Donnerstag, 13. Januar 2011

Mondwasser stammt aus dem Erdmantel und von Kometen

Blick auf den Mond aus dem Erdorbit heraus | Copyright: NASA

Knoxville/ USA - Ein Team US-amerikanischer und japanischer Wissenschaftler hat herausgefunden, woher ein Teil des Mondwassers stammt. Laut der Studie der Forscher gelangte das Nass unter anderem mit Kometen auf den Erdtrabanten.

Larry Taylor von der "University of Tennessee" war schon an der Entdeckung der Spuren von Wasser auf dem Mond beteiligt (...wir berichteten: 1, 2) und somit an der Widerlegung des Mythos vom Mond als staubtrockener Ödnis beteiligt. Zugleich stellten die Forscher fest, dass das Wasser sogar in solch großen Mengen vorhanden ist, dass es sogar zur Versorgung von bemannten Mondbasen verwendet werden könnte. Woher bzw. wie das Wasser jedoch auf einst auf den Mond gelangte, war bislang Inhalt zahlreicher Spekulationen, Studien und kontroverser Diskussionen.

Genau dieser Frage sind die Forscher in ihrer aktuellen Studie nachgegangen und haben ihre Ergebnisse auf der Internetseite des Fachmagazins "Nature Geoscience" veröffentlicht.

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Anhand von Mondbodenproben, die von den Apollo-Missionen zurück zur Erde gebracht wurden, führte Taylor gemeinsam mit James P. Greenwood von der "Wesleyan University", Shoichi Itoh, Naoya Sakamoto und Hisayoshi Yurimoto von der "Hokkaido University" und Paul Warren von der "University of California" in Los Angeles Analysen von Wassersignaturen mit einem Sekundärionen Massenspektrometer durch, mittels welcher die Herkunft des Wassers identifiziert werden konnte.

Hierbei stellten sie überrascht fest, dass sich das Mondwasser von dem Wasser der Erde unterscheidet: "Diese Erkenntnis zwingt uns wieder zum Anfang unserer Fragestellungen zurückzukehren, wie sie mit der Entstehung des Erde-Mond-Systems einhergehen", erläutert Taylor. "Vor unseren Untersuchungen glaubten wir, dass Erde und Mond nachdem gewaltigen Einschlag, (durch den, so die bislang gängigste Theorie, der Mond aus den Trümmern des Zusammenstoßes der Erde mit dem marsgroßen Himmelskörper Theia, entstand) die gleichen flüchtigen Bestandteile, lediglich in unterschiedlichen Mengen, beinhalteten. Unsere Arbeit wirft nun ein neues Licht auf die Herkunft des Wassers - Kometen."

In dieser frühen Phase, so nehmen die Forscher an, sei das Erde-Mond-System einer großen Menge von Kometen ausgesetzt gewesen. Die Erde verfügte zu diesem Zeitpunkt bereits über größere Mengen von Wasser und flüchtigen Bestandteilen. "Der Mond jedoch war damals tatsächlich noch knochentrocken und erlangte sein Wasser hauptsächlich durch den Einschlag der 'schmutzigen Eiskugeln'."

Die Analysen belegen, dass die Mondwasser schon zu allen Zeiten vorhanden waren und teilweise durch die Interaktion des Sonnenwindes mit dem Mondboden (...wir berichten) des Weiteren von Kometen und wiederum weitere Teile aus dem Mondinnern bzw. aus dem Erdmantels stammt. Ein weiteres Indiz also für die derzeitige Lehrmeinung von der Entstehung des Mondes durch einen Zusammenstoß der Erde mit Theia.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / tennessee.edu
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