Freitag, 8. April 2011

Altersbestimmung von 500 Sternen kommt der Suche nach außerirdischen Signalen zugute

Künstlerische Interpretation eines vom Weltraumteleskop Kepler entdeckten Planetensystems. | Copyright: NASA/Tim Pyle

Sydney/ Australien - Anhand der Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops "Kepler" haben Wissenschaftler das Alter von rund 500 sonnenähnlichen Sternen ermittelt. Dieser Faktor ist für die Suche nach außerirdischer Intelligenz ("Search for ExtraTerrestrial Intelligence", SETI) von besonderem Interesse, benötigt das Leben doch wahrscheinlich eine verhältnismäßig lange Zeit, um intelligente Formen und technologisch entwickelte Zivilisationen hervorzubringen.

Für die Altersbestimmung nutzen die Forscher um Tim Bedding von der "University of Sydney" dem Umstand, dass sonnenähnliche Sterne in unterschiedlichen Frequenzbereichen verschieden Pulsieren und dieser Vorgang von ihren inneren Strukturen abhängt, die sich wiederum mit zunehmendem Alter verändern. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Science" haben die Forscher ihre Ergebnisse erstmals präsentiert.

Unsere Sonne, mit einem Alter von rund 4,6 Milliarden Jahren pulsiert beispielsweise mit Periodendauer von etwa fünf Minuten (293 Sekunden ± 3 Sekunden). Der nächstgelegene und bereits etwas ältere Nachbarstern, Alpha Centauri schwingt hingegen mit einer Periodendauer von rund sieben Minuten. Entsprechende Unterschiede können die Astronomen anhand minimaler, aber konstanter Helligkeitsschwankungen der beobachteten Sterne ablesen und zuordnen.

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Wie "NewScientist.com" berichtet, lagen vor der Kepler-Mission die nur schwer durchzuführenden Feinstmessungen und entsprechende Altersbestimmungen von gerade einmal 25 Sternen bekannt. Mit Hilfe des Weltraumteleskops liegen diese Daten nun für 500 sonnenähnliche Sterne vor.

In weiteren Untersuchungen sollen aus diesen 500 schon bald dann auch jene ausgesiebt werden, die von Planeten umkreist werden. Stimmt dann auch noch das Alter der Sterne in etwa mit dem unseres Zentralgestirns überein oder sind entsprechende "Sonnen" sogar älter, wären sie zumindest hypothetisch alt genug, um intelligentes Leben nach irdischem Maßstab hervorgebracht haben zu können.

Das Team um Bedding hofft, dass unter den bislang altersbestimmten 500 Sternen, mindestens ein bis zwei Exemplare diesen Vorgaben entsprechen, damit diese dann gezielt von SETI-Forschern ins Visier genommen werden können.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com
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