Wir haben erfahren, dass die Informationen und Angaben immer noch klassifiziert sind (ein Umstand, der nach 40 Jahren eigentlich gar nicht mehr sein dürfte), oder dass sie an einem anderen Ort aufbewahrt werden, wo nicht nach ihnen gesucht wurde. Am wichtigsten ist aber, dass das Gerichtsverfahren in dieser Sache gezeigt hat, dass wir trotz des Gesetztes zur Informationsfreigabe (Freedom of Information Act, FOIA) erfahren mussten, wie schwer es ist, in die unter dieses Gesetz fallenden Akten Einsicht zu erhalten, auch wenn dies eigentlich das Recht eines jeden Bürgers ist. Große Teile unserer Geschichte stehen weder der Öffentlichkeit noch öffentlichen Forschern und Wissenschaftlern zur Verfügung. Als wir unsere erste FOIA-Anfrage in Form einer Liste mit spezifizierten Inhalten an die NASA gestellt hatten, erhielten wir als Antwort, dass es zu unserer Anfrage keine Dokumente gäbe. Doch das stimmte einfach nicht - wie sich später ja auch herausstelle. Es bedurfte also einer formalen Beschwerde und einem Verfahren vor einem Bundesgericht, bis uns dann doch Hunderte von Akten überstellt wurden, wie sie so schon in unserer ursprünglichen Anfrage angefordert worden waren. (Einen abschließenden Bericht über das Verfahren und die freigegebenen Akten finden sie unter "www.freedomofinfo.org")

TDG: Schon zuvor haben sie immer wieder darauf hingewiesen, dass man die Entscheidungsträger in dieser kontroversen Angelegenheit (der Freigabe der bislang geheimen UFO-Dokumente der USA) sehr viel behutsamer behandeln und sie nicht durch haarsträubende Behauptungen abschrecken sollten. Wie kann die UFO-Forschung das erreichen, wenn die meisten der seriösen UFO-Forscher von jenen Autoren übertönt werden, die lediglich Publicity suchen?

Leslie Kean: Das ist in der Tat ein schwerwiegendes Problem, für das es keine einfache Lösung gibt. Es gibt schließlich keine übergeordnete Stelle, die entscheidet, was an die Medien gegeben wird und was nicht. Es ist ein wie Zirkus mit freiem Eintritt für alle. Die einzige Lösung liegt darin, einen Weg zu finden, wie die legitimen Materialien mehr Gehör finden als die frivolen und somit auch von den Entscheidungsträgern als etwas wahrgenommen werden, das aus der Masse hervorsticht. Auch wenn die Entscheidungsträger den unsinnigen Materialien keine Achtung schenken - die Medien stürzen sich nur allzu gerne darauf, um das ganze Thema lächerlich zu machen.

Als eine Journalistin, die aus den Mainstream-Medien kommt, aber auch Nachrichten produzierte, als es etwa um den Kecksburg-Fall und die NASA-Anklage ging, habe ich es zu meinem persönlich Ziel gemacht, die seriösesten und glaubwürdigsten Information an die Öffentlichkeit zu bringen und dabei nicht zu übertreiben. Viele Menschen haben mir auf diesem Wege beigestanden und mich beraten. Ich hoffe, dass mein Buch, als Zusammenfassung meiner zehnjährigen Recherche zum Thema UFOs, dieses Ziel nun in noch größerem Umfang erreichen wird, als mir dies bislang möglich war.

TDG: Hat ihre Arbeit an dem Buch ihre Meinung darüber verändert, was UFOs sein könnten?

Leslie Kean: Meine Arbeit hat mich zusehends in meiner Überzeugung bestärkt, dass UFOs nicht als etwas bekanntes oder konventionelles, Menschengemachtes erklärt werden können. Wir müssen uns daran erinnern, dass wir nur über 5% aller berichteten Sichtungen sprechen... aber innerhalb dieser 5% gibt es genügend sehr gut dokumentierte und auch von offizieller Seite untersuchte Fälle, wie sie die Existenz unerklärter Objekte fraglos belegen. Das Lesen von Augenzeugenberichten aus erster Hand kann einem eine wahre Gänsehaut hervorrufen, so kraftvoll ist die Glaubwürdigkeit der Zeugen. Das Buch zu schreiben hat mich dazu gezwungen, noch tiefer über viele Aspekte des UFO-Mysteriums nachzudenken und verstärkte zudem in mir die Einsicht für die Dringlichkeit, wenn es darum geht, endlich durch eine organisierte Forschungsinitiative herauszufinden, was diese Dinge sind. Die US-Regierung muss an dieser Arbeit beteiligt werden. Wir können und wir werden sehr viel mehr über UFOs lernen und ich glaube, dass das Mysterium für die Weltgemeinschaft befriedigend gelöst werden kann.

TDG: Leslie, vielen Dank für ihre Zeit, mit "The Daily Grail" zu sprechen und alles Gute für den Erfolg ihres Buchs.

Diesem Dank schließt sich "grenzwissenschaft-aktuell.de" an. Dank auch an TDG und Leslie Kean für die Erlaubnis, das Interview in deutscher Übersetzung veröffentlichen zu dürfen!


- Das Interview im englischen Original finden Sie HIER

Deutschsprachige Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: dailygrail.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE