Dienstag, 31. Mai 2011

Kristallregen um fernen Sternembryo

Pasadena/ USA - Mit den Weltraumteleskopen "Spitzer" (NASA) und "Herschel" (ESA) haben Astronomen winzig kleine Kristalle des Minerals Olivin entdeckt, wie sie offenbar aus einer Staub- und Gaswolke rund um einen fernen entstehenden Stern auf diesen regelrecht herabregnen. Es ist das erste Mal, dass ein derartiger Kristallregen beobachtet werden konnte. Wie die Kristalle jedoch dorthin gelangt sind, wissen die Forscher bislang noch nicht. Wahrscheinlich stammen sie aus Teilchenströmen (Jets), die dem embryonischen Stern selbst entstammen.

"Es braucht Temperaturen, so heiß wie Lava, um diese Kristalle entstehen zu lassen", erläutert Tim Megeath von der "University of Toledo" und Koautor einer Studie, die aktuell im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht wurde.

"Wir glauben, dass die Kristalle in der Nähe der Oberfläche des entstehenden Sterns zusammengekocht und dann in die deutlich kältere Staub- und Gaswolke getragen werden, wo sie abkühlen und wie grüner Glitter wieder auf den Stern zurückregnen."

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Grafische Illustration der Kristallregenfontänen, beginnend mit einer Spitzer-Aufnahme des Sternenembryos "HOPS-68" (o. Pfeil) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Toledo

Den Kristallregen entdeckten die Forscher um den Protostern mit der Bezeichnung "HOPS-68" in Sternbild Orion. Bei den Kristallen selbst handelt es sich genauer gesagt um Forsterit, der zur Familie der Olivinsilikate zählt und überall im Universum vorkommt. Zuletzt entdeckte die NASA entsprechende Kristalle auch in Kometen.

Bereits zuvor wurden Forsterit-Kristalle in protoplanetaren Scheiben rund um junge Sterne entdeckt. Der Nachweis der Mineralien innerhalb einer kollabierenden Staub- und Gaswolke rund um einen erst entstehenden Stern ist jedoch verwunderlich, da hier Temperaturen von bis zu minus 170 Grad Celsius vorherrschen können, fernab also von den für die Entstehung der Kristalle notwendigen hohen Temperaturen. Aus diesem Grund vermuten die Forscher auch, dass die Kristalle in der Nähe der Oberfläche des entstehenden Sterns zusammengekocht werden und dann von Partikelströmen, sogenannten Jets, in die deutlich kältere Staub- und Gaswolke getragen werden, wo sie abkühlen wieder auf den Stern zurückregnen.

Die Entdeckung könnte zudem erklären, warum auch Kometen, die auch in den frostigen äußeren Regionen des Sonnensystems entstehen, ebenfalls die Kristalle beinhalten. Demnach könnten auch die in den "schmutzigen Schneebällen" gefangenen Kristalle einem Kristallregen entstammen, wie er einst auch die entstehende Sonne umgeben haben könnte. Bislang vermuteten Wissenschaftler, dass die Kristalle von den Kometen eingefangen wurden, als diese sich in den äußeren Regionen der protoplanetaren Scheibe um die junge Sonne entstanden.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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