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Montag, 20. Dezember 2010

Astronomen wollen außerirdische Bäume finden

Illustration | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Oxford/ England - Die Frage, ob es möglich ist, Bäume auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachweisen zu können, glauben Astronomen anhand neuer Berechnungen beantworten zu können. Die Schatten der Bäume, so die Forscher, könnten die außerirdischen Gewächse verraten.

Wie Christopher Doughty von der "University of Oxford" und and Adam Wolf von der "Princeton University" im Fachmagazin "Astrobiology" berichten, würden die Schatten der Bäume das Sternenlicht, wie es von der Oberfläche eines entsprechenden Planeten reflektiert wird, in charakteristischer Weise verändern.

Immer dann, wenn sich - perspektivisch von der Erde aus betrachtet - der Planet zwischen Erde und seinem Stern befindet (zu vergleichen mit dem irdischen Vollmond), würden vorhandene Bäume sehr kurze und damit kaum sichtbare Schatten werfen, berichtete "NewScientist.com". An anderen Positionen auf der Umlaufbahn, würden die Schatten hingegen anwachsen. Zukünftige Teleskope sollten genau diese mit diesem Prozess einhergehenden Helligkeitsveränderungen auf einem solchen Planeten erkennen können, vermuten die Astronomen.

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Auch andere Pflanzen und einige Mikroben auf der Erde reflektieren einen Großteil des Sonnenlichts im nahen Infrarotbereich. Ein derart belebter Exoplanet würde also durch seine charakteristischen Abstrahlung im Infrarotbereich erkannt werden (...wir berichteten 1, 2)

Beide Methoden in Kombination angewandt, könnten es Astronomen zukünftig also auch ermöglichen, zwischen lebensfreundlichen Exoplaneten zu unterscheiden, auf welchen es lediglich einfache und kleine, die Photosynthese nutzenden Lebensformen (flachwachsende Pflanzen und Mikroben) oder sogar komplexere hochaufragende Gewächse und Bäume gibt.

Kollegen verweisen hingegen darauf, dass auch steil aufragende Berge den beschriebenen Schatteneffekt verursachen könnten. Wolf und Doughty hingegen glauben, dass für die Entstehung von Leben auf einem Planeten wahrscheinlich auch tektonische Prozesse notwendig seien. Gemeinsam mit Erosion würden diese kaum derart scharfe und spitzzulaufende geologischen Strukturen entstehen lassen. Tatsächlich weisen auch auf der Erde, so der "NewScientist", lediglich weniger als ein Prozent der Oberfläche eine Neigung von mehr als 45 Grad auf.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / liebertonline.com / newscientist.com / ouce.ox.ac.uk

Morgen: Totale Mondfinsternis am 21. Dezember 2010

Fotokollage: Verschiedene Phasen einer Mondfinsternis | Copyright: A.Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Berlin/ Deutschland - Am Morgen des kommenden Dienstags (21. Dezember 2010) ereignet sich eine totale Mondfinsternis, wie sie zu Teilen auch von Deutschland aus beobachtet werden kann.

Wie "Mondfinsternis.info" berichtet, wird die Verfinsterung des Erdtrabanten bei freiem Blick zum nordwestlichen Horizont und guten Witterungsbedingungen sichtbar sein, weil der Mond hier als schmale Sichel, also kurz vor der totalen Verfinsterungsphase, untergehen wird. Nordwestlich einer Linie zwischen Bonn und Rostock, erfolgt sogar der 3. Kontakt noch knapp über dem Horizont, wodurch die Finsternis also von dieser Position aus sogar in ihrer totalen Phase sichtbar sein wird.

Der Beginn der astronomischen Dämmerung ist um 6:16 Uhr. Gegen 7:00 Uhr wird die Verfinsterung dann erstmals erkennbar. Um 7:32 Uhr tritt der Mond dann in den Kernschatten der Erde ein und ab 8:40 Uhr beginnt die totale Phase, der sog. 3. Kontakt. Die maximale Verfinsterung wird um 9:17 Uhr erreicht sein und um 11:02 Uhr wird der Mond den Kernschatten dann wieder verlassen. Das Sichtbarkeitsende wird dann gegen 11:35 Uhr sein und um 12:06 Uhr wird der Mond dann auch den Halbschatten der Erde verlassen.

