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Donnerstag, 2. Dezember 2010

AstroLeak: Wird die NASA über unbekannte Lebensformen in alkalischem Salzsee berichten?

Der salzige Mono Lake | Copyright: Mila Zinkova/ GNU FDL

Washington/ USA - Nach der Ankündigung einer wichtigen "astrobiologischen Entdeckung" durch die NASA, deren Hintergründe auf einer Pressekonferenz heute Abend bekannt gegeben werden sollten (...wir berichteten), wurde weltweit hitzig darüber diskutiert, um was für eine Entdeckung es sich handeln könnte. Britische Medien behaupten nun, dass die Forscher über die Entdeckung von bislang unbekannten Lebensformen in einem alkalischen Salzsee berichten werden, wie es die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in nach bisherigen Standards unwirtlichen Welten inner- und außerhalb unseres Sonnensystems Leben geben könnte.

Bei den mikrobiologischen Lebensformen handele es sich um eine gänzlich neue und bislang unbekannte Form von Leben auf der Erde. Leben, wie es bislang nicht für möglich gehalten wurde, berichtet u.a. die britische "The Sun" und beruft sich dabei auf die an der heutigen Pressekonferenz teilnehmende Astrobiologin Dr. Felisa Wolfe-Simon. Seit dem Frühjahr suchte die Wissenschaftlerin im Mono Lake nach unbekannten Lebensformen und wurde offenbar fündig (...wir berichteten).

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Der Mono Lake (s. Abb.), ein alkalischer Salzsee im kalifornischen Yosemite-Nationalpark, weist eine der weltweit höchsten Salzkonzentrationen auf. Obwohl seine Ufer ein komplexes Ökosystem aufweisen, galt sein Wasser galt bislang als absolut lebensfeindlich.

Aus dem Nachweis von Leben im Mono Lake ergeben sich dramatische Schlussfolgerungen und Konsequenzen nicht nur für Leben auf der Erde, sondern auch für Leben auf anderen Himmelskörpern im Sonnensystem, die bislang als lebensfeindlich galten.

Genauere Informationen und weitere Hintergründe werden au der heutigen Pressekonferenz bekannt gegeben (...wir berichteten). Wir werden natürlich umgehend berichten...

Allerdings: Schon 2008 hatten Forscher im den Boden des Mono Lake bedeckenden bunt schillernden Biofilm Purpur- und Cyanobakterien entdeckt, die eine bislang unbekannte Form der Photosynthese mit Hilfe von Arsen verwenden: Alleine durch die Zugabe von Arsen gedeihen diese auch ohne Licht und mit Licht Arsen-III-Verindungen zu Arsen-V oxidierten. Bislang waren lediglich Arsen-V-produzierende Bakterien bekannt, die zu diesem Vorgang Sauerstoff benötigten. In den Quellen und warmen Tümpeln des Mono Lakes ist dieser jedoch nicht vorhanden. Somit muss die Geschichte dieser Art des Stoffwechsels neu geschrieben werden (..wir berichteten).


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk / thesun.co.uk

Erstmals Atmosphäre einer fernen Super-Erde analysiert

Künstlerische Interpretation der fernen Super-Erde "GJ 1214b" | Copyright: ESO/L. Calcada

Washington/ USA - Mit Unterstützung der NASA haben internationale Astronomen erstmals mit einem erdgestützten Teleskop die Atmosphäre einer sogenannten Super-Erde, also eines fernen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems mit der bis zu 10-fachen Erdmasse, charakterisiert. Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" berichten, handelt es sich um einen Meilenstein auf dem Weg zu einer zukünftigen Analyse der Atmosphäre eines erdähnlichen Planeten und der Suche nach Anzeichen für dortiges Leben.

Basierend auf den Analysen mit dem FORS-Instrument des Very Large Telescope (VLT) an der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile, schließen de Wissenschaftler, dass der Planet "GJ 1214b" entweder von einer dünnen Schicht aus Wasserdampf oder einer dichten Lage hoher Wolken umgeben ist. Sollte erstes Szenario zutreffen, handelt es sich wahrscheinlich um einen frostigen Eisplaneten. Trifft die zweite Möglichkeit zu, so würde es sich wahrscheinlich um einen Felsplaneten oder aber um eine Art Miniaturausgabe des Gasplaneten Neptun handeln, der tief im Inneren seiner wasserstoffreichen Atmosphäre einen kleinen Gesteinskern besitzt.

"Bei 'GJ 1214b' handelt e sich um die erste bekannte Super-Erde mit einer Atmosphäre", zeigt sich Jacob Bean vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" in Cambridge von den Analyseergebnissen fasziniert. Zugleich gesteht der Astronom jedoch ein, dass selbst mit den neuen Daten noch nicht möglich ist, genau zu bestimmen, wie sich die Atmosphäre zusammensetzt.

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"GJ 1214b" wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt, ist etwa 2,7 mal so groß wie die Erde, weist das etwa 6,5-fache ihrer Masse auf und befindet sich etwas mehr als 40 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger). Schon frühere Beobachtungen seiner Größe und Masse hatten darauf hingewiesen, dass im Vergleich zu seiner Größe, seine Dichte relativ gering ist. Aus diesem Grund vermuten Astronomen, dass es sich um eine Art Festkörper mit Atmosphäre handeln muss. Der Planet umkreist sein Zentralgestirn alle 38 Stunden in einem Abstand von nur 0,014 Astronomischen Einheiten, also der Entfernung zwischen Erde und Sonne - zu nah also, als dass sich nach bisherigem Wissensstand auf seiner Oberfläche erdähnliches Leben entwickelt haben könnte.

