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Dienstag, 7. Dezember 2010

Schwärzer als schwarz: Neues Nanomaterial soll erdähnliche Exoplaneten sichtbar machen

Nanoröhren in extremer Vergrößerung (Illu.) | Copyright: NASA

Greenbelt/ USA - Wissenschaftler der NASA haben ein neues Material entwickelt, das schwärzer als schwarz ist und mit dem zukünftig wissenschaftliche Messungen durchgeführt werden, durch welche bislang kaum sichtbare astronomische Objekte wie beispielsweise lichtschwache erdgroße Planeten, die ferne Sterne umkreisen, sichtbar gemacht werden können. Mit Hilfe des neuen Nanomaterials könnten bald also auch Astrobiologen die Suche nach bewohnbareren Exoplaneten verfeinern.

Wie die Ingenieure und Forscher vom "Goddard Space Flight Center" der NASA berichten, handelt es sich um mehrfach beschichtete Nanoröhren aus Kohlenstoff deren Durchmesser 10.000 Mal dünner ist als ein menschliches Haar. Zwar gibt es für derartige Materialien aufgrund ihrer elektrischen Eigenschaften und großer Belastbarkeit eine Vielzahl von Anwendungen, die NASA-Wissenschaftler wollen das neue Material jedoch hauptsächlich wegen seiner das Streulicht unterdrückenden Eigenschaften nutzen - absorbiert das Material doch 99,5 Prozent von Licht, welches auf es auftrifft. Dieser Umstand ist auch der Grund dafür, weswegen das menschliche Auge das Material als pechschwarz wahrnimmt, da nur noch geringste Teile des Lichts reflektiert werden.

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Vergleichs-Simulation: Astronomische Abbildung einer Galaxie mit der bisherigen Farbe (l.) und unter Anwendung des neues Materials (r.) | Quelle: NASA

Mit dieser Absorptionsrate übertreffen die Nanoröhren bisherige Farbmaterialien, die bei der NASA für technische Geräte zum Einsatz kommen. Zudem ist das Material robust genug, um auch für Anwendungen im Weltraum eingesetzt zu werden. Es kann also in idealer Weise in zukünftigen Teleskopen und Observatorien genutzt werden, wenn es darum geht, lichtschwache erdgroße Exoplaneten zu entdecken, auf welchen dann auch Leben existieren könnte. Auch zur Beobachtung ferner Galaxien kann das Material zur um 40 Prozent verbesserten Kontrastdarstellung verwendet werden, da Streulicht im Innern der optischen Instrumente selbst absorbiert werden kann.


Quellen. grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Unbekannte Bakterienart zerfrisst das Wrack der Titanic

Die rostende Titanic in 3.821 Metern Tiefe | Copyright: NOAA/Public Domain

Halifax/ Kanada - Bei einer Untersuchung von Bakterien in sogenannten Rostzapfen (eng.: Rusticles) am Wrack der Titanic haben kanadische und spanische Forscher festgestellt, dass es sich um eine bislang unbekannte Art von Bakterien handelt, die sich offenbar vom rostenden Metall des Schiffs ernähren.

Zum ersten Mal wurden die Bakterien 1991 vom ferngelenkten U-Boot-Roboter "Mir II" eingesammelt, doch erst nach dem der Bakterienstamm gezüchtet, isoliert und die DNA der Mikroben sequenziert wurde, stellten die Forscher der "Dalhousie University", dem "Ontario Science Centre" und der "Universidad de Sevilla", fest, dass es sich um eine bislang gänzlich unbekannte Bakteterienart der Gattung "Halomonas elongata" handelt.

"Halomonas titanicae bacterium", so die wissenschaftliche Bezeichnung des Bakteriums, haben die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology" (IJSEM) beschrieben.

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Auch bei der Heimstätte der Bakterien, den sogenannten Rostzapfen, handelt es sich um eine erst wenige bekannte Erscheinung. Die eiszapfenartigen Strukturen sind leicht zerbrechlich, porös und bilden sich zersetzend an Stahl und Schmiedeeisen in der Tiefsee. Durch die Identifizierung der Bakterien erhoffen sich die Forscher nun neue Einsichten in die Mechanismen, die hinter der Entstehung der Rostzapfen und damit auch über natürliche Receyclingprozesse stecken. Die Erkenntnisse sollen auch dabei helfen, zukünftig Rohre und Bauteile von Tiefseepipelines zur der Zersetzung zu bewahren.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ijs.sgmjournals.org

Zwei neue Theorien zum Steintransport von Stonehenge

Der imposante Steinkreis von Stonehenge | Copyright: FrankLaumen.de

London/ England - Nahezu zeitgleich veröffentlicht, bemühen sich derzeit zwei neue Theorien darum, den Transport der mächtigen Blausteine des Steinkreises von Stonehenge zu erklären. Während ein Ansatz vermutet, dass die Steine über hölzerne Kugellager glitten, vermutet das zweite Modell, zylinderförmige Korbgeflechte als Transporthilfe.

