Montag, 16. Mai 2011

SETI beginnt gezielte Suche nach außerirdischen Signalen

Das Radioteleskop am "Green Bank Observatorium" | Copyright: Geremia / Public Domain

Green Bank/ USA - Mit Hilfe der genauen Positionsangaben von Planetensystemen mit potentiellen lebensfreundlichen Planeten, auf der Grundlage der ersten Beobachtungsergebnisse des Weltraumteleskops Kepler, haben SETI-Forscher mit dem " Robert C. Byrd Green Bank Telescope" (GBT) im US-Bundesstaat West Virginia die gezielte Suche nach außerirdischen Signalen aufgenommen.

Das 100 auf 110 Meter durchmessende Teleskop ist das weltweit größte vollständig und gezielt ausrichtbare Radioteleskop. Mit Hilfe der Daten der Kepler-Mission (...wir berichteten) visieren Wissenschaftler der "University of Berkeley" (UCB) seit einer Woche nach und nach insgesamt 86 potentiell lebensfreundliche und erdähnliche Planeten beherbergende Planetensysteme jeweils insgesamt eine Stunde lang an, um zu erkunden, ob von dort intelligente Signale ausgehen.

Nachdem die Daten gewonnen wurden, werden diese der weltweiten SETI@home-Gemeinde zur Auswertung an den heimischen Computern zur Verfügung gestellt. "Zwar ist bislang nicht sicher, ob auch alle dieser Sterne tatsächlich lebensfreundliche Planetensysteme aufweisen, aber es handelt sich um die aussichtsreichsten Orte, um nach außerirdischer Intelligenz zu suchen", erläutert Andrew Siemion von der UCB. "Hierbei haben wir jene Planetensysteme ausgewählt, in welchen es wahrscheinlich Planeten gibt, auf denen es aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen, Wasser in flüssiger Form geben könnte", fügt Dan Werthimer von SETI@home hinzu.

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Bei bisherigen Projekten, etwa die Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen mit dem Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico, haben die SETI-Forscher sonnenähnliche Sterne lediglich in der Hoffnung anvisiert, dass es dort erdähnliche und lebensfreundliche Planeten geben könnte. "Bislang hatten wir aber noch einer derartige Liste ganz konkret potentieller Ziele vorliegen", so Werthimer.

Schon einmal, vor 51 Jahren hatten SETI-Astronomen das "Green Bank Observatorium genutzt, um nach außerirdischen Signalen zu suchen. Seither konnte die Leistungsfähigkeit des Teleskops um ein Vielfaches gesteigert werden.

Andere Teleskope, wie etwas Arecibo, waren für die gezielte Suche nach den Kepler-Kandidaten nicht geeignet, da sie nicht die entsprechenden Regionen des nördlichen Sternenhimmels einsehen können. Zudem verfügt das GBT auch noch über einen weiteren Vorteil gegenüber Arecibo, da es auch Wellenlängen rund um 21 Zentimeter, also 1420 MHz, absuchen kann - jenem Wellenbereich, in dem Wasserstoff Licht abstrahlt - Wellenlängen also, wie sie sehr einfach auch galaktische Staubwolken durchdringen können. "Die Suche nach außerirdischen Signalen im Umfeld von 21 Zentimetern ist besonders dann interessant, wenn die entsprechenden Zivilisationen mit Absicht derartige Botschaften aussenden würden", so Werthimer. Doch selbst wenn es sich nur um die gewöhnlichen Signale einer technologisch entwickelten Zivilisation handelt (Radio- und TV-Signale usw.), sorgt die vom GBT erfassbare Bandbreite, wie sie die Leistungsfähigkeit des Arecibo-Teleskop um das 300-face übertrifft, für eine optimale Abdeckung. "Ein Beobachtungstag mit GBT liefert also genau so viele Daten wie ein Jahr Arecibo." Für die vollständige Auswertung der zu erwartenden gewaltigen Datenmenge, so vermuten die SETI-Astronomen, wird SET@home voraussichtlich ein Jahr benötigen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu / gb.nrao.edu
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