Dienstag, 17. Mai 2011

Sonnenwindpartikel-Analyse: Innere Planeten passen nicht zur Sonne

Blick ins Sonnensystem (Illu.) | Copyright: Sebastian Voltmer, weltraum.com

Pasadena/ USA - Als 2004 die Kapsel der NASA-Sonde "Genesis" in der Wüste nahe Utah unsanft einschlug, befürchteten die Wissenschaftler, dass auch die Partikel des von der Sonde beprobten Sonnenwinds verloren seien. Ein Großteil der Proben konnte jedoch geborgen werden und - zum Erstaunen die Wissenschaftler - unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung von jenen, wie sie im inneren Sonnensystem gefunden werden.

Ein erster Bericht des wissenschaftlichen Teams um Donald Burnett vom "California Institute of Technology", wie er in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich beispielsweise das Muster von Isotopen des Sonnenwinds - und damit wahrscheinlich auch jenes der Sonne selbst, von dem der vier sonnennächsten Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars unterscheidet.

"Genesis" entfernte sich rund eine Million 1,6 Millionen Kilometer von der Erde und entnahm hier - unbeeinträchtigt vom Magnetfeld der Erde - Proben des Sonnenwindes, also Partikel, wie sie von der Oberfläche der Sonne ins All geschleudert werden.

Die Genesis-Sonde während der Probeentnahme (Illu.) | Copyright: NASA

Wie ihre Planeten, so beinhaltet auch die Sonne unterschiedliche Mengen von Stickstoff und anderer Elemente. Jedes dieser Elemente kann jedoch in einer leichteren oder schwereren Form vorkommen - je nachdem wie viele Neutronen es aufweist - den sogenannten Isotopen.

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Das Verhältnis beispielsweise zwischen schweren und leichteren Formen von Sauerstoff, Stickstoff und verschiedenen Edelgasen gehört zu jenen Merkmalen, von welchen Kosmochemiker bislang glaubten, dass es in gleicher Weise auf den Planeten wie auch auf dem Zentralgestirn zu finden sein sollte, da sich sowohl Stern als auch Planeten eigentlich aus der selben abkühlenden Gas- und Staubwolke gebildet haben sollten.

Nun jedoch legen die Analyseergebnisse der Genesis-Proben signifikante Unterschiede zwischen der Sonne und ihren inneren Planeten auf, wenn etwa die Erde mehr schweren Sauerstoff als leichten aufweist - ein Verhältnis, wie es sich anhand der Partikel des Sonnenwinds nicht finden lässt.

"Bislang haben wir geglaubt, dass die Sonne und das (innere) Sonnensystem die gleiche Zusammensetzung aufweisen sollte", zitiert "Physorg.com" den Kosmochemiker Andrew M. Davis von der "University of Chicago". "Jetzt aber sieht es so aus, als unterscheide sich die Sonne in dieser Hinsicht leicht von der Erde und wir wissen noch nicht, was das zu bedeuten hat. Es ist aber auf jeden Fall von großer Wichtigkeit und lässt schon jetzt einige Leute bisherige Vorstellungen überdenken."


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / pnas.org / physorg.com
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