Dienstag, 5. April 2011

Erneute Kontroverse um Dino-Petroglyphe in Utah

Umstrittene Petroglyphe an der Kachina Bridge in Utah | Copyright: Prof. Andy McIntosh

Fayetteville/ USA - Seit ihrer Entdeckung sorgt eine Petroglyphe an der Kachina Bridge, einer natürlichen Steinbrücke im US-Bundesstaat Utah, für Kontroverse Diskussionen, soll sie doch, nach Interpretation bibeltreuer Kreationisten, einen typischen Sauropoden zu zeigen und wäre damit ein Beweis dafür, dass Menschen und Dinosaurier einst gemeinsam auf der Erde gelebt haben und sich begegnet sind: US-Wissenschaftler glauben nun, das Rätsel um die Felsdarstellung gelüftet zu haben und stoßen damit auf Kritik von Seiten kreationistischer Forscher.

Insgesamt finden sich unter den zahlreichen Felszeichnungen im Umfeld der Kachina Bridge laut kreationistischer Deutung vier Petroglyphen, die Dinosaurier zeigen und damit belegen sollen, dass die Künstler vor mehreren tausend Jahren lebendige Dinosaurier gesehen und dargestellt hatten.

Neben weiteren dinosaurierartigen Abbildungen, die beispielsweise an einen dreihornigen Triceratops oder einen Monoclonius erinnern, zeigt die bekannteste und wohl deutlichste Darstellung tatsächlich ein Bild, wie es zwangsläufig an einen klassischen Vertreter der Sauropoden mit dem charakteristisch langen Hals, einem stämmigen Rumpf und einem ebenfalls langen Schwanz erinnert (s. Abb. o.).

Grafisch verdeutlichte Lesart der Felszeichnung als Dinaosaurier | Copyright: Prof. Andy McIntosh, Grafik: grenzwissenschaft-aktuell.de

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Der Paläontologe Phil Senter von der "Fayetteville State University" und die Archäologin Sally Cole haben die Petropglyphe nun erneut untersucht und in einem Artikel in der Fachpublikation "Palaeontologia Electronica" dargelegt, dass die Deutung der Darstellung als Dinosaurier vielmehr dem Wunschdenken als einer akkuraten Lesart des Musters entspreche.

Alleine mit dem bloßen Auge betrachtet, ergebe sich zwar in der Tat der eindringliche Eindruck eines Sauropoden, doch zeige eine Analyse unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen, dass es sich in Wirklichkeit um zwei unterschiedliche Teile einer Schlangendarstellung handelt. Bei dem unteren Teil des Rumpfs und den Beinen handelte es sich hingegen lediglich um Verfärbungen des Steins. "Ich könnte mir sogar vorstellen, dass während des Prozesses der Farbaufbringung etwas heruntergelaufen ist oder später ausgewaschen wurde und so die Beinpartie gebildet hat", so Senter. Auch die übrigen Dinaosaurier-Darstellungen an der Kachina Bridge seien so oder ähnlich zu erklären.

Interpretation des "Dinosauriers" als Schlange (schwarz) und zufälligen Verfärbungsspuren (grau) | Copyright/Quelle: P. Senter and S. Cole, uncfsu.edu

Laut Senter und Cole handelt es sich bei der Interpretation der Muster als Dinosaurier also lediglich um ein Beispiel von Pareidolie, jener Wahrnehmungsillusion also, die uns bekannte Formen und Dinge in eigentlich chaotischen Mustern, wie beispielsweise Wolken oder Steinformationen, erkennen lässt.

Da die betroffene Felszeichnung relativ hoch und unzugänglich platziert ist, basiert die aktuelle Untersuchung der beiden Wissenschaftler allerdings lediglich auf einer optischen Betrachtung der Petroglyphe mittels Fernglas, "Für eine Leiter", so Cole, sei "das Terrain zu uneben".

Damit liefern die Forscher der Kritik von Seiten der kreationistischen Forscher natürlich eine Steilvorlage: Die Studie sei wertlos, da sie aus der Ferne durchgeführt worden sei. "Ich bin bereit anzuerkennen, dass es sich um eine Darstellung eines Dinaosauriers handelt. Ich bin durchaus auch bereit anzuerkennen, dass sie ein anderes Tier ist. Es ist jedoch nicht akzeptabel, dass der Künstler einst dort hochkam, die Autoren der Studie dies jedoch offenbar nicht für notwendig hielten", kommentiert etwa David Menton vom "Creationist Museum" (creationmuseum.org) die Arbeit gegenüber "DiscoveryNews" (news.discovery.com).

"Ich würde sagen, dass die Illustration mit der Darstellung eines Sauropoden übereinstimmt. Ich lehne die Hypothese, dass das Bild keine Bedeutung haben soll, ab. Vielmehr würde ich eine bessere Erklärung von den Autoren (der Studie) erwarten."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / news.discovery.com / uncfsu.edu
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