Mittwoch, 13. April 2011

Neue Methode soll Planeten um sonnennahe Rote Zwerge finden

Künstlerische Interpretation eines Planetensystems um einen Roten Zwergstern | Copyright: NASA/JPL-Caltec

Los Angeles/ USA - US-amerikanische und australische Astronomen haben eine neue Methode gefunden, auch Planeten um sonnennahe junge Sterne, sogenannte Rote Zwerge, entdecken zu können. Bislang standen Astronomen vor dem Problem, dass die kleinen Sterne meist zu lichtschwach sind, um eventuell in ihrem Umfeld vorhandene Planeten zu erkennen.

Vor dem Hintergrund großer und heller gelber Sterne, waren bisherige Versuche, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, direkt zu beobachten und abzubilden, nur in wenigen Fällen erfolgreich (...wir berichteten, s. Links).

Ein Vorteil für die Planetensucher ergibt sich jedoch aus dem Umstand, das junge Sterne (der sog. M-Klasse) mehr ultraviolettes Licht abstrahlen, als ihre älteren Gegenstücke und dadurch zum idealen Ziel für das schon 2003 gestartete Weltraumteleskop GALEX (Galaxy Evolution Explorer) werden, das eigentlich zur Beobachtung von Galaxien im ultravioletten Bereich des elektromagnetischen Spektrums genutzt wird.

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"Wir haben eine neue Technik entwickelt, mit der wir ultraviolettes Licht zur Suche nach jungen und noch kleinen Sternen in 'Erdnähe' nutzen", erläutert David Rodriguez von der "University of California Los Angeles" (UCLA), der die Ergebnisse der Entwicklung gemeinsam mit seinen Kollegen Ben Zuckerman, Mike Bessell von der "Australian National University" und Joel Kastner vom "Rochester Institute of Technology" aktuell im Fachmagazin "The Astrophysical Journal" veröffentlicht hat. "Diese jungen Sterne sind die idealen Kandidaten für die zukünftige direkte Abbildung von Exoplaneten".

Bisherige Suchen nach Exoplaneten um junge Sterne im ultravioletten Lichtspektrum, haben nur einen kleinen Teil des Himmels abgedeckt. Mit dem "Galaxy Evolution Explorer" könnte diese Lücken geschlossen werden. Erste Testreihen verliefen bereits hoffnungsvoll und schon jetzt habe das Weltraumteleskop gezeigt, dass es in der Lage ist, junge Sterne mit geringer Masse zu entdecken, wie sie für gewöhnliche Suchen zu lichtschwach waren.

Für die direkte Abbildung von Exoplaneten eignen sich die gesuchten sonnennahen junge Rote Zwerge in mehrerlei Hinsicht besonders gut: Zum einen sind sie relativ nah und liegen in direkter Sicht. Ihre niedrige Masse bedeutet, dass sie lichtschwächer als schwere Sterne sind und dadurch ihr eigenes Licht, jenes Licht, das von potentiell vorhandenen Planeten reflektiert wird, also auch weniger stark überstrahlt. Zudem bedeutet ein junges Alter des Muttergestirns auch ein vergleichsweise junges Alter seiner Planeten, wodurch die Körper noch wärmer und heller sind, als ältere Planeten.

Mit der bislang zur Verfügung stehenden Technologie, können jedoch lediglich große Planeten, ab etwa den Größen von Uranus und Neptun direkt abgebildet werden und selbst angesichts solcher Entdeckungen ist es bislang noch nicht möglich, beispielsweise Wolken oder Oberflächenmerkmale auszumachen. Doch auch hier zeigen sich die Forscher zuversichtlich, dass zukünftige Generationen von Teleskopen diesen Standard enorm nach vorne treiben werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / galex.caltech.edu / nasa.gov
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