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Allerdings, habe "diese Sichtbarkeit aber eher theoretischen Charakter, denn sehr wahrscheinlich wird der verfinsterte Mond spätestens mit Beginn der Totalität am dann schon taghellen Himmel verschwinden", so die Informationsseite. Um den sogenannten Roten Mond (s. Abb.) und die vollständige Verfinsterung in ihrem ganzen Verlauf sehen zu können, muss man sich also sehr viel weiter im Westen aufhalten. Beste Beobachtungsbedingungen herrschen demnach in der Karibik, in Kanada oder auf Island.

Zu einer Mondfinsternis kommt es immer dann, wenn die Erde ziemlich genau zwischen Sonne und Mond steht - ein Ereignis, wie es nur bei Vollmond geschehen kann und auch dann nur, wenn der Mond sich in der Nähe der Schnittpunkte seiner Bahn um die Erde mit der Ebene der Erdbahn um die Sonne befindet.

Zu MoFi am 21. Dezember selbst erläutert "Mondfinsternis.info":
"Da die Erde sehr viel größer als der Mond ist, wirft sie auch einen viel längeren und größeren Schatten ins Weltall, als der Mond dies tut. In Mondentfernung übertrifft der Durchmesser des Kernschattens der Erde den des Mondes um fast das Dreifache. Rund um den Kernschatten liegt wie ein Ring der Halbschatten der Erde. Der Durchmesser dieses Schattenringes entspricht etwa demjenigen des Mondes.


Je nachdem, durch welche Teile des Erdschattens der Mond wandert, kommt es zu unterschiedlichen Typen von Mondfinsternissen. Passiert der Mond lediglich den Halbschatten der Erde, so kommt es zu einer Halbschattenfinsternis. Diese Ereignisse machen immerhin etwa 37 % aller Mondfinsternisse aus, sind aber nicht immer einfach zu beobachten, weil es nur zu einer leichten Eintrübung des Mondlichtes kommt. Auf dem Mond würden Sie zur gleichen Zeit eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Als Faustregel gilt, dass eine Halbschattenfinsternis dann zu bemerken ist, wenn die Mondscheibe mit mehr als 60% ihres Durchmessers (entspricht 50% ihrer Fläche) in den Halbschatten eintritt. In seltenen Fällen tritt der Mond sogar komplett in den Halbschatten der Erde ein, ohne dabei den Kernschatten zu berühren. Häufiger allerdings passiert der Mond mit einem mehr oder weniger großen Teil seines Durchmessers den Kernschatten der Erde. Ein Teil des Mondes wird dann stark verdunkelt, d.h. ein Astronaut würde von dort aus eine totale Sonnenfinsternis sehen. Von der Erde aus ergibt sich das kuriose Bild einer Mondsichel am Vollmondtag. Solche partiellen Verfinsterungen machen etwa 34 % aller 'MoFis' aus. In den verbleibenden ca. 29 % der Fälle tritt der Mond komplett in den Kernschatten der Erde ein und wir erleben eine Totale Mondfinsternis. Deren Länge hängt davon ab, ob der Mond durch die Mitte des Kernschattens oder durch dessen randliche Partien wandert. Überraschenderweise bleibt der Mond auch während der totalen Phase in einem düster-rötlichen Licht sichtbar - daher der Begriff 'Roter Mond'. Diese Färbung entsteht durch Streulicht der Sonne, welches durch die Erdatmosphäre hindurch auf den Mond fällt. Nur die langwelligen, roten Anteile des Sonnenlichtes durchdringen die Lufthülle der Erde."

Zur nächsten, bei günstigen Witterungsbedingungen vollständig von ganz Europa aus sichtbaren totalen Mondfinsternis kommt es am schon leicht abgedunkelten Abendhimmel des 15. Juni 2011.

- Alle weiteren ausführlichen Informationen, Daten, Charts, Erläuterungen und weiterführende Links finden Sie HIER


Quellen: mondfinsternis.info / grenzwissenschaft-aktuell.de
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