Zunächst hatten die Archäologen Andrew Young und Professor Bruce Bradley von der "University of Exeter" bei Untersuchungen von Steinkugeln, wie sie in der Nähe von Steinkreisen im schottischen Aberdeenshire gefunden wurden, festgestellt, dass sich deren Durchmesser nur um wenige Millimeter voneinander unterschieden. Aus dieser Beobachtung schlossen sie, dass die Kugeln wahrscheinlich einem gemeinsamen Zweck gedient hatten und spekulierte über eine Art Kugellager-System zum Transport der schweren Steine.

Die Ähnlichkeit dieser nördlichen Steinkreise mit der Anordnung der weitaus größeren Steine im Steinkreis von Stonehenge brachte die Forscher dann auf die Idee, dass hölzerne, in ebensolchen Schienen gelagerte, Kugeln für den Transport der auf einer Plattform gelagerten Stonehenge-Steine gedient haben könnten.

Erfolgreicher Test: Tonnenschwerer Transport auf hölzernen Kugellagern | Copyright: exeter.ac.uk

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Tatsächlich gelang es den Archäologen aus Exeter die Technologie auch in einem experimentellen Feldversuch erfolgreich zu testen. Einmal auf das frühgeschichtliche Kugellager gehievt, ließ sich eine mit den Steinen vergleichbare Tonnenschwere Last schon von einer Person in Bewegung versetzen. Alle bei den Experimenten verwendeten Materialien und Bearbeitungstechniken, so die Archäologen, hätten auch schon den Baumeistern von Stonehenge zur Verfügung gestanden. Um auch die großen Steine von Stonehenge zu bewegen, wären dann jedoch Ochsengespanne von Nöten gewesen. Auf diese Weise hätten die Steine etwa eine Meile, also rund 1,6 Kilometer pro Tag transportiert werden können.

"Unsere Experimente zeigen, dass es so gewesen sein könnte, beweisen aber nicht, dass es auch tatsächlich so gemacht wurde", so Bradley. Der neue Ansatz sei radikal, da es sich um auch die erste Erklärung handele, die auch praktikabel tatsächlich umsetzbar sei. Weitere Studien und ein maßstabsgetreues Experiment sollen zukünftig die Theorie aus Exeter weiterführend untersuchen.

Ebenfalls experimentell fundiert wurde allerdings auch der Erklärungsansatz des Ingenieurs und ehemaligen BBC-Moderators Garry Lavin, der mit einer Art Korbgeflecht um die Steinquader den Transport der bis zu vier Tonnen schweren sogenannten Blausteine von aus den walisischen Preseli-Bergen nach Stonehenge, also rund 320 Kilometer weit, zu erklären versucht.

Mit Skizzen erläutert Garry Lavin seine Theorie von geflochtenen Zylindern | Copyright/Quelle: Garry Lavin/ dailymail.co.uk

Um die Steine herum soll demnach ein Geflecht aus Erlen und Weidenholz konstruiert worden sein, welches so lange erweitert und mit weiteren Ruten ausgefüllt wurde, bis eine dann von Menschen und Ochsen zieh- und rollbare Rolle um die Steine herum entstand, deren Abrutschen mit Holzplanken verhindert werden konnte. Auch die Materialien und handwerklichen Fertigkeiten zur Konstruktion von Lavins "Körben", standen schon zur Zeit der Errichtung des Steinkreises zur Verfügung.

Tatsächlich, so berichtet die britische Tageszeitung "The Daily Mail" gelang es auch Lavin in einem Experiment im vergangenen Sommer einen immerhin noch eine Tonne schweren Felsblock mit dieser Methode und mit insgesamt bis zu 5 Personen zu transportieren. Physikalische Berechnungen, so Lavin bestätigen zudem, dass die Weidenzylinder sogar derart konstruiert werden konnten, dass sie auch einen Transport der Steine durch Gewässer erleichtert hätten. Auch Lavin will schon im kommenden Sommer in einem Versuchsaufbau den damaligen Transport eines fünf Tonnen schweren Steinquaders simulieren.

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