Die Analyse der Atmosphäre gelang den Forschern mittels einer Untersuchung des infraroten Lichts, als der Planet, von der Erde aus betrachtet, vor seinem Stern vorbeizog und während dieses sogenannten Transits, das Licht des Sterns durch die Atmosphäre des Planeten gefiltert wurde. Hierbei absorbieren Gase in der Atmosphäre das Sternenlicht in unterschiedlichen Wellenlängen, aus welchen Wissenschaftler die chemischen Fingerabdrücke der vorhandenen Gase ablesen können. Mit derselben Methode war es Astronomen bereits zuvor gelungen, die Atmosphären extrasolarer Gasriesen zu analysieren und hierbei Gase wie Wasserstoff, Methan und Natriumdampf nachzuweisen (...wir berichteten, s. Links).

Im Falle der Super-Erde, konnten bislang zwar noch keine derartigen Signaturen nachgewiesen werden, doch bedeutet dies nicht, dass in der Atmosphäre keine Chemikalien vorhanden sind. Stattdessen ist es mit anhand dieser Information möglich, durch ein Ausschlussverfahren auf die Zusammensetzung der Atmosphäre zu schließen, die entweder aus Wasserdampf oder Höhenwolken gebildet wird. Die Astronomen um Bean vermuten, dass die Atmosphäre um "GJ 1214b" schlichtweg zu dünn ist, um genügend Licht für eine Spektralanalyse filtern zu können. "Eine dampfartige Atmosphäre müsste hierzu sehr dicht sein und etwa zu einem Fünftel aus Wasserdampf bestehen. Die Erdatmosphäre besteht hingegen zu Vierfünfteln aus Stickstoff, zu einem Fünftel aus Sauerstoff und nur eine Hauch an Wasserdampf", erläutert Bean.

Anhand weiterer Beobachtungen erhoffen sich die Forscher jedoch schon im kommenden Jahr genauere Informationen über die Eigenschaften des Planeten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / eso.org / nasa.gov

Trümmer aus dem All könnten Kugelblitze erzeugen

Feuerkugel über Brisbane am 16. Mai 2006 | Copyright/Quelle: Queensland University of Technology, qut.edu.au

Brisbane/ Australien - Basierend auf seinen Untersuchungen von sogenannten Feuerkugeln, die im Mai 2006 den Himmel über dem südöstlichen Queensland erhellt hatten, glaubt ein australischer Physiker eine Erklärung für einen zeitgleich vor Ort beobachteten Kugelblitz gefunden zu haben. Zugleich glaubt er, mit seinem Modell auch zahlreiche angebliche UFO-Sichtungen erklären zu können.

In seiner Studie, die im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society A" erschienen ist, erläutert Dr. Stepehen Hughes von der "Queensland University of Technology" (QUT), zunächst, dass es sich bei den mindestens drei Feuerkugeln um Fragmente des erdnahen Kometen "73P/Schwassmann-Wachmann 3" gehandelt habe, der die Erde am 16. Mai 2006 passierte.

"Feuerkugeln können ionisierte leitende Pfade erzeugen und im Prinzip auch Elektrizität in Höhen zwischen 80 und 20 Kilometern leiten können. Es ist möglich, dass sie einen leitenden Pfad bis zur Erde erzeugen, wie er solange sichtbar wäre, bis er auf die Oberfläche trifft und hier eine Kugelform annehmen würde, wenn die Ladung vom Boden zurück fließt", erläutert Hughes. "Sollte dieser Vorgang zutreffen und Meteore flüchtige Verbindungen zwischen dem Boden und der Ionosphäre erzeugen, so könnte dies auch zahlreiche UFO-Sichtungen erklären."

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Bei den beobachteten grünen Feuerkugeln handele es sich um Gesteinsmeteore von mindestens einem Kilogramm Gewicht, deren grünes Aufleuchten entsteht, wenn Sauerstoffatome bei Eintritt in die Erdatmosphäre ionisiert werden.

"Neben diesen astronomischen Erscheinungen hoch am Himmel, gab es aber auch eine Sichtung einer merkwürdigen, grünleuchtenden Kugel von etwa 30 Zentimetern Durchmesser, die dabei beobachtet wurde, wie sie kurz nach dem Vorbeiflug der Feuerkugeln sanft die Hügel der 'Great Dividing Range' (einem Höhenrücken rund 120 Kilometer westlich von Brisbane) herunterrollte", so Hughes. Eine Untersuchung der Gegend habe keinerlei ungewöhnliche Merkmale aufgezeigt. Dass es sich also bei der Erscheinung um ein direktes Fragment des Kometen gehandelt haben könnte, schießt der Forscher auch aus diesem Grund aus.

"Kugelblitze sind sehr seltene Ereignisse, aber über die Jahre haben sich zahlreiche Berichte darüber angehäuft und es wurden ebenso viele Erklärungsversuche vorgelegt: Von Mini-Tornados, über brennenden Siliziumstaub, elektrische Knoten bis hin zu Mini-Schwarzen Löchern", kommentiert der Physiker.

Zumindest für den im Zusammenhang mit den Feuerkugeln beobachteten Kugelblitz in der "Great Dividing Range" glaubt Hughes also in der flüchtigen elektrischen Verbindung zwischen der Erdoberfläche in der Ionosphäre (der Atmosphärenschicht zwischen 80 und 600 Kilometern Höhe) gefunden zu haben.

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