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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Astrofotografie: Weltraumteleskope finden "Christbaumkugel" im All

Bildkombination auf Aufnahmen der Weltraumteleskope "Hubble" und "Chandra" | Copyright: NASA,ESA,HubbleHeritageTeam(STScI/AURA) & NASA/CXC/SAO/J. Hughes

Washington/ USA - Mit den Weltraumteleskopen "Hubble" und "Chandra" haben Astronomen eine gigantische Gasblase innerhalb unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke, entdeckt. Was auf den ersten Blick wie eine friedliche Christbaumkugel im All wirkt, offenbart bei genauem Hinsehen gewaltige Unruhen im Innern der filigranen Außenschale.

Anhand der Beobachtungsdaten der Weltraumteleskope, wie sie von 2006 bis 2010 zusammengestellt wurden, schlussfolgern Astronomen der NASA, dass es sich um das Überbleibsel einer Supernova handelt, die sich vor rund 400 Jahren ereignet hatte. "SNR B0509-67.5", so die Katalogisierungsnummer des kosmischen Objekts, befindet sich rund 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Wellen in der Oberfläche der Außenhülle verraten Schwankungen in der Dichte des interstellaren Gases oder werden noch immer von Nachwirkungen der einstigen Sonnenexplosion verursacht. Insgesamt hat die kosmische Christbaumkugel einen Durchmesser von 23 Lichtjahren und dehnt sich mit mehr als 18 Millionen Kilometern pro Stunde aus.

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Mit einem Alter von rund 400 Jahren, war die Supernova wahrscheinlich am südlichen Sternenhimmel um das Jahr 1600 selbst mit bloßem Auge sichtbar. Dennoch sind bislang keine Aufzeichnungen über das Ereignis, etwa in Form von historischen Berichten über einen "neuen Stern am Himmel", bekannt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / spacetelescope.org

Cassini-Sonde findet mögliche Eisvulkane auf Saturnmond Titan

Aus den 3D-Daten der Sonde Cassini zeichnet sich deutlich eine vulkanartige Bergform ab | Copyright: NASA/JPL-Caltech/USGS/University of Arizona

Pasadena/ USA - Mit der Saturn-Sonde "Cassini" haben NASA-Wissenschaftler auf Titan, dem größten Mond des Ringplaneten, zwei Strukturen entdeckt, die sie für Eisvulkane halten. Diese gleichen in ihrer Form den irdischen Feuerbergen und Vulkanen auf dem Jupitermond Io.

Die von der Sonde gelieferten topografischen Daten, so berichten die NASA-Forscher auf dem Jahrestreffen der "American Geophysical Union" in San Francisco, stützten den bislang deutlichsten Hinweis auf Geländeformen auf einem fremden Himmelskörper im Sonnensystem, wie sie irdischen Vulkanen gleichen, jedoch statt geschmolzenem Gestein und Asche Eisfontänen speien.

"Wenn wir eine 3D-Karte der Titan-Region Sotra Facula betrachten, so fällt direkt deren Ähnlichkeit mit irdischen Vulkanen wie etwa dem sizilianischen Ätna, dem Laki auf Island oder selbst kleineren Vulkanen im US-amerikanischen Flagstaff auf", erläutert der die 3D-Umsetzung der Daten leitende Wissenschaftler Randolph Kirk vom "Astrogeology Science Center" der "U.S. Geological Survey" (USGS).

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Jahrelang haben Wissenschaftler darüber debattiert, ob es auf den eisreichen Monden des Saturns derartige Eisvulkane, sogenannte Kryovulkane, gibt und was deren Eigenschaften sein könnten.

Die bisherige Arbeitshypothese geht davon aus, dass unterirdische geologische Aktivität die sonst eisige Umgebung genügend erwärmt, um Teile des Inneren der Saturntrabanten aufzutauen und das dabei entstehende schlammige Material durch Öffnungen an die Oberfläche zu pressen.

Einige bislang bekannte Kryovulkane, wie sie beispielsweise den Rissen im Eispanzer des Saturnmonds Enceladus entspringen, gleichen irdischen Vulkanen nur gering, wenn etwa ihre feinen Eispartikel kaum Rückstände auf der Oberfläche des Mondes hinterlassen und somit deren Form und Struktur kaum beeinflussen.

Computersimulation der Eisvulkane auf Titan | Copyright: NASA/JPL-Caltech/USGS/University of Arizona

Auf Titan, so vermuteten die meisten Wissenschaftler bislang, könnte zwar auch festeres Material ausgestoßen werden und sich in lavaflußartigen Strömen, fingerartig über die Oberfläche welzen, doch wurden bislang entdeckte entsprechende Strukturen (...wir berichteten 1, 2) eher für das Ergebnis nicht-vulkanischer Aktivitäten, etwa für Fluss-Sedimente, gehalten.

In der nun untersuchten Region Sotra Facula jedoch, stellen Eisvulkane die bislang beste Erklärung für die nun vorgefundenen Strukturen dar, die sich mehr als 1.000 Meter über die Oberfläche erheben, tiefe vulkanartige Krater und fingerartige Flussstrukturen aufweisen (s. Abb.). Zwar könnten diese Berge auch tektonischen Ursprungs sein, erläutert der Planetenwissenschaftler Jeff Kargel von der "University of Arizona", doch sei deren Interpretation als Kryovulkane sehr viel einfacher und stimmiger.

Bislang ergeben sich aus den Daten zwar keine Hinwiese auf aktuelle Aktivitäten der Eisvulkane auf Titan, doch werde die Region nun weiterhin intensiv beobachtet, so die Forscher. "Kryovulkane helfen uns dabei, die geologischen Kräfte dieser exotischen Orte in unserem Sonnensystem besser zu verstehen", zeigt sich auch die Cassini-Projektwissenschaftlerin Linda Spilker vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA von der Entdeckung begeistert. "Auf Titan könnten diese Eisvulkane beispielsweise erklären, wie Methan in der Atmosphäre fortwährend aufgefrischt wird, während die Sonne die Moleküle auflöst."

"Um Kryovulkanismus in Gang zu setzen, benötigt es genügend Wärme. Wenn dann auch noch, wie auf Titan Wasser vorhanden ist, erfüllt das bereits auch zwei Grundvoraussetzungen für Leben", kommentiert Rosaly Lopes, Vulkanforscherin am JPL abschließend die Entdeckung ihres Teams.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Mande Burung-Expedition: Kryptozoologen finden Hinweise auf Riesen-Kleinhirsch

Geweih des unbekannten Riesen-Muntjak (r.) im Vergleich zum einem gewöhnlichen Exemplar der Gegend (l.) | Copyright: CFZ (cfz.co.org), forteanzoology.blogspot.com

Bideford/ England - Auf ihrer Expedition in die Regenwälder der Garo Hills im indischen Bundesstaat Meghalaya, bei der Kryptozoologen des "Center for Fortean Zoology" (CFZ) eigentlich Bewiese für den indischen Yeti, den sogeannten Mande Burung suchen wollten (...wir berichteten 1, 2, 3), haben die Forscher unter anderem auch Hinweise auf eine bislang unbekannte Art ungewöhnlich großer asiatischer Kleinhirsche, sogenannter Muntjaks, entdeckt.

Auf das ungewöhnlich große Geweih des noch unbekannten Tieres, stießen die Forscher des CFZ bei ihrem Interview mit dem lokalen Historiker, Naturforscher und Autor Llewellyn Marak im Dorf Tura. Maraks Großvater war ein bekannter Jäger und behauptete zu Lebzeiten von sich selbst, den sagenumwobenen Mande Burung schon mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Während des Besuchs zeigte Marak stolz auch die Jagdtrophäen seines Großvaters. Unter diesen Geweihen entdeckte der Expeditionsteilnehmer Jon McGowan auch das Geweih eines angeblichen Muntjak, das jedoch durch seine ungewöhnliche Größe aus den anderen Trophäen herausragte.

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Eine erster Vorortuntersuchung, so berichtet Jon Downes im CFZ-Blog "Still on The Track" (forteanzoology.blogspot.com), zeigte, dass das fragliche Geweih nicht nur jene der lokal vorkommenden indischen Muntjaks (Muntiacus muntjak, s. Abb.) sondern sogar Vergleichsexemplare der bekannten Riesenmuntjaks (Muntiacus vuquangensis), wie sie auf Laos und in Vietnam bekannt sind, übertrifft.

Vor Ort erfuhren die Forscher zudem, dass die Einheimischen sogar einen Namen für den Riesen-Kleinhirsch haben, wenn sie vom "Matchok" berichten. Von dem Geweih entnahmen die Forscher Proben, die nun einer DNA-Analyse an der " "Kobenhavns Universitet" (Kopenhagen) unterzogen werden soll.

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Quellen: cfz.co.org / grenzwissenschaft-aktuell.de /
forteanzoology.blogspot.com
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